Testbericht

Check: Medion akoya MD 97110

Kein Monat vergeht, ohne das Aldi seiner Kundschaft einen mobilen Rechner ans Herz legen möchte. Ab 30. Oktober wird dies erstmalig ein Notebook mit 16-Zoll-Display sein und auch sonst bietet das Medion akoya MD 97110 (bei Aldi Nord: P6612) so manches Ausstattungs-Highlight. Ob diese den für Aldi-Verhältnisse ungewöhnlich hohen Preis von 799 Euro rechtfertigen, hat magnus.de für Sie überprüft.

Medion Akoya MD 97110 (Prospektscan)

© Archiv

Ab 30. Oktober 2008 erstmals mit 16-Zoll-Display bei Aldi: das Notebook Medion akoya MD 97110 (Aldi Süd) bzw. P6612 (Aldi Nord) für 799 Euro.

So Mancher mag sich fragen, warum denn jetzt noch eine neue Bildschirmgröße auf dem Notebook-Markt drängt? Die Antwort liegt in den Filmformaten begründet, deren Genuss immer häufiger vor dem Notebook stattfindet. 16-Zoll-Bildschirme mit einer HD-ready-Auflösung von 1.366 x 768 Pixel stellen ein Seitenverhältnis von 16:9 dar, herkömmliche 15,4-Zoll-Geräte mit 1.280 x 800 Pixel zeigen ein 16:10-Format, alte 15-Zöller gar nur 16:12 (4:3). Da moderne Fernsehsendungen in 16:9 und Filme zwischen 16,65:9 und sogar 21:9 produziert werden, müssen Bildschirme das Bild oben und unten solange zusammenstauchen, bis es in der Breite zu100 Prozent rein passt; dadurch entstehen dann die schwarzen Balken - und je ungünstiger das Bildschirmformat, desto bildschirmfüllender die schwarzen Balken.

Aldis neues 16-Zoll-Notebook bringt also das Fernsehprogramm absolut balkenfrei aufs Display und Filme zumindest mit etwas weniger Balkenoptik als die 15,4-Zoll-Kollegen. Selten gibt es jedoch einen Vorteil, wo nicht auch ein Nachteil ist. So wirkt sich ein größeres Display natürlich auch aufs Gewicht, Größe und Akkulaufzeit negativ aus, was die Mobilität des Gerätes spürbar reduziert. Größerer Haken ist jedoch die Auflösung von 1.366 x 768, die bei PC-Spielen als krummer Hund gilt und oftmals nicht unterstützt wird, im Gegensatz zur herkömmlichen 1.280 x 800er Auflösung. Die Folgen bei der Spieledarstellung sind entweder leicht verzerrte Bilder oder - Sie ahnen es vermutlich - oben und unten schwarze Balken.

Leistung & Ausstattung: Hardware vom (fast) Allerfeinsten

Dabei lässt sich mit dem verbauten DirectX-10-Grafikchip GeForce 9600M GS von Nvidia durchaus seiner Spielerleidenschaft frönen. Die zur GT etwas abgespeckte GS-Variante samt 256 MB Grafikspeicher bewältigt zwar nicht jedes neue Hightech-3D-Spektakel bis auf die tiefste Detail-Ebene, grundsätzlich zocken lässt sich damit aber allemal. Dafür sorgt auch der moderne Core-2-Duo-Prozessor P7350 mit 2 GHz Taktfrequenz und 3 MB Level-2-Cache von Intel sowie satte 4 GB Arbeitsspeicher. Somit ist der Käufer nicht nur für Spiele, sondern auch gehobene Bild- und Video-Bearbeitung bestens gerüstet.

Und damit bei soviel anspruchsvollen Anwendungen der Speicherplatz nicht schnell zu knapp wird, dreht sich im Medion akoya MD 97110 eine 5.400 U/min schnelle Festplatte mit brutto 320 GB. Für zusätzliche Backups und fürs Filmvergnügen sitzt zudem ein 8-fach Multiformat-DVD-Brenner im Gehäuse - und hier wären wir auch beim größten Kritikpunkt des MD 97110. Wenn man bei seinem Gerät schon HD-Auflösung propagiert (wenngleich die Auflösung nur HD-ready und nicht Full-HD mit 1.920 x 1.080 beträgt), es mit einer HD-tauglichen HDMI-Schnittstelle versieht und zusätzlich, ebenfalls fast im Monatstakt, HD-fähige Flachbild-Fernseher mit HDMI-Port anbietet, warum um alles in der Welt verbaut der Hersteller dann kein Blu-ray-Laufwerk?!

