5.1-Surround-Set

Dali-Epicon-Set im Test

Als Dalis Top-Lautsprecher Megaline vor 25 Jahren die ersten Hörräume beschallte, staunte die Fachwelt nicht schlecht. Nun ist es wieder einmal so weit: Dalis neue Referenz-Serie Epicon lässt von sich hören.

Dali Epicon-Set

© Josef Bleier, Stefan Rudnick, Hersteller

Dali Epicon-Set

Pro

  • selbstverständliche Spielart
  • fein auflösend

Contra

  • horizontale Richtwirkung des Centers

Sie meinen, es gibt bei Lautsprechern nichts zu verbessern, nur weil viele Jahre nichts Bahnbrechendes passiert ist? Da liegen Sie falsch. Die möglichen Verbesserungen schlummern im Detail. Und einige hat die Firma DALI aufgespürt. Die Dänen haben sich viel Zeit gelassen und lange herumgetüftelt. Man wollte nicht nur eine MK2-Version bestehender Produkte auf den Markt werfen, sondern gleich mit einer neuen Linie starten, die es in sich hat.

Das Warten hat sich gelohnt: Herausgekommen ist die neue Referenzreihe Epicon, die einige technische Highlights zu bieten hat.

Im Mittelpunkt der mehrjährigen Forschung und Entwicklung standen der elektrodynamische Antrieb im Allgemeinen und das Magnet-System im Speziellen. Man hat herausgefunden, dass die unmittelbare Umgebung der Schwingspule, also etwa der Polkern und die Polplatte, möglichst nicht elektrisch leitend sein sollten, um von der Schwingspule induzierte Wirbelströme zu vermeiden.

Der magnetische Verbundwerkstoff Soft Magnetic Compound (SMC) soll hier helfen. Sowohl der Polkern als auch ein Teil der Polplatte in den Epicon-Tief- und Tief-/Mitteltönern bestehen aus diesem kaum noch elektrisch leitenden Werkstoff. In Verbindung mit zwei Aluminiumringen über dem Polkern sollen der Impedanzverlauf linearisiert und die Verzerrungen deutlich minimiert werden.

Bildergalerie

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Für die neue Referenz-Serie DALI Epicon haben die Dänen viele Chassis-Details neu überdacht. Herausgekommen sind DALI-Treiber mit exquisiten…

Bewährtes Membranmaterial

Bei den Membranen setzt Entwicklungschef Kim Christiansen auf Bewährtes: in Zellstoff eingebettete Holzfasern. Sie sind leicht, steif und haben eine angemessene innere Dämpfung. Die neue Membrangeometrie sowie neue Sicken sollen in Verbindung mit dem Linear-Drive-Magnetsystem und verlustarmen Frequenzweichen-Bauteilen für hörbar geringere Verzerrungen sorgen.

Kaufberatung: Die besten Surround-Sets mit Standboxen

Im Hochtonbereich setzen die Dänen auch in der Epicon-Serie auf die Kombination aus Kalotte und Bändchen. Eine verbesserte Schallführung soll das Zusammenspiel der beiden Treiber harmonisieren. Die Hauptarbeit leistet die 28 Millimeter große Gewebekalotte, das Bändchen darf oberhalb von 15 Kilohertz für feinen Glanz und Luftigkeit sorgen.

Untergebracht sind die Chassis in edlen "Präsidenten-Suiten". Die an Schiffsrümpfe erinnernden Gehäuse wurden aus sechslagigen MDF-Platten unter Hitzeeinwirkung in Form gebracht. Während die Front 35 Millimeter stark ist, wurde aus der über 50 Millimeter massiven Rückseite die Terminalauflage im wahrsten Wortsinn aus dem Vollen gefräst. Formschöne Bassreflexrohre münden ebenfalls im schlanken Heck.

DALI-Geschäftsführer, Lars Worre

© Josef Bleier, Stefan Rudnick, Hersteller

Der technikaffine DALI-Geschäftsführer Lars Worre treibt die Forschung der Dänen voran. Er sieht noch genügend Potenzial für besseren Klang in der Chassis-Technologie.

Edelstes Gehäuse-Dekor

Die an feinste Intarsienarbeit erinnernde Gehäusedekorierung gehört zum Besten, was es gibt - das gilt für alle Preisklassen. Allein der Übergang von Furnier zu Lack ist sehenswert. Man fragt sich, wie das hergestellt wurde. Eine bis zu zehnfach hochglanzlackierte und zwischendurch polierte Echtholz-Furnierfläche grenzt unmittelbar und nahtlos an eine ebenso aufwendig hochglanzlackierte Front- und Rückseite.

Die besonders edle Wirkung wird noch verstärkt durch die gebogene Gehäuseform. DALIs Schönheiten gibt es in Walnuss, Makassar und Hochglanz-Schwarz. Sie sind vor allem in den Furniervarianten eine Augenweide.

Alle Vertreter der Linie, der Standlautsprecher Epicon 6, der Center Epicon Vokal und die Regalbox Epicon 2 weisen diese extravaganten Details auf. Die beiden Epicon 6 und der Vokal zeichnen für die Frontbeschallung zuständig und sind zugunsten einer tonalen Harmonie mit dem identischen Hybrid-Hochtonmodul ausgestattet. Die kleine, feine Epicon 2 im Rückraum kommt ohne Bändchen aus.

Praxis: Heimkino - Planung und der richtige Raum

Das Heimkino-Set perfekt macht der Sub P-10 DSS, ein geschlossener Subwoofer mit nach unten gerichtetem 25er-Basstreiber sowie zwei zur Seite gerichteten Passivmembranen. Satte 300 Watt in Class-D-Technik treiben die aktive Sandwich-Membran aus Karbonfiber und Zellstoff an.

Auch die beiden passiven Akteure bestehen aus diesem extrem verwindungssteifen Materialmix. Sie wirken wie eine Bassreflex-Abstimmung, ohne deren Nachteile wie Strömungsrauschen oder Rohrresonanzen zu offenbaren. Eine kleine Fernbedienung gehört zum Lieferumfang des Bassisten. Sie erlaubt sowohl das Einstellen der Übergangsfrequenz als auch der Pegel und der Phase.

Berauschende Klänge

Nachdem das Set im Hörraum positioniert ist und dabei darauf geachtet wird, dass die Mittel-/Hochtoneinheit der drei Frontboxen genauestens auf Ohrhöhe ausgerichtet ist, kann der Hörtest losgehen.

Wir wussten zunächst weder den Preis noch die vorher aufgelisteten technischen Details und waren daher ganz unvoreingenommen. Das machte den Ausgang des Hörtests umso interessanter, weil nichts als die Musik zählte.

Unsere Notizen beim Stereodurchgang sprechen für sich: "ungewöhnlich feine Höhen", "punktgenaue Mitte, schöner Raum", "bestens aufgelöst", "starker, aber gut definierter Bass", um nur einige zu nennen. Und sogar Bemerkungen zu Details, die bisher nie wahrgenommen wurden wie "Triangle klar mit Oberwellen" standen auf der Liste der Tugenden.

Kaufberatung: 5.1-Surround-Sets im Test

Und wie machen sich solche Eigenschaften im raueren Heimkinobetrieb bezahlt? Zweifellos bestens, denn auch hier gibt es feine Zwischentöne, ortbares Geschehen und vor allem hohe Abhörpegel, bei denen die Zuschauer nicht ermüden dürfen.

Darf es auch etwas mehr sein?

Diese hohen Abhörpegel sind eine Fähigkeit des DALI-Ensembles, die wir in dieser Ausprägung bislang nicht kannten. Wenn verzerrungsarme Schallwandler im Spiel sind, dürfen es ruhig einige Dezibel mehr sein, ohne dass man schon nach kurzer Zeit das Gefühl hat, leiser drehen zu müssen.

So kommt man schnell auf Abhörpegel, die sonst nur im Kino gang und gäbe sind. Das DALI-Set beherrscht dabei das gesamte Tonspektrum bis hinunter zu 29 Hertz - egal, ob Hochsee-Abenteuer-Spektakel wie "Master And Commander" oder Science-Fiction-Blockbuster wie "Titan A.E." laufen.

Die gewaltige Dynamik von Explosionen verdauen das Set und insbesondere auch der Subwoofer ohne Murren. Wenn Kanonenkugeln vor den Testern in den Schiffsrumpf einschlagen, dann wird so manchem Zuschauer angst und bange. Dabei ist der mögliche Maximalpegel gar nicht besonders hoch, vielmehr ist es die dynamische Abstufung, die selbstverständliche unangestrengte Spielart, die die Zuhörer betört und vergessen lässt, nur Zuschauer zu sein. Was will man mehr?

Fazit

Wir können Ihnen nur empfehlen, sich dieses Epicon-Set einmal genau anzuhören. Das gilt erst recht, wenn Sie in dieser Preisklasse unterwegs sind.

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