Testbericht

Core-i7 und X58 im Preview

Als Nehalem geisterte Intels neuer Prozessor lange durch die Medien. Als Core i7 erblickt er jetzt das Licht des Marktes, den X58-Chipsatz im Schlepptau.

Core-i7-Prozessor und X58-Chipsatz

© Archiv

Core-i7-Prozessor und X58-Chipsatz von Intel

Mit dem Core i7 Prozessor stellt Intel eine der spektakulärsten neuen Prozessorreihen seit Langem vor. Vor allem die Anbindung des Prozessors an das restliche System hat sich bei den neuen CPUs drastisch geändert und ist - zumindest bei Intel - völliges Neuland.

Zum einen wäre da die Verbindung des Prozessors mit der Northbridge/MCH oder dem, was davon übrig geblieben ist. Statt über den gewohnten FSB laufen die Daten beim Core i7 über den QuickPath Interconnect, dessen Geschwindigkeit ähnlich wie bei AMDs konkurrierendem Hyper Transport mit Transaktionen pro Sekunde angegeben wird.Zum anderen ist der Speicher nicht mehr an der Northbridge angeschlossen, sondern direkt an den Prozessor. Und das nicht über zwei, sondern gleich drei DDR3-Kanäle. Der MCH (Memory Controller Hub) wurde folglich in IOH umbenannt. Zu guter Letzt hat sich auch der CPU-Sockel geändert. Statt im Sockel 775 macht es sich der Core i7 im Sockel 1366 bequem, der nicht nur mehr Pins beinhaltet, sondern auch größer ist - so wie auch der Prozessorkern selbst.

Core-i7-Prozessor und X58-Chipsatz

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Core-i7-Prozessor und X58-Chipsatz von Intel

Ein neuer Chipsatz

All die Änderungen verlangen natürlich auch einen neuen Chipsatz. Der erste ist der X58, der auf unserer DX58SO-Testplatine von Intel zum Einsatz kommt. Er bietet unter anderem einen 6,4 GT/s-Quick-Patch-Interconnect, zwei PCI-Express-X16-Schnittstellen und auf unserer Platine den ICH10R als Compagnon.Unsere Tests führten wir mit 3-GByte-PC3-8500-Speicher und jeweils einer GTX 280 und einer Radeon 4870X2 durch. Als CPUs standen uns der zukünftige Protz-Prozessor Core i7-965 EE und die Mainstream-Version Core i7-920 zur Verfügung. Letzerer ist nicht ohne weiteres übertaktbar und läuft mit 2,66 GHz Kernfrequenz, während es der 965 EE auf 3,2 GHz bringt.

Dass die Rekorde nur so purzeln würden, war abzusehen. Den Anfang machte der Cinebench, wo es der 965 auf 15 566 Punkte brachte und somit auf rund 3000 Punkte mehr als der bisherige Spitzenreiter QX9770, der ebenfalls von Intel stammt. Um zu sehen, wie weit sich Hyperthreading auswirkt, schalteten wir die Funktion im zweiten Durchlauf ab. Ohne die zusätzlichen vier virtuellen Kerne lag die Leistung bei 13 424 Punkten.

Das zeigt, wie auch die Leistung im Verhältnis zur Frequenz, wie sehr Intel die Auslastung der Kerne im Gegensatz zu P4-Zeiten optimiert hat. Im PCMark und bei dem Spiele-Benchmark Devil May Cry 4 stieg die Leistung ohne Hyperthreading sogar leicht an. Praktisch keinen Einfluss auf die Systemleistung hatte dagegen das Ersetzen der mitgelieferten, äußerst schnellen SSD-Platte (ebenfalls getestet in dieser Ausgabe) durch eine normale Festplatte.

Ausreichende Leistungsreserven

Auch in den übrigen Benchmarks erreichte der 965 Spitzenwerte, wobei der Unterschied zu anderen CPUs nicht immer hoch ausfiel. So lag der Wert im 3DMark Vantage (Performance Einstellung) bei 11 485 Punkten. Dass das gleiche System mit dem doch deutlich langsameren 920 auf 11 258 Zähler kam, zeigt, dass hier die Grafikkarte am Ende ist. Die Radeon 4870, den derzeitigen Performance-Spitzenreiter, konnte der 965 zu immerhin 15.702 Punkten verhelfen. Und Devil May Cry zeigte sogar bei der 1680x1050er -Auflösung kontinuierliche 170 FPS an.

Das hat im wahrsten Sinne des Wortes seinen Preis: Erstens sind Grafikkarte und Prozessor in der Anschaffung echte Beutelschneider. Das lässt sich schon sagen, obwohl die Preise bislang noch nicht feststehen. Zweitens dürfte die Stromrechnung je nach Einsatzfreude merklich steigen. Der TDP ist für beide CPUs mit 130W angegeben und zumindest der stärkere dürfte auch in der Praxis in solche Bereiche vorstoßen.

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