Surround-Set

Elac FS 500 7.2.6 im Test

Mit einem 7.2.6-Set der Superlative will der norddeutsche Hersteller Elac die Limits der Raumwiedergabe neu definieren. Wir durften dem Dream-Team Elac FS 500 im Hörraum lauschen. Eine Offenbarung, die auch Zweikanal-Freaks vom Glauben abfallen lässt und Surround-Fans zu 3D-Junkies macht.

  1. Elac FS 500 7.2.6 im Test
  2. Primus und Sound
Elac FS 500 7.2.6

© Elac

Surround-Set Elac FS 500 7.2.6

Pro

  • überragende Impulsivität, Neutralität, Breitbandigkeit, Weiträumigkeit und Sauberkeit
  • Dolby Atmos
  • automatische Einmessung per Smartphone-App

Contra

  • hoher Preis
95,5%

Kürzlich gab es im hohen Norden etwas Neues zu vermelden: Nach 33 Jahren an der Spitze eines der traditionsreichsten deutschen HiFi-Herstellern übergab der 70-jährige Wolfgang John die Geschäftsleitung an den 20 Jahre jüngeren UE-Spezialisten Gunter Kürten. Der gelernte Audioingenieur lenkte zuletzt die Geschicke bei den Ablegern internationaler AV-Unternehmen von Denon und LG. Und der Neue an der Spitze fackelt nicht lange. Auf der High End Messe im Münchner M.O.C. möchte Elac eine Lanze fürs Heimkino brechen und sich mit einem 3D-Sound-System der Superlative an die Spitze eines neuen Trends setzen. Dazu mussten die Entwickler des innovativen Kieler Unternehmens nicht einmal Überstunden schieben. Um mit einem überaus edlen 7.2.6-System den Aufstieg von Dolby Atmos zu zelebrieren, genügte der Griff in die eigenen Regale. Die Norddeutschen mussten lediglich ihre am oberen Ende ihres Lautsprecherprogramms angesiedelte Linie 500 mit dem imposanten SUB 2070 in doppelter Ausführung sowie sechs On-Wall-Lautsprechern vom Typ WS 1645 kombinieren. Fertig war das Multi-Kanal-Sound-System der Superlative.

Zwei Dream-Teams

Uns machte die in die Redaktion durchgesickerte Information dermaßen Laune, dass wir keinesfalls bis zur Messe abwarten wollten. Wir setzten alles daran, das Dream-Team bereits vorab im Hörraum auf Hertz und Nieren zu prüfen. Und wir hatten Erfolg. Die Nordlichter vertrauten uns vor der Messe das gesamte 7.2.6-Ensemble zum Preis eines voll ausgestatteten Mittelklassewagens an. Das bedeutete Überstunden beziehungsweise Extra-Einsatz für die Kollegen von der Poststelle. Zudem mussten wir gemeinsam eine Lösung finden, um die sechs flach ausgeführten 2-Wege-Boxen für die Höhenkanäle unter der Decke des Hörraums aufzuhängen. Mit vereinten Kräften und einigen kreativen Eingebungen meisterten wir schließlich die Mammutaufgabe und brachten das mit Abstand aufwendigste System in unserem Heimkino unter, das jemals der Redaktion zum Test zur Verfügung stand. Dass wir dabei feuchte Hände bekamen, lag nicht nur am hohen Gewicht - die beiden Frontboxen bringen allein rund 115 Kilo auf die Waage -, sondern auch am perfekt ausgeführten schwarzen Hochglanz-Finish, das keine Kratzer abkriegen sollte.

Glänzende Ansichten

Während es die Frontsäulen FS 509 VX-Jet, die FS 507 VX-Jet für die Surround- und Surround-Back-Kanäle und den Center CC 501 VX-Jet neben Schwarz auch in Nussbaum oder Tobacco-Hochglanz zu kaufen gibt, bietet Elac die WS 1645 für die Höhen-kanäle nur in Weiß Seidenmatt an. Den aktiven Subwoofer SUB 2070 gibt es in schwarzem oder weißem Hochglanzlack. Es scheint, zumindest was die Farbgebung des Sets betrifft, könnte Elac unter dem Aspekt des sukzessive an Bedeutung gewinnenden Dolby-Atmos-Verfahrens für 3D-Klang-Systeme noch etwas Entwicklungsarbeit betreiben. Ansonsten zeigten sich die bereits erfolgreich in den Markt eingeführten Produkte in ihrer neuen Zusammenstellung auf dem aktuellen Stand der Technik - wenn nicht sogar ein Stück voraus. Das gilt gleichermaßen für die mechanischen Komponenten sämt- licher Lautsprecher als auch für die Elektronik des Subwoofers.

Smarter Subwoofer

Gerade Letzterer hat es in sich. Der SUB 2070 ist eigentlich ein smarter App-Woofer, der sich mit einem für iOS im iTunes Store und für Android bei Google Play kostenlos erhältlichen kleinen Programm steuern lässt. Deshalb finden sich auf der Rückseite neben dem Netzschalter nur die Anschlüsse für die Cinch- oder Lautsprecher-Ausgänge des Receivers sowie eine Buchse für den optionalen Elac-eigenen Wireless-Adapter. Damit lässt sich der Subwoofer drahtlos mit der Surround-Anlage verbinden.

Aparte App

Mit der App hat das Ganze allerdings nichts zu tun. Die erfordert außer einem kompatiblen Smartphone (zum Beispiel die nach dem iPhone 4S herausgebrachten Apple-Handys) und der kostenlosen App "Sub Control" kein weiteres Zubehör. Die Verbindung wird über Bluetooth Low Energy (BLE) hergestellt. Dann kann der Besitzer eine ganze Reihe nützlicher Operationen ganz bequem am Smartphone oder Tablet vornehmen. Etwa den Subwoofer mit einem parametrischen Equalizer zielgenau an den Raum anpassen, um stehende Wellen zu vermeiden. Doch es geht noch viel bequemer. Mit der App kann man sogar eine automatische Einmessung starten. Das Messsignal streamt dabei das Smartphone via Bluetooth zum Subwoofer. Besonders clever: Die Prozedur nutzt das integrierte Freisprechmikrofon des Smartphones zur Erfassung des Frequenzgangs. Viel besser und viel intelligenter kann man einen Subwoofer kaum machen. Umso erfreulicher, dass solche Innovationen nicht von Übersee, sondern von der Nordseeküste kommen. Darüber hinaus lassen sich mit der Elac-App noch nützliche Dinge wie die obere Grenzfrequenz des Tiefpassfilters oder die Phase des Subwoofers an die Lautsprecher anpassen. Theoretisch könnte der SUB 2070 sogar das Bass-Mamangement für die drei vorderen Kanäle des AV-Systems übernehmen. Er hat auch nicht nur zwei Lautsprecher-Eingänge, sondern drei, um auch den Center-Kanal parallel zu den entsprechenden Boxen an den Leistungsverstärker-Ausgang anzuschließen.

Die restliche Elektronik muss sich auch nicht im Gehäuse des 32 Kilo schweren Woofers mit seinen Rücken an Rücken montierten XXL-Bässen verstecken. Ihnen stehen 600 Watt Sinus aus einer BASH-Endstufe zur Verfügung. Hinter dem Namen verbirgt sich ein Class-AB-Amp, der von einem energieeffizienten Digital-Verstärker angesteuert wird. Dadurch ergibt sich eine mit Class-D-Verstärkern vergleichbare Ökobilanz bei deutlich weniger hochfrequenten Störgeräuschen.

 

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