Beamer

Epson EH-TW5200 im Test

Der Epson EH-TW5200 verspricht scharfe Projektionen für 800 Euro. Im Test prüfen wir den Beamer auf Bildqualität, Verarbeitung und Bedienung.

Epson EH-TW520

© Josef Bleier

Epson EH-TW520

Pro

  • Ruhiges, farbsattes Bild
  • Objektiv-Abdeckung
  • JPEG-Diaschau per USB

Contra

  • Fernbedienung unbeleuchtet
  • Zoom sehr klein

Epson stellt mit dem EH-TW5200 ein Testgerät, das traditionelle transmissive LCD-Panels verwendet. Kein Wunder, denn Epson ist der Marktführer als Hersteller dieser Panels, die auch bei vielen anderen Herstellern Einsatz finden. Das bietet in diesem Zusammenhang Vor- und Nachteile.

Bei dem 1-Chip-DLP-Prinzip vieler anderer Testgeräte nutzen die Projektoren einen Texas Instruments Spiegelchip und projizieren die Farben nacheinander mittels einer rotierenden Scheibe, die in Farbfilter segmentiert ist. Das erzeugt eine knackig pixelscharfe Abbildung, hat aber bei Verwendung eines klaren Filtersegments zur Lichtsteigerung seine Grenzen bei der erreichbaren Farbsättigung.

Epson benutzt drei LCD-Panels, die die drei Grundfarben parallel und gleichzeitig erzeugen. Die Folge ist ein farbsattes Bild, das viel ruhiger wirkt. Aber es ist nicht möglich, die drei Panels auf den Bruchteil eines Pixels übereinander deckungsgleich zu bekommen, was unabhängig vom Objektiv einen etwas weicheren Schärfeeindruck hinterlässt. Auch sind die Abstände zwischen den Pixeln größer, man erkennt aus der Nähe klar das Raster. Wer sein Bild etwas "analoger" und ruhiger haben möchte, der liegt hier beim Epson EH-TW5200 richtig.

Epson EH-TW5200

© Josef Bleier

Epsons Fernbedienung ist nicht beleuchtet, aber kontrastreich gestaltet.

Die Menüs des Epson EH-TW5200 erinnern an die größeren Modellgeschwister, sogar das komplette und vorbildlich ausgeführte Farbmanagement ist vorhanden. Was fehlt, ist die Wahl der Gammakurven, die Zwischenbildberechnung und die neuerlich recht ausgefuchste Bildnachschärfung. Das machte in der Praxis aber wenig, denn der Epson EH-TW5200 zeigte im Testkino recht brav, was der Blu-ray-Player und Testbildgenerator lieferten. Als einziger im Test zeigte er beispielsweise schon mit den Voreinstellungen aus der Packung keine Übersteuerungen oder übersättigte Werte.

Ungewöhnlich am Epson EH-TW5200 ist die Kombination aus vier Hebeln am Objektiv. Da gibt es die zwei üblichen Rändel, angenehmer Weise mit Hebelchen, zur Justage des Fokus und des leider recht kleinen Zoombereichs. Davor gibt es einen simplen Schieber für die Objektiv-abdeckung. Die dient zum einen als Staubschutz, aber auch dazu, das Bild beispielsweise bei Präsentationen abzudecken, ohne dass man dafür den Projektor kurzfristig abschalten müsste, was die Lampe rapide altern ließe. Der zweite Schieberegler kontrolliert die horizontale elektronische Trapezkorrektur zur Entzerrung des Bilds bei seitlich versetzter Projektion. Praktisch, falls notwendig.

Zwei Funktionen gefielen im Menü besonders: Zum einen kann man die recht helle Power-Kontroll-LED abschalten, falls die stört. Zum anderen ist ein JPEG-Foto-Betrachter integriert. Einfach Memorystick, Festplatte oder SD-Kartenleser in die USB-Buchse stöpseln, fertig. Die Fotonavigation ging auch bei großen Dateien flott. Sehr praktisch.

Alles in allem betrachtet, zeigte der Epson EH-TW5200 ein ruhiges, eher weiches, aber farbsattes Bild, ohne dabei zu übertreiben, wenn die Tester BD, DVD oder TV-Bilder laufen ließen. Das Objektiv bildete den größten Teil des Bildes knackscharf ab, nur die entferntesten Ecken ließen im Fokus ein wenig nach. Auch die Chromatische Aberation zeigte sich nur gering mit leichten roten Säumen am äußeren Bildrand. Der integrierte Lautsprecher taugt sicher für Sprache oder lustige You-tube-Videos, zum Genießen eines Spielfilms reicht der Mono-Breitbänder eher nicht, auch wenn zwei Cinch-eingänge mehr suggerieren.

Epson EH-TW5200

© Josef Bleier

Epson bietet einen manuellen Schieber als Objektiv-Staubschutz und einen Regler für den horizontalen Trapezausgleich.

Fazit

Epson baut mit dem EH-TW5200 einen ganz angenehm ausbalancierten Allrounder, der vor allem für DLP-Regenbogen-empfindliche Augen eine Erholung ist. Praktisch: Er kann von USB JPEG-Bilder direkt anzeigen. Sogar die Verarbeitung wirkt gut.

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