Testbericht

Dockingstationen für den iPod im Vergleichstest

Der iPod ist eine Art Barbiepuppe für Männer: Rund um ihn boomt wenige Jahre nach der Markteinführung eine Zubehörindustrie, die weltweit unzählige, teils sehr kreative Lautsprecher-Docks anbietet. Wer rockt besonders?

Vergleichstest: Dockingstationen

© Stefan Schickedanz

Vergleichstest: Dockingstationen

Der iPod ist eine Art Barbiepuppe für Männer: Rund um ihn boomt wenige Jahre nach der Markteinführung eine Zubehörindustrie, die weltweit unzählige, teils sehr kreative Lautsprecher-Docks anbietet. Wer rockt besonders?

Sehr interessante Idee. Man nehme einen iPod und kreuze ihn mit Röhrentechnik, die für ihre als "musikalisch" erachtete Klirrverteilung mit deutlichen, aber gleichmäßig abfallenden Oberwellen bekannt ist. Ob das der komprimierten Musik ähnlich einem Aphex Aural Exiter im Tonstudio durch künstliche Oberwellen zu mehr Glanz verhilft? Auf jeden Fall verhilft der Bernstein ITR 10 dem iPod zu einem Radioteil, falls einem die eigenen Playlists einmal zu langweilig werden sollten.

Vergleichstest: Dockingstationen

© Stefan Schickedanz

Bernstein ITR 10

Bis auf den wegen seiner Übersetzung schwer laufenden Plastik-Abstimmregler seines Stereo-Tuners, bietet das sehr gut verarbeitete Bernstein ohnehin Unterhaltung wie kaum ein anderes Dock: Mit ihm kann der Besitzer gleich zweimal in die Röhre schauen. Einmal durch zwei kleine Fenster, die den Blick auf die rot-glimmenden Kolben der Ausgangsstufe freigeben. Und einmal dank der rückseitigen S- Video-Buchse, die Bilder geeigneter iPods an den Fernseher ausgibt.

Auf der Frontseite stellt das stattliche Gerät einen Line-Eingang und eine Kopfhörerbuchse bereit. Für ausgemachte Ökos dürfte der Bernstein etwa so vernünftig wirken wie ein Porsche Cayenne Turbo: Er will seine archaischen Röhrenausgangstufen erst mal richtig durchwärmen, bevor er kraftvoll zupacken kann. Kalt verzerrte er einige Minuten sanft aber vernehmlich bereits bei verhältnismäßig moderaten Pegeln.

Produktdaten

Docking around the world

\n BernsteinITR 10
bernstein-audio.de
500 Euro

Dockingstation

Weitere Details

90 Prozent

Konzept
Stereo-Radio mit integreirter iPod-Dockingstation und Röhrentechnik

Testurteil
überragend
Preisurteil
überragend

Doch wehe, wenn er aufgewärmt ist: Dann lässt das Nostalgieradio mit seinem futuristischem iPod- Dock selbst gestandenen High-Endern bisweilen wohlige Schauer den Rücken herunterlaufen.

Er klang klar, körperhaft und verlieh Stimmen mehr Ausdruck als die meisten Transistor-Kollegen, dank eines vorbildlichen Differenzierungsvermögens. Klangvolumen im Sinne von authentischem Grundtonbereich geht dem Konzept mit den recht tief im großen, kastenförmigen Gehäuse eingebauten Breitbändern über jene Art von ätherischer Luftigkeit, mit der zum Beispiel der JBL Töne frei, aber im Vergleich wabernd undifferenziert in den Raum stellt.

Best of Bose Worlds

Wer hat's erfunden? Bose reklamiert den Begriff Sounddock für sich, auch wenn der geschützte Name inzwischen wie Uhu, Tempo oder Tesafilm für eine Gattung steht. Mit dem Sounddock schuf Bose einen Klassiker des neuen Jahrtausends und wies vielen Nachahmern den Weg zu einem riesigen Markt, der manchen Traditions-Unternehmen einen zweiten Frühling bescherte.

Vergleichstest: Dockingstationen

© Stefan Schickedanz

Bose Wave Radio mit Dock

Natürlich sieht die externe Docking-Erweiterung für das Wave Radio nicht so schick aus wie das Sounddock aus dem gleichen Hausund kann auch nicht mit der gleichen Flexibilität aufwarten - schon gar nicht mit der des tragbaren Sounddocks. Doch es bringt mit seinem Waveguide Horn im Inneren des größeren Gehäuses einfach die besseren Voraussetzungen für satten Sound mit. Dazu kommt die Möglichkeit zur Integration in ein ausgeklügeltes Multi-Room-System von Bose. Zugegeben, die Handhabung lässt sich nicht ganz mit den besten iPod-Spezialisten vergleichen, aber der satte Klang entschädigt für alles.

