Ratgeber: SSD

Der große SSD-Speicher-Test

SSDs sind super-schnell, keine Frage. Aber auch bei Solid States gibt es noch einmal Geschwindigkeitsunterschiede, den Controllern sei Dank. Wir testen für Sie SandForce- und Marvell-Controller.

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Der große SSD-Speicher Test

Zwei exquisite SSDs treten in diesem Duell gegeneinander an. Das derzeitige Top-Modell ADATA XPG SX910, wird herausgefordert von der brandneuen Plextor M5 Pro, die ab etwa Mitte September zu haben sein wird. Auf den ersten Blick ähneln sich die Duellanten einander sehr. Beide SSDs haben eine Kapazität von 256 GByte, beide kosten um die 260 Euro und die Herstellerangaben bezüglich der Lesegeschwindigkeit liegen auf etwa gleich hohem Niveau - bei 540 bzw. 550 MByte/s.

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Übrigens, "XPG" steht bei ADATA für "extreme performance gear", das wohl so viel bedeuten soll wie "außergewöhnliche Leistung". Angetrieben wird die ADATA vom aktuellen SandForce-SF-2281-Controller, der auch in sehr vielen anderen Solide-State-Disks zum Einsatz kommt.

In der neuen M5 Pro von Plextor arbeitet ein 88SS9187-Controller von Marvell. Marvell bedient zwar nicht so viele SSD-Hersteller mit ihren Controllern wie SandForce. Das muss aber nicht bedeuten, dass diese schlechtere Arbeit machen. Beim Controller kommt es nicht nur auf maximale Transferraten an. Er ist auch für schnellen Zugriff und andere Aufgaben zuständig.

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Bis auf die Kabel ist bei Plextor alles Nötige dabei, sogar Acronis True Image.

Aufgaben des Controllers

Der Controller hat die Herrschaft über alle Daten. Er nimmt Anfragen des Betriebssystems entgegen und veranlasst den Zugriff auf entsprechende Datenblöcke. Bei der Datenrate spielt natürlich auch die Qualität und Geschwindigkeit des verwendeten Speichers eine Rolle. Grundsätzlich lässt sich aber festhalten: Je schneller Anfragen abgearbeitet werden, desto flotter läuft auch der Datentransfer. Bei SSDs kommt insbesondere auch noch dem Speichermanagement eine wichtige Rolle zu, diese ist zudem von der Qualität der programmierten Firmware abhängig.

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Bei SSDs können Daten, so wie bei HDDs, nicht einfach überschrieben werden. Der Löschvorgang ist vielmehr eine komplexere Angelegenheit. Daten können nur in so genannten Blöcken gelöscht werden. Ein Block besteht entweder aus 128 so genannten "Pages" mit je 4 KiB, also 512 KiB, oder aus 256 Pages mit je 8 KiB, also 2 MiB. Diese Löschvorgänge nennt man PE-Zyklen (programm erase). Die Speicherzellen werden dabei - auf ziemlich rabiate Weise - komplett mit Elektronen geflutet. Leider führt jeder PE-Zyklus zur Abnutzung der "Tunnel Oxyde", ein Material, das für die Ladungserhaltung verantwortlich ist.

Eine einzelne Speicherzelle einer Consumer-SSD erlaubt heute etwa 300 PE-Zyklen, bevor sie nicht mehr mit neuen Informationen beschrieben werden kann. Deshalb fallen dem Controller auch so wichtige Aufgaben zu wie das gleichmäßige Beschreiben der Speicher (Wear Levelling). In punkto Lebensdauer muss ein SSD-Controller also für einen perfekten Ausgleich sorgen: Die Schreibgeschwindigkeit ist nur dann hoch, wenn leere Speicherblöcke vorhanden sind. Da die Löschvorgänge allerdings begrenzt sind, sollten halbvolle Blöcke möglichst nicht gelöscht werden.

Leistungsdaten und Laborwerte

Die XPG SX910 erzielt enorm hohe maximale Transferraten. Die maximale Leserate von 554 MByte/s ist äußerst beeindruckend und gleiches gilt auch für die maximal erreichte Schreibrate von über 500 MByte/s. Vor allem bei der maximalen Schreibrate zieht die Plextor M5 Pro den kürzeren Halm, denn sie kommt nur auf knapp 453 MByte/s. Das Geheimnis der SX910 liegt im SandForce-Controller. Dieser ist in der Lage, Daten zu komprimieren, bevor sie versendet werden.

Dieser Vorteil kommt allerdings erst bei Dateien voll zur Geltung, die wenigstens ein MByte groß sind. Je kleiner die zu transportierenden Daten sind, desto weniger effektiv ist das Komprimieren. Bei 1 KByte großen Daten beispielsweise erreicht die Plextor M5 Pro satte 52,9 MByte/s, die XPG SX910 knickt mit lediglich 32,3 MByte/s gewaltig ein. Dass Daten, die bereits komprimiert vorliegen, vom SandForce-Controller entsprechend langsamer bewegt werden, versteht sich.

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Dass der Trick mit der Komprimierung sich nicht für alle Anforderungen auszahlt, wird auch beim sequenziellen Datentransfer deutlich. Wenn der Controller Daten kontinuierlich in den Flashspeicher schreibt, dann erreicht die Adata in unserem Labor knapp 300 MByte/s. Die Plextor ist mit 401 MByte/s deutlich schneller. Für Projektarbeit mit Videodateien, die anschließend gerendert werden, wäre die Plextor damit schon besser geeignet. Wer beispielsweise häufig Fotos bearbeitet und in eine Software lädt, der hat mit Adata leichte Vorteile.

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Rahmen und Schrauben sind im Paket der Adata - Acronis gibt es als Download mit Code.

Gewaltig ist allerdings der Unterschied bei den IOPS (input-output operations per second). Wir messen die IOPS für verschiedene Dateigrößen. Es zeigt sich ein ähnliches Bild wie bei den Schreib- und Leseraten für diverse Dateigrößen. Je kleiner die Daten werden, desto deutlicher sind die Unterschiede zwischen der Plextor mit Marvell-Controller und der Adata mit SandForce-Controller. Bei 512 Byte großen Dateien schlägt die Plextor die Adate geradezu vernichtend. Ihre enorm schnelle Speicherzugriffszeit kommt ihr hier auch zu Gute.

Fazit

Beide Produkte gleichen sich in Preis, Speichergröße und Ausstattung sehr - und doch ist der Unterschied erheblich. Die Plextor mit Marvell-Controller eignet sich mit ihrer rasanten Zugriffszeit und den schnellen Transferraten bei kleineren Dateien bestens als System-Platte. Die Adata mit ihren Spitzenleistungen bei maximalen Transferraten ist dagegen eher was für Fotografen, die viel Bildbearbeitung zu erledigen haben.

Download: Tabelle

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