Testbericht

Formatfrage

Nikon CX, Micro-Four-Thirds, APS-C oder Vollformat? Mit 13,2 x 8,8 mm an nutzbarer Fläche ist der CX-Sensor der Nikon 1 der bislang kleinste in Systemkameras verwendete. Um den Faktor 7,5 größer ist das Vollformat (24 x 36 mm), dazwischen positionieren sich APS-C und Micro-Four-Thirds. Wir vergleichen exemplarische Modelle aus allen vier Systemen.

Formatfrage

© Canon

Formatfrage

Vielen gilt das Vollformat als Königsklasse der Systemkameras mit Wechselobjektiven. Allerdings markiert das Vollformat, inklusive der dazugehörigen Sensoren mit 36 x 24 mm Größe, keinen absoluten Qualitätsstandard. Denn es gibt noch größere Sensoren wie in der Leica S2 (45 x 30 mm) oder Pentax 645 D (44,2 x 33,1 mm) und gute Gründe dafür, warum sich auch Kamerasysteme mit deutlich kleineren Sensoren erfolgreich am Markt etablieren konnten.

Sensor & Bildqualität

Grundsätzlich aber gilt: Je größer der Sensor und je geringer die Packungsdichte an Pixeln, desto leichter lassen sich bei hohen ISO-Einstellungen gute Rauschwerte erzielen, ohne die Aktivität des Rauschfilters auf die Spitze zu treiben. Denn Letzteres trübt die Detailwiedergabe in kontrastarmen Motivregionen (Texturverlust). Ein Gradmesser dafür ist die Pixelgröße (Pixel-Pitch in µm), die bei gegebenem Sensorformat durch die nominelle Auflösung bestimmt ist. Beispiele: Nikon D700 (12 MP/8,5 µm), Canon EOS 5D Mk II (21 MP/6,4 mµ), Sony Alpha 77 (24 MP/3,9 µm). Die wenigsten Texturverluste zeigt die Nikon D700 mit der geringsten Nennauflösung; den derzeit besten Kompromiss aus hoher Auflösung und allgemeiner Bildqualität bietet die EOS 5D Mk II. Wichtig allerdings: Nur mit exzellenten Objektiven laufen Vollformatkameras zur Höchstform auf, ansonsten drohen Vignettierung und Randunschärfen.

Ausstattung & Handhabung

Die exemplarisch ausgewählten Vollformater Canon EOS 5D Mk II und Nikon D700 gehören wie die Sony Alpha 850 /900 zur Liga der semiprofessionellen SLR-Modelle. Diese sind mit soliden Magnesiumgehäusen inklusive Spritzwasserschutz ausgestattet; ein Batteriehandgriff mit Bedienelementen für die Hochformatauslösung gehört aber nicht zur Konstruktion. Dies bleibt den Profimodellen von Canon (EOS 1Ds Mark III) und Nikon (D3s /D3x) vorbehalten. Einen eingebauten Bildstabilisator (Sensor-Shift) besitzen nur die Sonys; videotauglich ist derzeit nur die EOS 5D Mark II. Charakteristisch für die Vollformatmodelle ist das große Sucherbild (eff. Vergrößerung um 0,7fach). Typisch auch, dass sich das Bedienkonzept von Generation zu Generation nicht grundlegend verändert - Profis schätzen den schnellen Umstieg auf ein neues Modell ohne großen Lernaufwand.

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