Testbericht

Harman/Kardon AVR 265 im Test: Der Klangpurist

Harman/Kardon verdient ein Lob für Beständigkeit in einer unbeständigen Produktkategorie. Der neue AVR 265 ist mit Netzwerk-Anschluss und 3D-Unterstützung zwar technisch auf der Höhe, fügt sich aber vom Erscheinungsbild her nahtlos in die Ahnenreihe ein.

Harman/kardon AVR 265

© Video Homevision

Harman/kardon AVR 265

Pro

  • sehr ausgewogen und dynamisch
  • tiefer, konturierter Bass

Contra

  • eingeschränkte Anschlussmöglichkeiten
  • iPod erfordert ein separates Dock

Dafür haben die Entwickler beim Harman/Kardon AVR 265 heftig bei den Anschlüssen gespart. Bei analogem Audio und Video mag das noch plausibel erscheinen, bei HDMI dürfte der Verzicht aber zumindest bei sogenannten "Heavy Usern" Kritik hervorrufen. Fünf Eingänge und nur ein Ausgang, der aber immerhin über einen Audio-Rückkanal (ARC) verfügt, lassen Anwender mit vielen Quellen, vor allem aber solche mit Beamer und Bildschirm im Regen stehen.

Das GUI (Graphical User Interface) lässt keine Wünsche offen, wenn es um die elementaren Receiver-Funktionen geht, die Navigation in den Netzwerk-Musikverzeichnissen schon. Hier schränken das langsame Ansprechen auf Befehle und die kurzen Albumlisten den Bedienkomfort erheblich ein.

Harman/kardon AVR 265

© Video Homevision

Zum Anschluss des iPod oder iPhone ist ein separates Dock erforderlich. Auch HDMI-seitig gibt sich Harman etwas knauserig. Priorität hatte der Klang, was äußerlich aber keine Spuren hinterlassen hat.

Kein Ausstattungswunder

Überhaupt lassen sich Musikarchive nur via Ethernet durchstöbern. Die frontseitige USB-Buchse dient lediglich zum Aufspielen von Firmware- Updates für den Receiver. Wer seinen iPod anschließen möchte, muss die optional erhältliche Docking-Station "The Bridge IIIp" hinzukaufen. Harmans Kunden legen üblicherweise keinen großen Wert auf Features.

Fünf AV-Receiver von Denon, Onkyo und Co. im Test

Harman/kardon AVR 265

© Video Homevision

Die Fernbedienung von Harman wirkt hochwertig und extrem übersichtlich. Wichtige Funktionen lassen sich direkt abrufen.

Im Mittelpunkt steht der Klang, der im Bereich der Siebenkanal-Endstufe das Produktbudget aufzehrt, ohne dass man von außen viel davon mitbekommt. Im Labor lässt sich dagegen gut erkennen, dass der AVR 265 ein deutlich stabileres Netzteil besitzt, als in dieser Klasse üblich ist. Er gibt seinem Besitzer deshalb mehr Freiheit bei der Wahl seiner Lautsprecher.

Wenn neben der mustergültigen Fernbedienung und der dezenten Linienführung etwas für den Harman/ Kardon-Receiver spricht, dann ist es der äußerst dynamische und dabei natürliche Klang. Egal, ob Stereo- oder Surround-Sound auf dem Programm stand, der AVR 265 reproduzierte das Programmmaterial mit äußerst realistischen Klangfarben und einer feinen Auflösung. Die Bässe besaßen Druck in den untersten Lagen und sehr viel Kontur.

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