Medion akoya MD 97110

© Archiv

Ein schöner Rücken kann auch entzücken: die glänzende Rückseite des Aldi-Notebooks Medion akoya MD 97110.

Abgesehen von dieser kleinen Unstimmigkeit ist die Restausstattung des Medion akoya MD 97110 durchaus schlüssig. Neben einem DVB-T-Tuner für den Express-Card-Slot nebst Antenne und Fernbedienung erhält der Kunde noch eine USB-Maus, eine Tragetasche sowie ein Aldi-übliches üppiges Software-Paket inklusive Windows Vista SP1, Microsoft Works, Corel Draw Essentials 3 und vieles mehr. Und auch bei den Anschlüssen kommt der Anwender nicht zu kurz. Zu dem bereits erwähnten HDMI-Port und einem Express-Card-Slot gesellen sich noch ein 4 in 1 Kartenleser, drei USB-2.0-Buchsen, ein eSATA/USB-Kombi-Port, ein VGA-Out, ein RJ45-Netzwerkanschluss sowie Line In, Line Out und Mikrofon In nebst S/P-DIF-Ausgang für 5.1 Audio-Sound. Für kabellose Netzwerkverbindung steht außerdem noch WLAN b/g und n sowie Bluetooth 2.0 zu Verfügung, ebenso wie die mittlerweile notorische Videokonferenz-Kamera im Display-Deckel sowie ein ins Tastaturlayout integrierter Ziffernblock.

Fazit und Alternativen: Sehr gutes Notebook, wenn auch nicht für jedermann

Gemessen an seinen Vorgänger-Geräten macht das Medion akoya MD 97110 mit Sicherheit am meisten Spaß. Die 3D-Grafik reicht für Casual-Gamer und Zockern mit niedrigen Ansprüchen locker aus und ist zudem bestens gerüstet für kommende Bildbearbeitungen wie etwa Adobes CS4, welche mit integrierten Chipsatz-Grafiken vehement auf Kriegsfuß stehen. Das gute Display kommt mit seinem 16:9 Format zudem noch mobilen Cineasten entgegen, solange sie an der DVD-Scheibe festhalten. Und am allgemeinen Ausstattungsumfang sowie an den Serviceleistungen (3 Jahre Garantie!) gibt es bei Aldi ohnehin nichts zu meckern. Für rund 800 Euro ist das Medion akoya MD 97110 ein absolut faires Angebot.

Verwendungszweck Notebooks

Für welche Anwendungen nutzen Sie Ihr Notebook vorrangig?

Office10.2%
Internet29.3%
Bildbearbeitung7.7%
Video-Schnitt5.8%
Multimedia-Wiedergabe14.8%
Spiele32.3%

Als Alternative zum Medion akoya MD 97110 wäre der Vollständigkeit halber noch ein Acer-Notebook mit dem unwiderstehlichen Namen Aspire 6930G-844G50MN (LX.AVN0X.047) zu nennen. Dieses 16-Zoll-Gerät stattete Acer für seinen Bestimmungszweck einfach konsequenter aus als Medion sein MD 97110. Zunächst wäre da mal das Blu-ray-Laufwerk zu nennen, womit das Acer sowohl sein Display als auch einen externen Flachbildschirm mit feinster HD-Ware füttern kann. Außerdem verbaut Acer mit dem Core-2-Duo P8400 einen noch schnelleren Prozessor (2 x 2,26 GHz) sowie den potenteren NVidia-3D-Chip 9600 GT mit 512 MB Grafikspeicher. Zusätzlich verfügt das Acer-Notebook noch über 500 GB Festplattenkapazität. Verzichten muss der Käufer bei Acer auf die verlängerte Garantiezeit (24 statt 36 Monate), den DVB-T-Tuner und das umfangreiche Software-Paket. Abgesehen davon ist es mit ca. 900 Euro rund einen Hunderter teurer als das Aldi-Gerät, ein schlechteres Preis-Leistungs-Verhältnis handeln Sie sich mit dem mobilen Acer-Rechner aber nicht ein. Letzten Endes kommt es einfach auf die Frage an, ob Ihnen Garantiezeit und Zubehör oder die pure Hardware wichtiger ist.

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