Schnäppchen-Check

Crucial BX200 im Praxis-Test: Günstige SSD für Einsteiger

Die Crucial BX200 gehört zu den günstigsten SSDs auf dem Markt. Im Praxis-Test verraten wir, ob sich die Anschaffung lohnt.

Crucial BX200

© Crucial

Die Crucial BX200 ist eine gute SSD für Einsteiger.
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EUR 251,99

Pro

  • Leseleistung
  • Verarbeitung
  • Preis

Contra

  • Schreibleistung unter bestimmter Last

Fazit

Die Performance der Crucial BX200 nimmt unter Last ab, doch nicht jeder Nutzer ist davon automatisch betroffen. Einsteiger und Durchschnittsnutzer bekommen eine gute SSD für ihr System.
Gut

Die Crucial BX200 war schon zum Launch im Herbst 2015 eine der günstigsten SSDs auf dem Markt. Eine dazu Crucial-typisch hochwertige Verarbeitung machte sie zum Schnäppchen-Tipp. Bei Preisen von aktuell rund 60, 115 oder 220 Euro für 240, 480 oder 960 GB dürften so einige Käufer blind zugegriffen haben. Im Praxis-Test verraten wir, warum die BX200-SSDs so günstig sind und ob es einen Haken gibt.

Kurzum: Ja, den gibt es. Aber nicht alle Nutzer werden davon entscheidend beeinträchtigt. Die SSDs richten sich an Einsteiger mit gewöhnlichem Nutzungsverhalten - die Crucial-Laufwerke verrichten dabei zuverlässig ihren Dienst. Versiertere Anwender stören sich an Performance-Einbrüchen unter höherer Belastung.

Crucial setzt bei der BX200 auf TLC-NAND-Speicher. Dabei werden einzelne Zellen mit drei statt wie bei anderen SSD-Technologien mit einem oder zwei Bits beschrieben. Im Gegensatz zu Samsung (etwa bei der 850 EVO) setzt Crucial beim TLC-Speicher auch nicht auf eine dreidimensionale Technik (V-NAND), sondern bleibt auf einer Ebene. Der Vorteil für Crucial: Mehr Daten passen auf eine SSD und die Entwicklungskosten und somit der Preis sind niedriger. Da SSDs mit TLC-Technik das höhere Datenaufkommen in der Regel mit einer niedrigeren Performance quittieren, muss die Crucial-SSD wie Laufwerke anderer Hersteller mit einem Trick arbeiten, um Belastungsspitzen abzufangen und weiter eine SSD-typische Geschwindigkeit zu gewährleisten.

Bei den Crucial-BX200-SSDs liegen Lese- und Schreibraten im Schnitt bei knapp 400 Megabyte pro Sekunde. Das gilt aber nur so lange, bis ein Quasi-Zwischenspeicher von drei (240GB-), sechs (480GB-) oder zwölf Gigabyte (960GB-SSD) in einem Gang vollständig beschrieben wurde. Innerhalb dieser Grenzen funktionieren die TLC-Zellen nämlich als gewöhnliche Speicherzellen, die einmal beschrieben werden und so eine hohe Performance bieten. Anschließend werden die Zellen dreifach beschrieben. Dann verlieren die SSDs bei den Schreibwerten deutlich. Die Leseleistung wird dadurch nicht eingeschränkt. Dementsprechend ist die 960GB-Variante quasi die SSD mit der höchsten Ausdauer der Reihe.

Lesetipp: Festplatte und SSD richtig partitionieren

Zur Verdeutlichung: Wenn Sie eine Datei oder einen Ordner auf die SSD schreiben wollen, die jeweils größer als der "Cache" sind, agieren die Zellen bis zu einem Punkt von drei, sechs oder zwölf Gigabyte als gewöhnliche Zellen und bieten so Raten von rund um (und je nach Datentyp auch über) 400 Megabyte pro Sekunde. Ist die Grenze überschritten, agieren nicht mehr der Zwischenspeicher, sondern die TLC-Zellen an sich - und dann sinkt die Schreibrate teilweise auf unter 100 Megabyte pro Sekunde. Beim Lesen bleiben die Werte SSD-typisch hoch. Die SSD ist unter Schreiblast also teilweise langsamer als eine Magnetfestplatte. Bei anderen Herstellern wie etwa Samsung wird der Performance-Einbruch unter anderem durch eine dreidimensionale Anordnung der Daten besser abgefangen. So kommt die Samsung 850 Evo im Gesamten zwar auf eine bessere Wertung, ist im Vergleich zur Crucial BX200 aber auch teurer.

Lesetipp: SSD einbauen - so geht's

Von dem "Problem" sind Nutzer betroffen, die regelmäßig große Datenmengen auf einen Rechner schieben wollen. Seien es Medienbibliotheken oder etwa eine Fotosammlung. Doch bei typischen Anwendern sollte dies nicht allzu oft vorkommen. Unter Windows, beim Booten, in Spielen und bei der Arbeit in typischen Programmen profitieren Nutzer, die bisher eine Magnetfestplatte eingesetzt haben, deutlich von der Crucial BX200. Die Schreib- und Leseraten sind bis auf die geschilderte Einschränkung im grünen Bereich.

Trotz Preisen von unter 23 Cent pro Gigabyte können wir jedoch nicht mehr uneingeschränkt eine Kaufempfehlung aussprechen. Mittlerweile sind auch andere Hersteller wie beispielsweise Sandisk in ähnlich niedrige Bereiche vorgedrungen, ohne derart stark unter Performance-Einbrüchen zu leiden. Häufige Blitzangebote tun ihr übriges. Nichtsdestotrotz bleibt die Crucial BX200 eine gute, günstige und - vor allem in der 960GB-Variante - ausreichend dimensionierte SSD für Einsteigersysteme.

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