Testbericht

Casio Exilim EX-FH25

Die klassisch schwarze 20-fach-Megazoom Exilim EX-FH25 ermöglicht extrem schnelle Bildserien und Videoaufnahmen mit sehr hohen Bildraten. Wie viele gehobene Kompaktkameras der neuesten Generation basiert sie auf einem 1/2,3-Zoll-CMOS-Sensor.

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  2. Datenblatt
Casio Exilim EX-FH25

© Hersteller Casio

Casio Exilim EX-FH25

Casio beschränkt sich bei der FH25 auf 10 Megapixel. Dadurch sind die einzelnen Pixel etwas größer (1,7 µm) und fangen minimal mehr Licht ein als bei 12- und 14-Megapixel-Kompaktkameras üblich. Dies soll der FH25 zu einer besseren Bildqualität insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen verhelfen, was in diesem Fall jedoch nicht gerade überzeugend gelingt (siehe Bildqualität). Das 20-fach-Zoomobjektiv erlaubt dank 26 mm KB-äquivalent Aufnahmen mit großem Bildwinkel und holt dank 520 mm Tele sehr weit entfernte Motive ganz nah heran. Zur Ausstattung gehört ein mechanischer Bildstabilisator, der leichtes Zittern durch Sensorbewegungen ausgleicht.

Highspeed-Bilderserien und -Videos

In letzter Zeit bringen zwar immer mehr Hersteller Kameras auf den Markt, die sie mit Highspeed-Funktionen bewerben. Doch was genau ist "Highspeed"? Ein dehnbarer Begriff. Casio nimmt das Thema allerdings wirklich ernst: Die FH25 schafft im Highspeed-Serienmodus bis zu 40 B/s bei 9-Megapixel-Auflösung (maximal 30 Bilder) und im Serienblitz-Modus bis zu 5 B/s bei 8 Megapixeln (maximal 10 Bilder) - das macht Spaß und hilft insbesondere bei Aufnahmen schnell bewegter Motive. Über das Schnellzugriffsmenü kann man die Bildrate (1, 3, 5, 10, 15, 30, 40 B/s) und die Anzahl der Bilder pro Serie einstellen (5, 10, 20, 30). Die Highspeed-Videofunktion erleichtert beispielsweise Bewegungsstudien, außerdem lassen sich Videos mit extrem hohen Bildraten in Zeitlupe abspielen, ohne dass der Film dabei sichtbar ruckelt. Von der Bildqualität darf man sich dann allerdings nicht allzu viel erwarten. So ist die Auflösung etwa bei einer Bildrate von 120 B/s auf 640 x 480 Pixel, bei 240 B/s auf 448 x 336 Pixel, bei 420 B/s auf 224 x 168 Pixel und bei 1000 B/s sogar auf 224 x 64 Pixel beschränkt. Interessant: Der Filmer kann im Highspeed-Videomodus Blende und Belichtungszeit vorwählen und damit die Schärfentiefe gezielt als Gestaltungsmittel einsetzen - zumindest soweit der 1/2,3 Zoll kleine Sensor dies erlaubt. Im Standard-Videomodus funktioniert die manuelle Steuerung leider nicht; dafür sind bis zu 1280 x 720 Pixel bei 30 B/s drin. