Kompaktkamera

Fujifilm F900 EXR im Test

Die Fujifilm FinePix F900EXR ist Fujifilms neues Top-Modell bei den Reisezooms der hauseigenen F-Klasse. Die Kompaktkamera kommt mit 1/2-Zoll-Sensor und 20-fach Zoom.

  1. Fujifilm F900 EXR im Test
  2. Datenblatt
Fujifilm F900 EXR Test - Review

© Fujifilm

Fujifilm F900 EXR Test - Review

Pro

  • viele Einstellmöglichkeiten, auch manuelle und halbautomatische
  • Spitzendisplay
  • großer Sensor
  • sehr schneller Autofokus

Contra

  • starke kamerainterne Bildbearbeitung beeinträchtigt die Bildqualität
  • relativ teuer

Die rund 230 Gramm der Fujifilm FinePix F900EXR sind zwar etwas mächtig für die Hemdtasche, liegen aber recht gut in der Hand. Gerade bei der Verwendung von längeren Brennweiten ist das ein klares Plus. Die gummierte "Rutschbremse" an der Kameravorderseite ermöglicht zusätzlich sicheren Halt.

Das schräg angeordnete Einstellrad der Fujifilm F900 EXR rastet kräftig und wird kaum unbeabsichtigt verdreht. Die Tasten an der Kamerarück- und Oberseite sind klein, der Tastenhub gering. Das macht die Bedienung der Digitalkamera fummeliger als nötig. Der Vierwegtaster hat außer der Tast- auch eine Drehfunktion. Damit kann man Menüpositionen entweder herbeitasten oder durch verdrehen des äußeren Rings einstellen. Die Kennzeichnung der Bedienelemente ist klein, aber noch zu erkennen.

Einstellungssache: automatisch, halbautomatisch, manuell

Das Haupteinstellrad der Fujifilm F900 EXR bietet acht Einstellungen. Neben den bekannten Funktionen P, S, A und M gibt es noch EXR-Automatik, Automatik, Portraitautomatik und Filterfunktionen. Je nach der Vorwahl am Einstellrad können im Haupt- und Aufnahmemenü entsprechende Einstellungen vorgenommen werden.

Fujifilm F900 EXR Test - Review

© Fujifilm

Das Menü der der Fujifilm F900 EXR ist sehr umfangreich und bietet sehr viele Einstellmöglichkeiten. Da ist es hilfreich, dass bei erneutem Zugriff auf das Aufnahme-Menü, die zuletzt eingestellte Menüposition angezeigt wird. Gut so. Zwei Fn-Tasten bieten darüber hinaus die Möglichkeit, häufig gebrauchte Funktionen, direkt aufzurufen und zu verändern. Dadurch wird die Handhabung richtig schnell.

Das 3-Zoll-Display mit satten 306.700 Bildpunkten bildet knackig scharf ab und Farben werden realistisch dargestellt. Ein eigenes Display-Setup im Hauptmenü der Fujifilm F900 EXR ermöglicht sogar noch Anpassungen an die gerade vorherrschenden Lichtverhältnisse. Die Skala von +5 bis -5 erlaubt eine deutlich wirksame Veränderung der Displayhelligkeit. Bei diesem Punkt sehen viele Konkurrenten eher schlecht aus. Wie von einem hochwertigen Display erwartet, ist auch bei extrem schrägem Betrachtungswinkel die Abbildung immer noch gut. Die dargestellte Schrift, Zahlen und Symbole sind von angenehmer Größe und sehr gut zu lesen.

Fujifilm F900 EXR Test - Review

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Langes Zoom für alle Fälle

Die Verarbeitung der der Fujifilm F900 EXR ist insgesamt solide und sauber. Der gefederte Akkufachdeckel schließt gut, die Abdeckung der Steckanschlüsse ist zumindest schon mal an drei Gummifüßen befestigt und passt ordentlich. Die Buchse mit dem Stativgewinde sitzt ungefähr in Gehäusemitte. So lässt sich die Kamera bei Verwendung langer Brennweiten auch mal auf einem Stativ anflanschen.

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Die Brennweite des Zoomobjektivs bestreicht den Bereich von 25 bis 500 mm (KB) bei einer Lichtstärke von 3,5 bis 5,3. In Relation zur Größe der Fujifilm F900 EXR ist das enorm. Makroaufnahmen sind ab 3 cm Abstand möglich. Mit diesem Brennweitenbereich ist man für alle Eventualitäten gerüstet. Wie bei Kompaktkameras üblich, kann man bei der Blitzfunktion nur noch wenig falsch machen. Nur wenn der Blitz in Betriebsbereitschaft - also ausgefahren - ist, kann man auch auf die Blitzeinstellungen zugreifen.

Rasantes Tempo

Noch mehr als die Brennweite hat uns das Arbeitstempo der Fujifilm F900 EXR beeindruckt. Mit 0,16s im Weitwinkel und 0,24s im Tele nimmt die Kamera hier firmenübergreifend einen Spitzenplatz ein. Zudem trifft der Autofokus auch recht zuverlässig die gewünschte Schärfeebene, selbst bei nicht optimalen Lichtbedingungen. Auch die Wartezeiten beim Einschalten und bei der Bildverarbeitung können sich sehen lassen, so dass man der F900 EXR guten Gewissens das Prädikat schnell verleihen kann.

Weniger gelungen ist leider die Abstimmung des Aufnahmesystems. Mit einer Sensorgröße von 1 / 2 Zoll liegt die Fujifilm F900 EXR hier genau zwischen dem Mainstream (1 / 2,3 Zoll) und den Edelkompakten (1 / 1,7 Zoll), was eine gewisse Erwartungshaltung an die Bildqualität begründet. Dazu passend ist die Auflösung in der Bildmitte für einen 16-MP-Sensor nicht besonders hoch (1331 LP/BH, WW und ISO 100), dafür ist der Randabfall gering (180 LP/BH).

Sonst sind die Messwerte des Labors im Rahmen des Erwarteten - nicht aber die tatsächliche Bildqualität. Denn der Prozessor der Fujifilm F900 EXR greift massiv ins Bildgeschehen ein. Das führt zu Effekten, die wir ansonsten aus der Photoshop-Filtergalerie kennen. Das mag gelegentlich ja ganz spannend sein, als Voreinstellung ist es nicht akzeptabel. Die (zugegeben im Bild recht kleinen) Gesichter unserer Modells sehen aus, als sind von einer Pubertäts-Akne Narben zurück geblieben. Das darf nicht sein. Hier wäre es schön, wenn Fujifilm im Rahmen eines Firmware-Upgrades korrigierend eingreift. Dann hätte die Fujifilm F900 EXR nämlich durchaus das Zeug zu einem interessanten Reisebegleiter.

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Testfazit

Die Fujifilm F900 EXR ist eine moderne, schicke Kamera mit großem Brennweitenbereich und guter Ausstattung. Die ruppige Bildverschlimmerung durch den Prozessor trübt den ansonsten guten Eindruck aber schwer.

Fujifilm Finepix F900EXR

HerstellerFujifilm
Preis323.00 €
Wertung42.0 Punkte
Testverfahren1.6

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