Überwachungskamera mit Pan-Tilt-Zoom

Foscam FI9928P im Test

Mit Pan-, Tilt- und Zoom-Funktion ist die Foscam enorm flexibel und mit 290 Euro günstig. Ob wir das Gerät empfehlen können, zeigt unser Test.

Foscam FI9928P

© Josef Bleier

Mit Pan-, Tilt- und Zoom-Funktion ist die Foscam FI9928P enorm flexibel und mit 290 Euro günstig.

EUR 289,99

Pro

  • Pan-, Tilt- und Zoom
  • Full HD Auflösung
  • IR-LEDs
  • Outdoor

Contra

  • Schlechtes Wlan-Modul
  • Nur manuelle Firmware-Updates
  • Keine Audiounterstützung

Fazit

PC Magazin Testurteil: gut; Preis/Leistung: gut
84,0%

Obwohl die Foscam FI9928P auf eine durchsichtige Kunststoffkuppel über dem Objektiv verzichtet, läuft sie beim Hersteller als Dome-Kamera. Die Kamera sitzt in einem massiven Metall-Gehäuse, das sich mit vier Schrauben (möglichst weit oben) an der Wand befestigen lässt. Die in zwei Achsen steuerbare PTZ-Kamera (Pan-Tilt-Zoom) ist mit einem 4-fachen optischen Zoom inklusive Autofokus ausgestattet. Damit erhalten wir auch über größere Distanzen scharfe und detailreiche Aufzeichnungen.

Foscam hat die FI9928P zudem mit einem hochwertigen, besonders lichtempfindlichen Starvis-CMOS-Sensor von Sony ausgerüstet, der in der Dämmerung und selbst nachts mit vereinzelten Lichtquellen noch überraschend gute Farbvideos lieferte – ohne den Einsatz von IR-LEDs. So war es uns oft möglich, auch bei eher schlechtem Licht die automatische Aktivierung der IR LEDs im Live-Video der Kamera abzuschalten (Einstellung „Manuell / Aus“). Erst bei völliger Dunkelheit spielen die sechs IR-LEDs, die rund um das Kameraobjektiv angeordnet sind, ihren „Nachtsicht-Vorteil“ aus.

Outdoor und Netzwerk

Foscam bewirbt die FI9928P als Outdoorkamera mit wasserdichtem und staubresistentem Gehäuse. Auf unserer Nachfrage hin sicherte uns der Foscam-Support zu, dass seine Kamera der Schutzklasse IP66 (staubdicht, Schutz gegen starkes Strahlwasser) zuzuordnen ist. Bei der Outdoor-Montage der Kamera ist laut PDF-Handbuch darauf zu achten, dass das Kabel aus dem Fuß der Kamera in einen trockenen Innenraum verlegt wird – und zwar spätestens ab dem Verzweigungspunkt des Kabelstrangs in die verschiedenen Einzelkabel für Strom-, Netzwerk- oder Audio-Anschluss.

Trotz langer, externer Antenne war die Funkleistung des WLAN-Moduls (1x1, 802.11n) bei unserem Testgerät auffallend schwach. Für ungünstigere Verbindungsstrecken (z.B. durch Außenmauern, Outdoor-Einsatz!) war eine WLAN-Verbindung zum Router meist nicht möglich. Hier ist die Einbindung über den Fast-Ethernet-Anschluss der Kamera die bessere Wahl – eventuell auch in Verbindung mit einer Powerline- oder WLAN-Bridge. Dafür begnügt sich die FI9928P im Bereitschaftszustand mit sparsamen 2,5 Watt Leistungsaufnahme.

Foscam FI9928P

© Josef Bleier

Die Foscam wird an eine Wand montiert. Für die Kabelführung muss ein Loch gebohrt werden.

Setup und Update

Das Setup der Kamera läuft zunächst über die Smartphone-App „Foscam“. Durch die Registrierung beim Hersteller wird auch gleich der Fernzugriff auf die Kamera eingerichtet, der über eine P2P-Verbindung abläuft. Die hierfür erforderlichen Zugangsdaten werden am Smartphone per QR-Scan von einem Aufkleber am Fuß der Kamera eingelesen. Der P2P-Zugang funktioniert auch dann, wenn die Kamera hinter einem DS-Lite-Anschluss installiert ist.