Die beiden Breitband-Chassis erzeugten einen farbstarken, sehr körperhaften Klang. Die Stereobasis wirkte konzeptbedingt kompakter als etwa über den Zeppelin, aber die innere Dynamik von Gesangstimmen war eine Klasse für sich. Zudem konnte das Bose in der Lautstärke richtig Dampf machen und lag auch hier in der Spitzengruppe. Fordernde Stimmen wie Elvis Costello oder Tori Amos bereiteten nachhaltig Freude. Und selbst abgeschaltet sorgt das Bose Wave Radio noch für mehr Spaß als die meisten Mitbewerber: Auf seinem von weitem ablesbaren Frontdisplay - in dieser Gattung keine Selbstverständlichkeit - erscheint dann eine Digital-Uhr.

Produktdaten

Docking around the world

\n BoseWave Radio mit Dock
bose.de
500 + 150 Euro

Dockingstation

Weitere Details

90 Prozent

Konzept
UKW-Stereo-Radio mit externer Dockingstation.

Testurteil
überragend
Preisurteil
sehr gut

Mad Zeppelin

Wer einmal im Leben Zeppelin geflogen ist, sieht die Welt mit anderen Augen. Und wer einmal den Zeppelin von B&W gesehen, gehört und mit seiner exzellenten Verarbeitung ertastet hat, der sieht den iPod mit anderen Augen. Spätestens mit diesem kühnen Dreiwege-Sound-System müssen selbst die ärgsten Zweifler erkennen, dass Apples Geniestreich sich im HiFi-Bereich etabliert hat. Die Bedienung setzten die Engländer konsequent um. Am Zeppelin gibt es keine Lautstärkereglungen, die gegeneinander arbeiten.

Vergleichstest: Dockingstationen

© Stefan Schickedanz

B & W Zeppelin

Ob Sie den Regler am iPod oder die zentral am Zeppelin beziehungsweise auf der Fernbedienung angebrachten Tasten verweden, spielt keine Rolle, die beiden sind perfekt miteinander vernetzt. Außerdem können Foto- und VideoiPods über die Rückseite des Soundsystems Bilder via Composite-oder S-Video-Buchsen ausgeben. Ebenso konsequent gelang die akustische Auslegung mit den Kalotten- Hochtönern an beiden Enden der Designer-Zigarre. Hier können sie frei abstrahlen und erzeugen ein weiträumiges Klangbild. An der Wand fühlt sich der Zeppelin nicht so wohl, denn dort neigt der Bass dazu, etwas dick aufzutragen. Auf jeden Fall klingt das System sehr erwachsen und körperhaft - keine Spur von schrillen Tönen oder Gequäke. Damit torpediert B&W MP3-Hasser.

Produktdaten

Docking around the world

\n B & WZeppelin
bowers-wilkins.de
600 Euro

Dockingstation

Weitere Details

90 Prozent

Konzept

Testurteil
überragend
Preisurteil
sehr gut

The wheel Thing

Dieses Design polarisiert. Der Betrachter assoziiert damit einen Reifen oder ein Tragekörbchen für den kleinen Freund. Doch selbst trendbewusste Design-Fans würden der kühnen Konstruktion nicht unbedingt satten Klang zutrauen. Dann der erste Eindruck: "Wow, das gibt's doch gar nicht!" Das Radial Micro kann nicht nur mühelos laut spielen, sondern liefert das, was man von einer derart luftig wirkenden Konstruktion am wenigsten erwartet: richtig voluminöse Bässe. Was weniger überraschte, war jene Luftigkeit im recht weiträumigen Klangbild, das sich mit Leichtigkeit vom Lautsprecher löste und frei im Raum stand, auch wenn die Stereo-Basis im Vergleich zum Zeppelin schmäler wirkte.

Vergleichstest: Dockingstationen

© Stefan Schickedanz

JBL Radial Micro iPod

Stimmen erschienen relativ unverfärbt, aber schlank und nicht so differenziert und farbenfroh wie etwa über Zeppelin, Bose und Bernstein, die allerdings deutlich mehr kosten. Wer es jedoch mit seinem iPod im Dock richtig rocken lassen will, liegt mit der Sound-Skulptur genau richtig. Michelin-Männchen dürften trotz der knappen Ausstattung auf den heißen Reifen genauso abfahren wie Raver und Rocker.

Produktdaten

Docking around the world

\n JBLRadial Micro iPod
bowers-wilkins.de
150 Euro

Dockingstation

Weitere Details

80 Prozent

Konzept
Stereo-Lautsprechersystem mit integriertem iPod-Dock

Testurteil
sehr gut
Preisurteil
überragend

Bildergalerie

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Galerie
Docking around the world

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