Testbericht

Corel Paintshop Pro X4 Ultimate - Im Test

Der Bildbearbeitungsklassiker Corel Paintshop Pro kommt in der neuen Version X4 Ultimate im Karton mit dickem gedruckten Handbuch - vorbildlich. Das Programm öffnet zunächst die überarbeitete Verwalter-Oberfläche mit Zugriff auf die Ordner in den "Eigenen Bildern".

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Die HDR-Funktion hat Corel komplett überarbeitet - inklusive Import und Export von 32-Bit-Fotos. Ein gelungener Assistent führt dabei durchs Zusammensetzen der Belichtungsreihe. Schade, dass eine Panorama-Funktion fehlt.

Klickt man einen Ordner an, zeigt der Verwalter die enthaltenen Fotos in einer Leiste am unteren Monitorrand und eine große Vorschau in der Bildschirmmitte an.

Am rechten Bildschirmrand bietet eine Palette Zugriff auf die Bildinformationen und Metadaten. Die Bildübersicht listet jeweils nur den Inhalt des angeklickten Ordners auf. Um an Bilder in Unterordnern zu gelangen, muss man diese extra anwählen. Sollen alle Bilder aus Unterordnern eines Urlaubs gleichzeitig angezeigt werden, kann man sie in einer eigenen Medienablage zusammenfassen oder mit Stichwörtern und Bewertungen versehen.

Ein Klick auf das entsprechende Stichwort genügt, um alle damit markierten Fotos anzuzeigen. Ein Doppelklick auf ein Bild startet den Präsentationsmodus mit schwarzem Hintergrund. Darauf lassen sich Bilder bewerten oder löschen - ideal fürs erste Sichten größerer Sammlungen. Im Dateimenü finden sich außerdem direkte Verbindungen zu Facebook oder Flickr, ein Diashow-Export fehlt.

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Die überarbeitete Anpassen-Oberfläche in Paintshop Pro X4 Ultimate bietet schnellen Zugriff auf wichtige Funktionen zur Bildbearbeitung.

Ein Klick auf die Bearbeiten-Schaltfläche am oberen Bildschirmrand öffnet die markierten Fotos im Hauptprogramm zur Bearbeitung. Ist nur Korrektur, aber keine erweiterte Bildbearbeitung gefragt, kommt man mit "Anpassen" am schnellsten zum Ziel. Dort präsentiert Paintshop zahlreiche Schieberegler zur Korrektur von Belichtung und Tonwerten, etwa die Spitzlichter- und Schattenwiederherstellung.

Gute Nachricht für RAW-Fotografen: So gut wie alle Werkzeuge und Filter funktionieren mit 16 Bit Farbtiefe. Somit bleiben alle Informationen bei der Bearbeitung erhalten. Ebenfalls komplett überarbeitet hat Corel die HDR-Funktion, die die einzelnen Aufnahmen von Belichtungsreihen zu einem Foto zusammensetzt, um sowohl in Schatten als auch in Lichtern Zeichnung zu bekommen.

Das Ergebnis ist ein Foto mit 32-Bit-Farben, die jedoch weder Bildschirm noch Papier wiedergeben können. Daher muss die Aufnahme anschließend wieder in eine darstellbare Form komprimiert werden - mit dem Tonemapping. Der Assistent bietet Vorlagen für die Tonwertkompression an, um verschiedene Effekte zu erzielen. Erstmals erlaubt Paintshop Pro auch den Export von 32-Bit-Fotos im "HDR"-Format. Anschließend führt Paintshop direkt zum "Anpassen", wo alle nötigen Werkzeuge für die Feinabstimmung zur Verfügung stehen - super. Das Tonemapping klappt übrigens auch mit normalen Fotos und führt zu den typischen gemäldeartigen Effekten.

Was uns fehlt, ist eine Panoramafunktion. Das Handbuch erklärt dazu lediglich, wie sich Panoramen händisch zusammensetzen lassen. Objektivverzerrungen machen solche Versuche aber schnell zum zeitaufwändigen Geduldsspiel. Dafür punktet Paintshop Pro X4 Ultimate erstmals mit einer umfangreichen Kollektion an Anpassungsebenen. Das führt in Kombination mit einem vollständigen Satz an Masken-Werkzeugen zu flexibler Bildbearbeitung ohne Antasten der Hintergrundebene.

Fazit: Ausgefeilte Bildbearbeitungswerkzeuge ohne Einschränkung, eine brauchbare Bildverwaltung sowie fast durchgehende Unterstützung für 16-Bit-Bilder bringen Paintshop Pro X4 Ultimate den verdienten Testsieg.  

Download: Tabelle

www.corel.de

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