Cloud Computing

Datenschutz und sichere Speicherung

Datenschutz und sichere Datenspeicherung sind für Firmen die wichtigsten Kriterien, wenn es um den Einsatz des neuen IT-Betriebsmodells Cloud Computing geht. Das ist das zentrale Ergebnis einer aktuellen Marktstudie des Netzwerk- und IT-Dienstleisters BT Germany.

Cloud, IT-Betriebsmodell, IT-Dienstleister, Software

© Hersteller

Cloud, IT-Betriebsmodell, IT-Dienstleister, Software

Mehr als jedes vierte deutsche Unternehmen wäre bereit, Teile seiner IT-Infrastruktur an einen - nicht näher bekannten - Dienstleister auszulagern, der versichert, die Daten in Deutschland zu speichern. Sichere Datenspeicherung scheint somit bei einer Cloud-Computing-Entscheidung wichtiger zu sein als Größe und Markenbekanntheit eines Cloud-Anbieters. Dies hängt offensichtlich damit zusammen, dass der Datenschutz den Unternehmen außerordentlich wichtig ist.

Entsprechend sagen 90 Prozent der Teilnehmer der aktuellen BT-Studie, dass die Verankerung der Datenschutzgesetze in einem Vertrag mit einem Dienstleister wichtig oder sogar ausschlaggebend für eine Zusammenarbeit ist. Die Hälfte der Befragten macht eine Entscheidung ebenfalls davon abhängig, ob die Datenrückführung im Vertrag klar geregelt ist.

Überwiegend positive Erfahrungen

Nachdem das Modell "Cloud-Computing" schon in einigen Firmen zum Einsatz kommt, wäre es interessant zu erfahren, wie sich diese - man kann sicher sagen - größte Umstellung der letzten Jahrzehnte bewährt hat. Für eine Studie zum Thema "Cloud Computing" hat das Beratungsunternehmen AppSphere Anfang 2011 technische und kaufmännische Entscheider und Fachkräfte in 209 deutschen Unternehmen befragt. Das Ziel der von BT Germany in Auftrag gegebenen Studie war, den jungen Markt für Cloud Computing besser einschätzen zu können sowie die Einstellung und die Präferenzen der Anwender zu beobachten. 

SaaS-Lösung, IT-Ressourchen

© BT-Studie

Anwendungen für die Zusammenarbeit (Collaboration), CRM-Systeme und Büro-Software stehen bei der Auslagerung in die IT-Wolke besonders hoch im Kurs.

Trotz anfänglicher Skepsis ist deutlich erkennbar, dass sich Cloud Computing im praktischen Einsatz bewährt hat: Mehr als drei Viertel der Anwender, die bereits mit Cloud Computing Erfahrungen gemacht haben, bezeichnen diese als "positiv". Rund 20 Prozent berichten von "neutralen" Erfahrungen. Lediglich ein Prozent gibt an, negative Erfahrungen gemacht zu haben. IT-Firmen sind Vorreiter beim Cloud Computing: Insgesamt 85 Prozent der befragten IT-Firmen geben an, dass sie Cloud Computing testen (22 Prozent) oder bereits im Einsatz haben (63 Prozent).

Je sensibler die Daten, desto höher die Skepsis

Eine wichtige Frage im Rahmen der Studie war, welche Anwendungen und Services zu einem Dienstleister ausgelagert bzw. im Software-as-a-Service-Modell genutzt werden könnten. Hier waren sich 53 Prozent der Befragten einig, dass Collaboration-Lösungen wie Microsoft Exchange/Outlook, Microsoft SharePoint oder Lotus Notes ausgelagert werden könnten. 47 Prozent nannten Customer-Relationship-Management-Lösungen (CRM). Büroanwendungen rangieren auf Platz 3. Zurückhaltender sind die Befragten bei Anwendungen, mit denen besonders sensible Daten verarbeitet werden, wie etwa Human-Resources-Anwendungen mit Personaldaten, Finanzverwaltungs-Software und Payment-Systeme.

Karsten Lereuth, CEO von BT Germany, bewertet die Ergebnisse der Studie als richtungsweisend für die weitere Entwicklung im Markt für IT-Lösungen: "Unternehmen, die Anwendungen in die Cloud auslagern wollen, verlangen einerseits Rechtssicherheit gemäß deutscher Rechtsstandards und andererseits Garantien für hohe Qualität und Stabilität." Lereuth führt weiter aus: "Die Schlüsselrolle spielt dabei die Datensicherheit: Angesichts der aktuellen und oftmals leider begründeten Angst vor Hacker-Angriffen und Systemausfällen kann die Wahl des falschen Cloud-Anbieters ein erhebliches Risiko bedeuten. Wenn im Ernstfall Daten verloren gehen oder in die falschen Hände gelangen, führt dies schnell zu finanziellen Verlusten und zu einem Image-Schaden. Gerade Unternehmen sollten daher die Anbieter sorgfältig prüfen und ein Angebot auswählen, das ihren geschäftlichen Anforderungen in Bezug auf Datensicherheit entspricht."

