PS4-Rennspiel

Gran Turismo Sport im Test: Nichts für Solisten

Während die „Originale“ stets mit Nummer erschienen, steht beim neuesten Gran Turismo ein „Sport“ dahinter. Was es damit auf sich hat? Der Test klärt das.

Gran Turismo Sport

© Sony

Gran Turismo Sport ist frisch für PS4 auf dem Markt.

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EUR 29,89

Pro

  • Tolles Fahrgefühl
  • Prima Matchmaking
  • Faires Online-Gaming
  • Hervorragende Grafik

Contra

  • Vergleichsweise geringer Umfang
  • Kein Spiel für Solisten
  • Online-Zwang

Fazit

Gran Turismo Sport ist nichts für Solisten. Multiplayer-Anhänger mit Konsolen finden hier aber ihr Seelenheil.
Gut

Man hätte es sich denken können. Gran Turismo Sport macht vieles anders. Das sagt schon der Name. Aber auch wenn man mal genauer hinschaut, erkennt man viele Neuausrichtungen. So wird sich jetzt auf den Multiplayer-Modus fokussiert, weswegen auch eine ständige Internetverbindung notwendig ist – selbst wenn man allein spielen will. Genau hier haben wir bereits den ersten großen Haken entdeckt.

Gran Turismo Sport im Test: Keine wirkliche Karriere mehr

Gran Turismo Sport bietet eigentliche keine echte Karriere. Vielmehr spielt man hier recht öde aneinandergereihte Missionen. Eine nach der anderen. Kein Vergleich mehr zu den Unmengen an Meisterschaften aus früheren GT-Teilen. Ok, die Fahrschule gibt es noch, reißt aber nicht vom Hocker. Na klar, wer Lust und Zeit hat, Bestzeiten hinterher zu hetzen und es mag, nicht zusammenhängende Missionen zu erfüllen, der wird mit Gran Turismo Sport rund 10 Stunden lang sein Singleplayer-Glück finden. Alle anderen gucken halbwegs in die Röhre. Ein Forza auf der Xbox One bietet hier deutlich mehr Singleplayer-Spielspaß. Doch die Karriere ist nicht der einzige Punkt, an dem die Entwickler Features gestrichen haben. Auch beim Umfang gibt es Dämpfer.

Zwar ist die Masse der Autos mit 162 immer noch recht hoch, doch im Vergleich zu Gran Turismo 6 mit 1.000 Autos ist das schon eine Ansage. Übrigens: Project Cars 2 bietet immerhin noch 182 Karren. Blicken wir auf Forza 7 auf der Xbox One, dann haben wir es dort mit 700 Vehikeln zu tun. Na gut, man hat sich eben auf den Sport fokussiert und ist daher nicht mehr mit Familienkutschen unterwegs, sondern in kleinwüchsigen (Mazda MX5) und ausgewachsenen (Mercedes SLS) Sportwagen unterwegs. Auch diverse Rennboliden stehen uns zur Auswahl.

Gran Turismo Sport

© Sony

Was wir allerdings mehr kritisieren als die reduzierten Fahrzeuge, sind die wenigen Strecken. Wir haben nur noch knapp 20 Kurse zur Auswahl. Auch da haben die Konkurrenten meilenweit die Nase vorn.

Gran Turismo Sport im Test: Voll auf Multiplayer

Man merkt Gran Turismo Sport an allen Ecken und Kanten an, dass es auf Multiplayer ausgerichtet ist. Der einzige offline spielbare Modus ist der Arcade-Modus. Und die KI? Sagen wir es mal so: Sie ist vorhanden. Nun gut, auf in den Mehrspieler-Modus. Doch als erstes müssen wir zwei Videos anschauen. Diese erläutern uns, wie wir uns auf der Piste zu verhalten haben. Fairness wird belohnt, Rempeln ist verpöhnt. Denn neben Platzierungen gibt es auch eine sogenannte Sportgeistwertung. Gut: Das funktioniert nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis recht passabel.

Generell scheint das gesamte Matchmaking-System sehr gut zu funktionieren. Wir hatten keinerlei Probleme, ebenbürtige Gegner zu finden. Auf den unteren Stufen gibt es noch diverse Hilfen, wie das Ghosting-System. Das sorgt dafür, dass zum Beispiel verunfallte Rookies in Kurven „durchsichtig“ werden, um Rempler zu vermeiden. In höheren Spielklassen gibt es das System zwar auch, wird aber deutlich weniger häufig eingesetzt.

Hinsichtlich der Einstellungsmöglichkeiten haben wir durchaus eine große Bandbreite zur Auswahl, können eigene Rennen mit unseren eigenen Regen erstellen. Im Gegensatz zu Project Cars 2 ist das aber kein Vergleich. Denn Regen zum Beispiel? Gibt es in GT Sport nicht. Dynamische Wetterwechsel? Pustekuchen. Kann man darüber hinwegsehen, dann macht GT Sport im Multiplayer eine wirklich gute Figur. Und die Hauptsache? Es macht Spaß.

Gran Turismo Sport im Test: Astreines Fahrgefühl

Gran Turismo Sport

© Sony

Gran Turismo war schon immer bekannt für ein wirklich gutes Fahrverhalten. Und das trifft auch auf den neuesten Teil der Serie zu. Besonders beeindruckend ist das simulierte Gewicht der Boliden. Das beeinflusst unter anderem das Verhalten der Autos in Kurven und brenzligen Situationen. Weniger gelungen ist hingegen das Verhalten der Boliden auf Schotterpisten oder verdreckten Bahnen. Das ähnelt eher einen waschechten Rutschpartie. Übrigens: Ein Schadensmodell gibt es zwar, viel mehr als ein paar Kratzer und Dellen gibt es aber nicht.

Dafür stimmt die Optik im Allgemeinen und liegt auf Augenhöhe mit Forza 7 und Project Cars 2. Besonders bombastisch fallen hier die Lichteffekte aus. Und was man nicht vergessen darf: Jedes Fahrzeugmodell bietet einen echten 3D-Innenraum, in dem man sich umsehen kann. Und der ist nicht nur Makulatur, sondern sieht wirklich ganz hervorragend aus – erst recht im VR-Modus, den es übrigens auch gibt.

Gran Turismo Sport im Test: Fazit

Es steht zwar Gran Turismo drauf, es ist aber nicht unbedingt Gran Turismo drin. Die Entwickler wagen einen mutigen Schritt und richten die Serie mit GT Sports in eine andere Richtung aus. Das gefällt Singleplayer-Fans ganz sicher nicht. Multiplayer-Fans aber können ohne Bedenken zugreifen. Zwar ist der Umfang nicht ganz so riesig wie bei Project Cars 2 oder bei Forza Motorsport 7, dennoch völlig in Ordnung.

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Gran Turismo Sport: E3-Trailer

Quelle: Sony
Gran Turismo Sport: Der E3-Trailer verspricht einen Release im Herbst.

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