Testbericht

Edel-Boxen Heco "The Statement" im Test

Mit den Heco "The Statement" betreten wahrlich große Speaker die Bühne. Aber imponieren sie allein durch Masse oder bestechen sie auch durch hohe Musikalität?

Test High-End: Lautsprecher

© Archiv

Edles Boxenpaar für das Zuhause: Heco "The Statement"

Stramme 45 Kilo bringt einer dieser gewaltigen Speaker auf die Waage - der Titel "The Statement" kommt also nicht von ungefähr. Wollten wir von Masse und Hubraum sprechen - davon bieten die Lautsprechermonumente reichlich - würde das jedoch viel zu kurz greifen. Denn in die Statements packten die pfiffigen Heco-Köpfe Shandro Fischer und Entwicklungsleiter Michael Groß so ziemlich alles, was fein und obendrein noch ausgefallen ist. So ausgefallen, dass beide nach der einen oder anderen Zutat weltweit suchten.Besonders ist ebenfalls, dass die Heco-Topmodelle für ihren großen Auftritt auf das Beste aus verschiedenen Welten setzen. So schwören Fischer und Groß für die beiden 20-Zentimeter-Bässe auf eine ultrasteife Papiermembran. Respektable Antriebe bringen die Membranen über eine 32-Millimeter- Schwingspule in Trab. Und das tun sie kraftvoll und kontrolliert. Die Pauken in Rachmaninoffs Sinfonischen Tänzen (Vladimir Ashkenazy/Decca) grollten schwarz und schon mit geringsten Lautstärken vernehmlich drückend in den Hörraum.

Die Statements füllen spielend größere Räume mit Musik. Für den Mitteltöner griffen die Entwickler auf ganz besondere Zutaten zurück. Denn der kommt nicht nur mit einer Papiermembran daher, die zur Dämpfung noch mit Wollfasern versehen ist, sondern auch mit einem Antriebssystem, das in früheren Jahren gerne wegen seiner hervorragenden elektrischen Eigenschaften benutzt wurde: ein ALNiCo-Magnet (Aluminium, Nickel, Cobalt).Da die Materialien entsprechend teuer ausfallen, zudem nicht allzu leicht zu beherrschen sind, finden ALNiCo-Antriebe heute fast ausschließlich in so exotischen wie kostspieligen Hornlautsprechern Verwendung. Das Material als solches bietet jedoch eine enorme Feldstärke und ist gegenüber großen Temperaturschwankungen, wie sie in Schwingsystemen an der Tagesordnung sind, nahezu resistent - die elektrischen Werte ändern sich in einem breiten Temperaturspektrum nur gering. Beste Voraussetzungen für eine pieksaubere Wiedergabe vom Grundton bis zu den oberen Mitten, dem Bereichen, in dem unser Gehör besonders sensibel auf Ungenauigkeiten reagiert.

Test High-End: Lautsprecher

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Auffällige Besonderheiten des Mitteltöners sind die mehrfach gefaltete Rillenprofilsicke und der flache Papierkonus.

Top-Sopran Elly Ameling erobert ihr Publikum in Solveigs Lied (Peer Gynt/ Philips) im Sturm - in einer Live-Darbietung. Über Lautsprecher jedoch tönt die zierliche Dame häufig kehlig rau, dann einen Moment darauf verstopft, dicklich. Das hat so gar nichts mit den Talenten der Künstlerin zu tun. Die Hecos ließen keinen Augenblick Zweifel an den Fähigkeiten der Ameling, so rein und fantastisch emotional setzten sie ihren Gesang in Szene. Ihr hierin Paroli zu bieten, fiel selbst den hervorragenden Audio Physic Scorpio schwer. Hier etwas mehr Stringenz, als würde Altmeister Karajan den Takt vorgeben, dort aufseiten der Heco mehr Samt und Seide.

Test High-End: Lautsprecher

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Der Frequenzgang zeigt, ob ein Lautsprecher Töne über das Hörspektrum von 20 Hertz bis 20 kHz gleich laut wiedergeben kann. Im Idealfall verläuft der Messschrieb weitgehend waagerecht.

Bravourös modellierten die Statements die zuerst sanft sirrenden Streicher, die sogleich in ein anmutig wippendes, dann tragendes Auf- und Abschwellen münden, in den Raum. Dabei gewährten die Boxen den Streichern gebührenden Abstand zu Ameling, drifteten nicht in einen gleichförmigen Klangdickicht ab. Selbst in komplexen Situationen tönten Höhen unangestrengt, duftig elegant und leuchteten freudig. Ein Verdienst, das mit auf das Konto des modernen Hochtöners geht. Denn für die Wiedergabe hoher und höchster Frequenzen vertrauen Fischer und Groß auf modernste Nano-Technik.

Die Gewebemembran des Tweeters wird mit einer Lage dieser winzigsten Partikel versehen. Diese lagern sich zwischen den Gewebefasern ein und versteifen selbige derart, dass der Töner bis nahezu 40 Kilohertz linear arbeitet. Das untermauern auch die Messungen im Video-HomeVision-Labor, die den Lautsprechern eine enorme Bandbreite attestieren. Im Bass reichen sie bis zu rabenschwarzen 29 Hertz (-3 dB) hinab - ein wahres Statement in dieser Klasse. Kein Wunder, dass die Speaker mit "In The Hall Of The Mountain King" plötzlich Urgewalten entfesselten. Grob-wie feindynamisch härteste Kost selbst für Lautsprecher der Topklasse. Doch via Heco war da nichts als reine Spielfreude.

Testprofil

HecoThe Statement
www.heco-audio.de
4.000 Euro

Lautsprecher Stereo

Weitere Details

84 Prozent

Testurteil
sehr gut
Preis/Leistung
sehr gut

Und das auch wenn die Boxen mal nicht von den Verstärkerreferenzen Pre G 2 und MAX von Audionet, sondern von dem vergleichsweise günstigen Röhrenamp Magnat RV 1 angesteuert wurden. Sicher verlor das Spiel in dieser Kombi ein wenig an Kontrolle - nichts aber von der famosen Musikalität.

Fazit

Wahrhaft Großes hat Heco da auf die Beine respektive auf Spikes gestellt. Die "The Statement" spielen grandios und dabei allürenlos, sogar preiswerte Amps entlocken ihnen betörende Klänge, denen man sich schlicht und ergreifend nicht entziehen kann und - viel wichtiger - will.

Bildergalerie

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Edles Boxenpaar für das Zuhause: Heco "The Statement"

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