Was mit der Foscam-App zunächst nicht klappte, war ein Firmware-Upgrade der Kamera. Dieses sollte man jedoch unbedingt durchführen, da es eine Reihe von Sicherheitslücken behebt, auf die das Sicherheitsunternehmen F-Secure in seinem Report „Vulnerabilities in Foscam IP Cameras“ hingewiesen hat. Foscam hat diese Lücken in der aktuellen Firmware-Version behoben. Dieses Firmware-Update mussten wir „manuell“ über die Weboberfläche der Kamera durchführen, wobei wir nacheinander zwei Update-Dateien aufspielen mussten – nicht sehr komfortabel.

Zugriff per Browser

Der Zugriff auf die deutschsprachige Weboberfläche der Kamera funktioniert im Browser mit Hilfe des Plugins „IPCWebComponents“. Da der Webserver der Kamera in den Werkseinstellungen auf Port 88 geschaltet ist, muss man in der Browser-Adressleiste die Portnummer „:88“ an die IP-Adresse der Foscam anhängen. Der HTTPS-Zugriff läuft über den Standard-Port 443, doch wer möchte kann die Ports auch in den Netzwerkeinstellungen der Kamera anpassen.

Das Feintuning und die Live-Steuerung der FI9928P über das Webinterface funktionieren problemlos. Auf eine Online-Hilfe im Webmenü verzichtet Foscam (wie auch so mancher andere Hersteller) komplett. Immerhin ist das (englischsprachige) PDF-Handbuch recht ausführlich. Das per DVD und auf der Homepage bereitgestellte Kamera-Tool „FoscamVMS“ konnte uns noch nicht voll überzeugen. Es ließ sich unter Windows 7 und Windows 10 nur umständlich bedienen, die Oberfläche wirkte teilweise unfertig und nicht besonders intuitiv.

Foscam FI9928P

© Josef Bleier

Das Menü der Foscam könnte noch etwas mehr ausgearbeitet werden.

Foscams Cloud-Modell

Beim Kauf einer Kamera ist eine Trial-Version eines 7-Tage-Cloud-Speichers für den Zeitraum von 1 Monat enthalten. Hierbei werden durch Bewegungs-/Geräuscherkennung ausgelöste Aufzeichnungen der Kamera 7 Tage in der Cloud gespeichert. Am 8ten Tag werde dann die Aufzeichnungen des ersten Tages gelöscht. Nach Ablauf der Testphase veranschlagt Foscam für seinen 7-Tage-Cloud-Speicher-Dienst 5 Euro monatlich oder 50 Euro im Jahr. Der optionale 30-Tage-Cloud-Speicher (Aufzeichnungen bleiben 30 Tage gespeichert) kostet monatlich 13 Euro und im Jahr 130 Euro.


Fazit

Foscams stabile, wetterfeste PTZ-Outdoorkamera mit optischem Zoom liefert auch unter schlechten Lichtverhältnissen ein ausgezeichnetes FullHD-Bild und überzeugt durch umfassende Aufzeichnungsmöglichkeiten (lokal, LAN, Cloud). Schade, dass der Hersteller am integrierten WLAN-Adapter und der Audio-Ausstattung gespart hat.

PC Magazin Testurteil GUT

© WEKA Media Publishing GmbH

Die Foscam FI9928P erreicht im Testlabor des PC Magazins die Note Gut.

Foscam FI9928

  • Webseite: foscam.com
  • Preis: 290 Euro
  • Video: bis 1080p, 4-fach optischer Zoom, PTZ
  • Audio: nur Buchsen für ext. Lautsprecher/Mikrofon
  • Fernzugriff: komfortabel per Foscam-App
  • Auslöser: Bewegung und Geräusch (mit ext.Mikrofon)
  • Aufzeichnung: lokal (SD-Card), LAN (FTP), Cloud (per Abo)

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