Uneinigkeit bei Cloud-Sicherheit

Das neue IT-Betriebsmodell Cloud-Computing soll für Datenschutz und sichere Datenspeicherung sorgen. Darauf Eine aktuelle Studie von CA Technologies und dem Ponemon Institute zeigt, dass sich Anbieter und Anwender beim Thema Cloud-Sicherheit in Bezug auf den Fokus, die Priorität und die Verantwortlichkeit nicht einig sind. Deshalb ist zu erwarten - so das Fazit der Studie - dass Anbieter und Anwender von Cloud-Lösungen beim Thema Sicherheit in eine Sackgasse steuern.

Studie: Security of Cloud Computing Providers

Die Studie mit dem Titel "Security of Cloud Computing Providers" macht deutlich, dass Cloud-Anbieter einen stärkeren Fokus auf Kostenreduzierung und schnelle Einführung legen - die zwei Hauptgründe für eine Migration in die Cloud - als auf Sicherheit. Die Mehrheit der Cloud-Anbieter (79 Prozent) stellt laut Studie von CA Technologies leider nur zehn Prozent oder weniger an IT-Ressourcen für Sicherheit oder Kontrollaktivitäten bereit. Dieses Ergebnis korrespondiert mit einer weiteren Aussage: Weniger als die Hälfte der befragten Anbieter stimmt zu, dass Sicherheit Priorität hat.

Risiken in der Cloud?

"Die Bedenken gegenüber den möglichen Risiken von sensiblen und vertraulichen Informationen in der Cloud sind bekannt", sagt Dr. Larry Ponemon, Vorstandsvorsitzender und Gründer des Ponemon Institute. Er ist überzeugt: "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Nutzer von Cloud-Computing-Lösungen verbesserte Sicherheitssysteme verlangen. Bis es allerdings soweit ist, sollten sich Nutzer von Cloud-Lösungen über ihre Verantwortung im Klaren sein, dass sie vor einer Migration in die Cloud die Risiken genau zu prüfen haben. Sie sollten die Cloud-Anbieter - ihre Lösungen und ihre Infrastruktur - genauestens daraufhin testen, ob sie Informationen schützen können. Und letztlich sollten Cloud-Anwender als auch -Anbieter erkennen, wie wichtig es ist, gemeinsam an einer sicheren IT-Umgebung zu arbeiten."

Ausblick

Unter IT-Experten gilt es als unumstritten, dass der Markt für Cloud-Lösungen vor einem explosionsartigen Wachstum steht. So besagen Schätzungen von BITKOM und Experton, dass der Umsatz mit Cloud Computing in Deutschland von 1,1 Milliarden Euro im Jahr 2010 auf 8,2 Milliarden Euro im Jahr 2015 steigen wird. Der Wachstumstrend wird auch durch die aktuelle BT-Studie unterstrichen: 75 Prozent der befragten Entscheider gaben an, dass ihr Unternehmen die Nutzung von Cloud Computing plant.

Allerdings zeigten die Pannen in Bezug auf System- und Datensicherheit in jüngster Vergangenheit auch, dass das Vertrauen der Cloud-Kundschaft im großen Maße von der Sicherheit ihrer dem Cloud-Dienstleister zur Verfügung gestellten internen Strukturinformationen als auch der sicheren Aufbewahrung der Daten abhängen wird. In dieser Beziehung dürfen sich die Anbieter von Cloud- Lösungen keine Fehler erlauben.

Mehr zum Thema

Cloudspeicher
Gratis-Speicher

Wenn der Speicher auf dem Tablet oder Smartphone knapp wird, muss eine Erweiterung her. Aber viele Mobilgeräte haben keinen Speicherkarteneinschub…
internet, webdesign, cloud, owncloud, workshop
Cloud-Speicher

Speicher im Internet oder "in der Cloud" ist praktisch, da man auch außerhalb der eigenen vier Wände problemlos darauf zugreifen kann.
In der Wolke lässt sich komfortabel speichern. Doch welcher Anbieter taugt am Cloud-Himmel?
Dropbox, OneDrive und Co.

Dropbox, OneDrive, HiDrive & Co.: Wir stellen im Vergleichstest die beliebtesten Online-Speicher vor und verraten, welche Anbieter sich lohnen.
Google Play - eigene Musik
Kostenlose Musik-Cloud

Google Play Music schraubt das Limit für hochgeladene Musik nach oben. Ganze 50.000 Songs aus der eigenen MP3-Bibliothek können sich Nutzer so in…
how-old.net-Startseite
How-Old.net & Co. auf Azure

Uploads auf How-Old.net: Speichert Microsoft Bilder und sichert sich die vollumfänglichen Rechte daran für die Verwendung und den Weiterverkauf?