Testbericht

Festplatten im Vergleichstest

Mit einer Kapazität von 1,5 Terabyte ist die neue Barracuda 7200.11 von Seagate den Modellen der Konkurrenz um 50 Prozent voraus. Ein gewaltiger Vorsprung, der aber mit einer zusätzlichen Datenscheibe erkauft wird.

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Festplatten

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Lesekopf einer Festplatte.

Egal, ob jemand derzeit 1,5 Terabyte mit irgendetwas Sinnvollem füllen kann oder ob solche Riesenplatten nur den Vorsorgetrieb befriedigen - mit der neuen Barracuda stellt Seagate nicht nur einen einsamen Rekord auf, sondern setzt überdies ein wichtiges Signal. Denn während Solid State Disks den Festplatten sowohl in billigen Netbooks als auch in High-End-Notebooks Marktanteile abzwacken, dürfte eines klar sein: Was die Kapazität angeht, haben Festplatten von den Zellspeichern nichts zu befürchten. Und selbst wenn jemand auf die Idee käme, eine ähnlich große SSD anzubieten, dürfte deren Preis astronomisch hoch sein, während die Barracuda, was den Gigabyte-Preis angeht, nicht nur preiswert ist, sondern zu den günstigsten Platten überhaupt zählt.

Dass es aber auch den Festplatten-Herstellern immer schwerer fällt, die Kapazität hochzuschrauben, zeigt die Barracuda ebenfalls. Wirft man einen Blick auf die Typenbezeichnung (ST31500341AS), fällt zumindest dem Kenner auf, dass Seagate sich eines kleinen Tricks bediente, um die Rekordkapazität hinzubekommen.

Gemessene Werte auf einen Blick Mittlere Transferrate Lesen (INT 13h) Maximale Transferrate Lesen (INT 13h) Mittlere Transferrate Schreiben (INT 13h) Maximale Transferrate Schreiben (INT 13h)
Mbyte/sec (0-120) Mbyte/sec (0-140) Mbyte/sec (0-120) Mbyte/sec (0-120)
3,5-Zoll:
Seagate ST31500341AS 101,9 128,8 90,1 115,0
Samsung HD103UJ 95,3 120,2 90,5 110,6
Seagate ST3320613AS 102,0 130,1 91,0 115,3
Western Digital WD6400AAKS 95,4 119,8 86,7 104,9
Seagate ST3500320AS 86,0 105,3 84,7 105,4
Western digital WD10EACS 75,1 87,7 65,5 84,0
Hitachi HDP725050GLA360 80,5 91,1 77,5 95,4
2,5-Zoll:
Seagate ST9320421AS 74,5 95,8 74,5 95,8
Toshiba MK3254GSY 74,5 95,8 74,5 95,8
Samsung HM251JJ 67,4 81,7 68,8 82,5
Toshiba MK4058GSX 52,6 70,5 52,6 70,5
Western Digital WD5000BEVT 58,7 81,0 59,6 80,8
Samsung HM500LI 62,0 78,0 59,4 71,6
Seagate ST9320320AS 58,5 74,9 53,3 67,0
Hitachi HTS545050KTA300 52,8 70,6 50,8 67,1
Hitachi HTS543232L9A300 50,8 71,0 48,5 62,9
Fujitsu MHZ2320BH 51,4 64,9 48,0 59,8
Fujitsu MHZ2500BT 41,9 55,8 39,0 51,0

Datendichte und Platterzahl

Dazu zunächst ein kleiner Exkurs. Normalerweise unterscheiden sich neuere Platten von ihren Vorgängern unterer anderem dadurch, dass die Datendichte auf den Trägerscheiben (engl. Platter) höher ist und die Spuren enger beieinander liegen. Das bringt gleich mehrere Vorteile mit sich. Zum ersten ist die Kapazität pro Platter größer, was bei einer identischen Anzahl der Scheiben zu einer höheren Gesamtkapazität führt. Zum zweiten ist die Übertragungsgeschwindigkeit höher.Da die Durchmesser der Scheiben von der Bauform der Festplatte abhängen - im Desktop-Bereich ist die Bauform 3,5 Zoll und mit Einschränkungen auch 2,5 Zoll üblich - passen mehr Daten auf eine Spur wenn deren Dichte höher ist. Bei gleicher Rotationsgeschwindigkeit bewegen sich bei größerer Speicherdichte folglich mehr Daten unter dem Schreib-Lesekopf hindurch, was einer höheren Übertragungsrate entspricht. Das gleiche Prinzip ist auch "Schuld", dass die Übertragungsrate einer Festplatte nicht konstant ist, sondern von innen (kleine Bahnen mit wenig Daten) nach außen (große Bahnen mit entsprechend mehr Daten) zunimmt.

