Testbericht

Datacolor Spyder 4 Elite im Test: Zuverlässige Kalibrierung

Datacolor bietet mehrere Kalibrierungswerkzeuge mit dem Spyder-4-Messkopf an. ColorFoto hat das Top-Modell Spyder 4 Elite getestet.

Datacolor Spyder4Elite

© Datacolor

Datacolor Spyder4Elite

Ist Farbmanagment ein Thema für Profis? Wer benötigt schon einen kalibrierten Monitor? Die Antwort ist ganz einfach: Jeder, der sicher sein will, dass die Farben, die er oder sie sieht, auch stimmen. Denn eine exakte Farbwiedergabe auf dem Monitor ist ohne Kalibrierung nicht machbar - weder für Profis, noch für Amateure. Deshalb gehört für Fotografen, die ihre Bilder am Rechner nachbearbeiten, ein Kalibrierungswerkzeug genau genommen zur Grundausstattung - zumal dieses heute gar nicht mehr so teuer ist.

Datacolor bietet gleich mehrere Werkzeuge an, wobei der Messkopf Spyder 4 bei allen Varianten mehr oder weniger identisch ist: Er steckt im gleichen Gehäuse, arbeitet mit sieben Filtern und einem Farbsensor. Beim kleinsten Modell Spyder 4 Express zum Preis von 99 Euro fehlt jedoch der Umgebungslichtsensor der Modelle Spyder 4 Pro für 125 Euro und Spyder4 Elite für 175 Euro.

Wir haben uns das Spyder 4 Elite angeschaut. Die Elite-Version kommt mit der umfangreicheren Software und erlaubt eine bessere Helligkeitssteuerung sowie unbegrenzte Farbtemperaturwahl, während der Pro nur auf 5.000, 5.600 und 6.500 Kelvin fixiert werden kann. Zudem erlaubt die Elite-Variante auch die Kalibrierung eines Beamers.

Assistent hilft bei Kalibrierung

Datacolor Spyder4Elite

© ColorFoto

Die Expertenkonsole gibt es nur bei der größten Spyder4-Version. Die Elite-Variante bietet zudem die Anpassung jeder gewünschten Farbtemperatur und kann zur Kalibrierung von Beamern genutzt werden.

Nach der Installation, anschließendem Neustart und Zwangsaktivierung darf man mit der Kalibrierung seines Bildschirmes beginnen. Bei Programmstart öffnet sich ein Assistent, der den Benutzer sicher durch den Prozess führt.

Die Software bietet drei Kalibrierungsmodi: Assistent, Studio Match und eine Expertenkonsole. Ersterer führt den Benutzer in knappen fünf Minuten durch den Kalibrierungsprozess. Mit der zweiten Option bietet Datacolor die Möglichkeit, mehrere Bildschirme aufeinander abzustimmen. Und in der Expertenkonsole zeigt die Software alle verfügbaren Einstellparameter.

Höhen und Tiefen im Test

Neben einem großen Funktionsumfang hat die Software auch kleine Macken: So wurde die Expertenkonsole erst nach Wegklicken einer Fehlermeldung - für die wir keine Abhilfe gefunden haben - angezeigt, funktionierte dann aber tadellos.

Viel schlimmer ist aber, dass in unserem Test auf mehreren Rechnern bei aktiver Umgebungslichtüberwachung die Prozessorlast je nach eingestelltem Zeitintervall kurzzeitig auf teils deutlich über 25 Prozent stieg. Bei potenten Rechnern fällt das kaum ins Gewicht, doch wer sein Notebook kalibriert, bekommt regelmäßig den Lüfter zu hören. Das nervt und geht auf die Akkuleistung, so dass man nur den Tipp geben kann, diese Funktion zu deaktivieren.

Überzeugend ist dagegen das Ergebnis: Die Kalibrierung klappt zuverlässig, die Software zeigt nach der Kalibrierung eine Vorher-Nachher-Ansicht und auch die spätere Überprüfung der Kalibrierung übernimmt das Programm. Bei der Elite-Version kann man die Historie betrachten, so dass man Fehler beziehungsweise die Alterung des Monitors entdeckt.

Fazit

Bevor man in teure Bildbearbeitungsprogramme investiert, sollte man sich eine Kalibrierung gönnen. Einsteiger kommen mit der günstigeren Express-Version klar, auch wenn hier der Assistent für die Kalibrierungserneuerung fehlt. Wer schon Ahnung von der Kalibrierung hat und mit mehreren Monitoren sowie in einem erweiterten Farbraum arbeitet, sollte zur Elite-Version greifen.

Technische Daten

Produkt: Datacolor Spyder4ElitePreis: 175 EuroWebsite: www.datacolor.comLieferumfang: Messkopf, Software, Standfuß mit Stativbefestigung

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