Testbericht

Grafikkarten im Test

Nachdem ATI vor ein paar Monaten mit der 4850 den Preis-Leistungs-Sieg gewinnen konnte, blieb nVidia nur noch ein aggressiver Preiskampf als Gegenmittel. Jetzt hat ATI mit der 4870x2 ein wahres Performance-Monster erschaffen, gegen das keine Preissenkung hilft.

Hardware Test Grafikkarten: High-End-Grafikkarten im Test

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Hardware Test Grafikkarten: High-End-Grafikkarten im Test

Nachdem ATI vor ein paar Monaten mit der 4850 den Preis-Leistungs-Sieg gewinnen konnte, blieb nVidia nur noch ein aggressiver Preiskampf als Gegenmittel. Jetzt hat ATI mit der 4870x2 ein wahres Performance-Monster erschaffen, gegen das keine Preissenkung hilft.

Nachdem nVidias Flaggschiff, die GTX280, was die Leistung angeht, ordentlich vorgelegt hat, zieht AMD/ATI mit der 4870x2 nach. Dabei handelt es sich im Prinzip um zwei 4870-Grafikkarten, die miteinander verbunden sind, aber nur einen Steckplatz belegen. Die Option, eine zweite Karte nachzurüsten, besteht also weiterhin. Die 4870x2 ist mit zwei RV770-GPUs ausgestattet. Beide GPUs befinden sich auf einem einzelnen PCB (Platine) und sind durch einen Onboard-CrossfireX-Connector miteinander verbunden.

Hardware Test Grafikkarten: High-End-Grafikkarten im Test

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Letzteres hat allerdings auch einen Pferdefuß: Kommen Spiele zum Einsatz, die Crossfire nicht unterstützen, sinkt die Leistung unter das Niveau einer 4870. Die meisten aktuellen Topspiele wie Call of Duty 4 bringen allerdings die volle Leistung. Allgemein lässt sich sagen, dass besonders Anwendungen, die in hohen Auflösungen und mit vielen "Qualitäts-Extras" laufen, von der höheren Leistung profitieren. Ein Nachteil sind die so genannten "Mikroruckler". Diese entstehen durch die Latenzzeit der "Kommunikation" zwischen den beiden GPUs und können während des Spielens lästig sein. Mit diesem Problem haben allerdings alle Dual-GPU-Karten beziehungsweise SLI-oder Crossfire-Gespanne zu kämpfen.

Erstaunlicherweise hat ATI es mit der 4870x2 geschafft, die Latenzzeit sehr gering zu halten, so dass Ruckler kaum wahrzunehmen sind. Dies wird hauptsächlich durch die enorme Leistung der Karte erreicht. Um während des Spiels von Mikrorucklern gestört zu werden, muss die Wiederholrate auf Bereiche von 30 fps sinken, was mit aktuellen Spielen bei der 4870X2 fast unmöglich ist. Ob man überhaupt Mikroruckler zu sehen bekommt, hängt auch vom Spiel ab. So gibt es durchaus Spiele, die auch bei fps-Raten von unter 30 keinerlei Mikroruckler zeigen, während man das Gezappel bei Crysis besonders gut sieht.

Die Preisfrage

Wie von einem Spitzenmodell nicht anders zu erwarten, bietet AMD/ATI die 4870X2 für rund 400 Euro an, was sie praktisch nur für High-End-Gamer interessant macht. Dafür bekommt man stolze 1,942 Milliarden Transistoren, die sich in Gegensatz zur 9800GX2 (zwei PCBs) auf zwei GPUs auf einer Platine aufteilen. Von der Länge einmal abgesehen, bringt die Bauweise der X2 keine Nachteile mit sich. Im Gegenteil: So können die Grafikprozessoren und Speicherchips mit voller Frequenz laufen, während dies bei der 9800GX2 (dual GPU-Karte) von nVidia nicht geht, da die PCBs sehr nah beieinander liegen und die Frequenz der einzeln Karten aus thermischen Gründen gedrosselt werden musste.

Ati versus Nvidia

Wer macht das Rennen um die Grafikkartenkrone?

Nvidia, alles in allem besser .32%
Ati, haben klasse aufgeholt.40.1%
Keiner von beiden, Intel wirds.11.6%
Mir egal.16.3%

Normalerweise sollte die Karte beim Einbau keine Probleme machen, aber dennoch sollte man erst einmal einen Blick ins Häuschen werfen und prüfen, ob nicht vielleicht ein Laufwerkskäfig (inklusive Anschlusskabel) den Einbau verhindert. Eine ordentliche Befestigung sollte generell gewährleistet sein, ist aber angesichts des Kampfgewichts von satten 1200 g geradezu lebenswichtig. Die maximale Leistungsaufnahme des Multi-GPU-Modells gibt ATI mit 286 Watt an. Im normalen Spielebetrieb soll die Leistungsaufnahme etwa 40 Watt darunter liegen. Um den Strom liefern zu können, verfügt die Karte über einen sechs- und einen achtpoligen Stromanschluss.

Ein Radiallüfter sorgt für einen ausreichenden Luftzug bei einem angenehmen Geräuschpegel im Idle-Zustand. Bei voller Leistung sollten die Spiele für ausreichende Beschallung sorgen, damit das Rauschen des Lüfters nicht stört. Ausgestattet ist die 4870X2 mit zweimal 1024 MByte GDDR5 Grafikspeicher, der mit 900MHz (1800MHz DDR) läuft. Dieser Speicher wird wie auch bei nVidias 9800GX2 jeweils über ein 256-bit-Interface angebunden. Dadurch ergibt sich eine theoretische Speicherbandbreite von zweimal 115,2 GByte/s. Der Chiptakt beläuft sich auf 750 MHz. Gleiches gilt für die 800 Streamprozessoren (160 Unified-Shader a 5 Prozessoren). Wie die Karte in der Praxis abschneidet, vor allem gegen die GTX280, sehen Sie im anschließenden Test.

DirectX10.1

Auch mit der Unterstützung von DirectX 10.1 versucht sich AMD von nVidia abzusetzen, dessen GeForce- Grafikkarten lediglich auf DX10.0-Features zugreifen können. Ein echter Vorteil für den Verbraucher ist das freilich nicht: DX10.1 bringt keine revolutionären Neuerungen, stattdessen handelt es sich lediglich um die Korrektur von Schwachstellen in der Spezifikation von DirectX 10. Nur ein paar neue Funktionen wie Shader Model 4.1, global Illumination, vierfaches Antialiasing mit veränderbaren Subpixel-Mustern oder Unterstützung für durchgängiges Rechnen mit 32-Bit-Gleitkommazahlen sind hinzugekommen.

In einer Zeit, da DirectX 10 noch immer keine klare Überlegenheit zur Version 9 erkennen lässt und die meisten Anwender kaum einen Unterschied sehen, ist die Implementierung von 10.1 weitgehend überflüssig. Dennoch wird nVidia wohl oder übel nachziehen müssen, da DX10.1 von Microsoft vorgeschrieben wird. Vielleicht lässt nVidia 10.1 aber auch komplett aus und überrascht nächstes Jahr mit einer neuen Generation, die dann DirectX-11 beherrscht. Momentan jedenfalls gibt es noch keine Spiele, die DX10.1 unterstützen. Erst nächstes Jahr will der Spielegigant Blizzard mit "Starcraft 2" und "Diablo 3" zwei Kassenknaller auf den Markt bringen, die DirectX 10.1 unterstützen.

Welche Grafikkarten ordentlich Leistung bringen, erfahren Sie auf den nächsten Seiten...

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