An der Zugriffszeit ändert die höhere Datendichte dagegen praktisch nichts. Zwar liegen die Spuren enger beieinander, weshalb der Kopf von einer Spur zu einer benachbarten einen kürzeren Weg zurücklegen muss, aber da die benutzte Oberfläche eines Platters bei allen Platten der gleichen Bauform in etwa gleich groß ist, ändern sich die Wege in der Praxis kaum. Höchstens bei gut defragmentierten Platten kann sich eine leichte Verbesserung ergeben. Da Messprogramme die (mittlere) Zugriffszeit durch über die gesamte Oberfläche verstreute Zugriffe ermitteln, hat sich in den letzten Jahren hier kaum etwas geändert.

Doch zurück zur Barracuda. Deren Typenbezeichnung ST31500341AS verrät einiges. Die ersten beiden Buchstaben stehen für den Hersteller, gefolgt von einer Zahl, die die Bauform angibt. In diesem Fall "3" für 3,5 Zoll. Die nächsten vier Ziffern geben die Kapazität an - 1500 GByte. Die Kapazitätsangabe ist bei Seagate-Modellen mit weniger als einem Terabyte nur dreistellig. Die anschließende 3 steht für 32 MByte Cache, gefolgt von der Anzahl der Platter. Im Gegensatz zu den meisten 3,5-Zoll-Festplatten und auch anderen Platten der gleichen Baureihe besitzt die neue Barracuda vier Platter, auf die sich die 1,5 TByte verteilen.

Hardware Festplatten: 3,5- und 2,5-Zoll-Festplatten im Test

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Der Preis pro Gigabyte ist von 2007 auf 2008 so stark gefallen, wie noch nie. Selbst ein bislang kostenintensiver RAID-1-Verbund ist deshalb heute billiger als eine einzelne, ebenso große Platte vor ein, zwei Jahren.

Damit reicht Seagate eine relativ geringe Kapazitätssteigerung auf 375 GByte pro Platter, um die neue Rekordplatte zu bauen - vorausgesetzt, alle Platter werden voll ausgereizt. Die beiden, ein Terabyte fassenden Barracudas gibt es mit drei und mit vier Plattern. Deren Kapazität liegt also bei 333 bzw. 250 GByte pro Platter. Die Übertragungsrate vom Medium (also nicht aus dem Cache) müsste bei der neuen 1,5er- Barracuda durch die größere Datendichte rechnerisch rund 12 Prozent höher sein als bei dem Terabyte- Modell mit drei Plattern.

Hersteller/Produktreihe Seagate Barracuda 7200.11 (Testsieger) Samsung SpinPoint F1 Seagate Barracuda 7200.11 Western Digital Caviar SE16 (Caviar Blue) Seagate Barracude 7200.11 Western Digital WD Caviar Green Hitachi Deskstar P7K500
Getestetes Modell ST31500341AS HD103UJ ST3320613AS WD6400AAKS ST3500320AS WD10EACS HDP725050GLA360
ca. Preis (gestestetes Modell) 135 Euro 95 Euro 44 Euro 60 Euro 55 Euro 85 Euro 52 Euro
Info www.seagate.com www.samsunghdd.de www.seagate.com www.wdc.com www.seagate.com www.wdc.com www.hitachigst.com
Gesamtnote (max. 100) 85 84 84 84 83 74 71
Technische Merkamale
Kapazität (angegeben) 1500 Gbyte 1000 Gbyte 320 Gbyte 640 Gbyte 500 Gbyte 1000 Gbyte 500 Gbyte
Kapazität lt. Datenträgerverw. 1397,2 Gbyte 953,87 Gbyte 298,09 Gbyte 596,17 Gbyte 465 Gbyte 953,87 Gbyte 465,76 Gbyte
Umdrehungen pro Minute 7200 7200 7200 7200 7200 5400-7200 Variabel 7200
Interface SATA 3GB/s SATA 3GB/s SATA 3GB/s SATA 3GB/s SATA 3GB/s SATA 3GB/s SATA 3GB/s
Cachegröße (Kbyte) 32768 32768 16384 (320, 500, 750, GB), 32768 (500+ GB) 16384 32768 16384 (250er nur mit 8 Mbyte)
Gemessene Werte
Mittlere Zugriffszeit (ms) 15 13,6 18,1 12,8 12,2 14,8 18,6
Burst Transfer (Mbyte/s) 247 224,7 247,8 226,1 211,3 230,6 232,3
Temperatur oben (°C) 43,2 43,5 38,3 37,9 35,5 38,1 36,6
Temperatur unten (°C) 53,2 53,2 46,33 52,3 48,2 43,7 57,7
Umbegungstemperatur (°C) 27,9 28,9 28,9 28,9 27,7 28,9 28,9

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