Kompaktkamera

Fujifilm X20 im Test

Die X20 ist Fujifilms jüngste Entwicklung in der Liga der Kompaktkameras mit großem Sensor. Und eine Kamera so ganz nach unserem Geschmack.

  1. Fujifilm X20 im Test
  2. Datenblatt
Fujifilm X20 Test

© Fujifilm

Fujifilm X20 Test

Pro

  • großer 2/3-Zoll Sensors
  • optischer Sucher mit Info-Einblendungen
  • sehr gute Bildqualität
  • schneller und zuverlässiger Autofokus

Contra

  • mäßiges Display
  • hoher Schärfeabfall in den Ecken

Beim Anblick der Fujifilm X20 werden wehmütige Erinnerungen wach. Denn sie sieht der kleinen Leica CL von 1973 arg ähnlich und liegt mit ihren 350 Gramm richtig gut in der Hand. Die Struktur der Kameraoberfläche und das daraus resultierende Haltegefühl sind wie früher bei den belederten Kameragehäusen - einfach spitze.

Vergebens sucht man bei der Fujifilm X20 einen Knopf oder eine Taste um die Kamera betriebsbereit zu machen. Die kurze Version der Geschichte: Die Fujifilm X20 wird mit einem Dreh am Objektiv ein- und ausgeschaltet. Die beiden Einstellräder an der Kameraoberseite rasten satt und kräftig, der beste Schutz gegen unbeabsichtigtes Verstellen. Die Tasten haben klar definierte Druckpunkte und die Kennzeichnung der Bedienelemente ist deutlich. Die komplett aus Metall gefertigte Digitalkamera wirkt sehr robust, gebaut für den rauen Fotoalltag. Allein die Knöpfe auf der Rückseite und die Abdeckung der Steckanschlüsse wirken etwas einfach.

Fujifilm X20

© Fujifilm

Das Haupteinstellrad an der Oberseite der Fujifilm X20 bietet elf verschiedene Aufnahmemodi. Darunter finden sich die beiden Einstellungen C1 und C2 für eigene Einstellkombinationen sowie die von SLR bekannten Einstellungen P (Programmautomatik), S (Blendenautomatik), A (Zeitautomatik) und M (Manueller Modus). Rechts vom Haupteinstellrad befindet sich das eigene Einstellrad für Belichtungskorrekturen. Mit einem Blick erfolgt die Kontrolle, die Position des Rades zeigt immer die aktuelle Einstellung.

Das Hauptmenü der Fujifilm X20 bietet eine Vielzahl von Einstellmöglichkeiten, wird aber auf elegante Art übersichtlich gehalten: Auf einige Tasten sind Funktionen ausgelagert, das Drücken dieser Tasten bewirkt die direkte Anzeige der jeweiligen Einstellung und die Q-Taste am rechten unteren Kamerarand bringt sofort eine grafische Übersicht wichtiger Menüpunkte. Das klingt komplizierter, als es ist, für alle anstehenden Aufgaben gibt es immer auch eine einfache Lösung. Trotzdem ist man gut beraten, sich intensiv mit dem umfangreichen Menü der Fujifilm X20 zu beschäftigen. Denn nur so erschließen sich die unzähligen Möglichkeiten.

Fujifilm X20

© Fujifilm

Blick durch den Sucher

Kompaktkameras mit Sucher sind selten geworden. Für alle Fans bietet Fujifilm bei der X20 ein ganz besonderes Schmankerl: Der 12 Millimeter große Sucher gewährt auch Brillenträgern guten Einblick. Nähert sich das Auge dem Sucher, wird das Display abgeschaltet und beim Druck auf den Auslöser werden die Aufnahmewerte eingespiegelt.

Unterhalb des Sucherbildes zeigt die Fujifilm X20 dann aktuelle Einstellungen wie Belichtungszeit, Blende und ISO-Zahl. Die Anzeige ist grün, wenn alles passt, rot signalisiert Korrekturbedarf. Dass der Sucher nur rund 8 5% des Bildfeldes zeigt, lässt sich da leicht verschmerzen. Gespart hat Fujifilm dagegen am Display. Es ist 2,7 Zoll groß und hat eine Auflösung von ca. 153.000 RGB-Pixeln, das ist eher unterer Durchschnitt. Dafür bildet es scharf ab und Farben werden gut dargestellt. Auch aus extremen Betrachtungswinkeln verändern sich Farbe und Helligkeit nicht.

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Mit einem Schiebeknopf kommt der integrierte Blitz etwas müde aus dem Gehäuse. Wer mit der Leistung des kleinen Blitzes nicht auskommt, kann ein externes, stärkeres Blitzgerät anschließen. Die Kombination zweier Autofokus-Systeme - ein Kontrastautofokus und ein zusätzlicher Phasenautofokus-Sensor auf den Bildsensor - sorgt für schnelles und zuverlässiges Scharfstellen: Messwerte von 0,23s im Weitwinkel und 0,39s im Tele belegen das.

Ganz schön helle

Das 4-fach-Zoom der Fujifilm X20 deckt den Brennweitenbereich zwischen 28 bis 112 Millimeter (KB) ab. Die Anfangsöffnung ist mit f2,0 im Weitwinkel klasse, mit f2,8 im Tele immer noch gut. Für die hohe Lichtstärke wäre es schön gewesen, wenn Fujifilm der X20 einen eingebauten Neutraldichtefilter spendiert hätte, damit die komplette Blendenreihe auch bei hellem Tageslicht verwendet werden kann. So ist gegebenenfalls ein Neutraldichtefilter zum Aufschrauben erforderlich.

Der 12-Megapixel-Sensor der Fujifilm X20 im 2/3-Zoll-Format bedient sich bei der Technik der Fujifilm X-Pro 1 (Test). Die besondere Anordnung der Farbpunkte macht den Tiefpassfilter überflüssig und soll zu einer höheren Bildschärfe führen. Und in der Tat sind die 1.888 LP/BH bei Weitwinkelstellung für einen 12-Megapixel-Sensor extrem viel, allerdings ist auch der Schärfeabfall zu den Ecken hin mit mehr als 650 LP/BH im Weitwinkel und mehr als 250 LP/BH im Tele sehr hoch. Hier wird offensichtlich in der Mitte nachgeschärft, die RAW-Bilder sind besser ausgewogen.

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Testfazit

Die Fujifilm X20 ist eine tolle Kompaktkamera mit sehr guter Ausstattung und Abbildungsqualität, die den Preis von 550 Euro rechtfertigen. Kauftipp Edelkompakte.

Fujifilm X20

HerstellerFujifilm
Preis550.00 €
Wertung72.0 Punkte
Testverfahren1.6

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