Testbericht

Corel AfterShot Pro

Das Fotoentwicklungs-Programm AfterShot Pro könnte auch Bibble 6 heißen: Das erste Corel-Programm nach der Übernahme der kleinen texanischen Software-Schmiede Bibble hat nur wenige oberflächliche Anpassungen an die Corel-Produkte erfahren.

Entwicklungshilfe: AfterShot simuliert auch die aus der chemischen Entwicklung anaolger Filme bekannte Crossentwicklung - seltsamerweise unter der Bezeichnung Querverarbeitung.

© Corel

Entwicklungshilfe: AfterShot simuliert auch die aus der chemischen Entwicklung anaolger Filme bekannte Crossentwicklung - seltsamerweise unter der Bezeichnung Querverarbeitung.

Der direkte Konkurrent von Photoshop Lightroom richtet sich primär an Fotografen, die etwa auf Hochzeiten oder Urlaubsreisen hunderte von Fotos effektiv nachbearbeiten wollen. Dazu liefert der Anbieter viele wichtige Werkzeuge mit - darunter Fülllicht für die Aufhellung, Weißabgleich oder Noise Ninja, um Artefakte zu reduzieren. Die Bearbeitung von RAW-Dateien mit AfterShot erfolgt flott.

Auch zahlreiche aufwändige Bearbeitungsschritte lassen sich im Stapelbetrieb auf Bilder anwenden und in ca.1 bis 1,5 Sekunden pro Bild ausführen. Die Oberfläche des Programms ist übersichtlich und lässt sich gut anpassen. Weniger gelungen ist die deutsche Übersetzung: Die Crossentwicklung mutiert zu Querverarbeitung, aus einer Weiß-Pipette machte der Übersetzer Klicken-Weiß.

Corel AfterShot Pro 1.1.0.039, software, tools

© Hersteller/Archiv

Mächtig: Corel AfterShot Pro bietet sich nicht nur für die RAW-Daten-Konvertierung an. Viele wichtige Retusche-Werkzeuge sind enthalten.

Ärgerlich ist auch, dass AfterShot statt der gängigen Photoshop-Plug-in-Schnittstelle, für die es tausende, teils kostenlose, Filter gibt, nach wie vor nur eine proprietäre anbietet. Auch die Suchfunktion ist ausbaufähig und sollte die Verknüpfung unterschiedlicher Merkmale mit und/oder/nicht sowie eine Ähnlichkeitssuche nach Inhalt leisten.

Diese Einschränkungen ändern aber nichts daran, dass AfterShot ein mächtiges und - bis auf die etwas langsame Erzeugung von Vorschaubildern - auch performantes Programm für Viel-Fotografierer ist. Und zudem nur knapp ein Drittel des ähnlich leistungsfähigen Hauptkonkurrenten kostet.

Fazit:

AfterShot überzeugt als Entwicklungswerkzeug trotz einiger Schwächen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist hervorragend.

TESTURTEIL

Corel AfterShot Pro 1.1.0.039

89,99 Euro; www.corel.de

Betriebssysteme: Windows/MacOS/Linux

Besonderheiten: proprietäre Plugin-Schnitt-stelle; ausführliches gedrucktes Handbuch

Gesamtwertung: gut 80 %

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