Testbericht

DTP-Programm: Auf Montage

Wer professionell Zeitschriften layoutet oder Bücher setzt, verwendet ein Desktop- Publishing-Programm. Marktführer ist seit mehreren Jahren QuarkXPress. Die neue Version 6.5 zeichnet sich durch die von XPress 4.1 oder 3.32 gewohnte Stabilität und weitgehende Fehlerfreiheit aus. Anders als in XPress 6.1 ließen sich im Test mit QuarkXPress 5.01 auf dem Macintosh erstellte Dokumente auch dann in 6.5 öffnen und ohne nennenswerte Umbruchprobleme weiterbearbeiten, wenn ursprünglich mit Fontographer 9.2 gearbeitet wurde.

DTP-Programm: Auf Montage

© Testlabor Printredaktionen

DTP-Programm: Auf Montage

von Peter Knoll
von Peter Knoll Trotz des erweiterten Funktionsumfangs ist es XPress gelungen, die schon zuvor überzeugende Performance zu optimieren: Nach einer gegenüber XPress 5.01 einen Tick längeren "Bedenkzeit" beim Öffnen eines Dokuments reagierte XPress 6.5 selbst bei großen Buchkapiteln mit Dutzenden von platzierten Grafiken praktisch verzögerungsfrei. Ausnahme: Farbkorrekturen und Filtereinsatz bei platzierten Bildern.

Quark bleibt Quark

Wer schon mit früheren XPress-Versionen gearbeitet hat, kann sich ohne Einarbeitungszeit an den Umstieg begeben: Der Setzer findet die bekannte Oberfläche wieder. In dieser Hinsicht unterscheidet sich die Quark-Philosophie angenehm von der der Mitbewerber, die dem Anwender mit jeder neuen Version eine längere Umgewöhnung zumuten. Die Quark-Oberfläche wirkt zwar auf den ersten Blick etwas antiquiert - moderne Entwicklungen wie andockbare Fenster sind an XPress spurlos vorbei gegangen. Auch die zunächst teilweise gewöhnungsbedürftigen Tastenkürzel wie [Strg-k] zum Löschen eines Objekts sind gleich geblieben. Dennoch ist XPress funktional: Dem Anwender steht ein großer Teil der Oberfläche für die elektronische Seitenmontage zur Verfügung. Viel Zeit spart die Möglichkeit, den Funktionstasten wie [F2] Absatz- und Zeichenformate zuzuweisen, auf Wunsch auch zusammen mit der [Strg]- oder [Alt]-Taste.

Bildbearbeitung integriert

Die auffälligste Neuerung in XPress 6.5: Es bietet erstmals mit Vista ein Modul für einfache Bildbearbeitungskorrekturen. Sie stehen über das Kontextmenü nach einem Klick mit der rechten Maustaste auf das platzierte Bild unter Bildeffekte zur Verfügung. Beispielsweise lässt sich dadurch der Kontrast platzierter Bilder anheben oder einzelne Farben korrigieren. Auch für Filter wie den Gaußschen Weichzeichner oder eine Unscharfe Maske ist eine eigene Bildbearbeitung nicht mehr zwingend erforderlich. Darüber hinaus bietet XPress 6.5 vor allem sinnvolle Detailverbesserungen, darunter die Option, Gruppierungen in Tabellen vorzunehmen. Praktisch ist die Option, Einstellungen für Anschnitte und verknüpfte Bilder mit Hilfe von XTensions Software in Druckstilen einzustellen. Nicht integriert ist in der Windows-Version bisher das Zusatzprogramm QuarkXClusive, das sich zum Automatisieren wiederkehrender Arbeitsabläufe anbietet.

Ärgerlich: XPress unterstützt Doppelbyte- Schriftarten, ein gängiges Schriftartenformat für asiatische Sprachen, nicht vollständig. Das soll sich nach Auskunft von Quark erst in Version 7 ändern. Die PostScript-Druckausgabe stimmt manchmal nicht mit den eingestellten Eigenschaften des Druckers überein. Erfreulich: Das Upgrade von Version 6 ist für registrierte Anwender kostenlos.

Mit QuarkXPress 6.5 hat der Marktführer erstmals nach der Verlagerung seiner Programmierung nach Indien wieder Tritt gefasst. Die Änderungen sind nicht gerade revolutionär, aber sinnvoll und steigern die ohnehin schon hohe Produktivität. Dadurch gewinnt QuarkXPress als erstklassiges Produktionswerkzeug - der Umstieg von Version 5 lohnt sich uneingeschränkt.

Preis: 1599,- Euro Gesamtwertung: sehr gut Preis/Leistung: gut

http://euro.quark.com/de

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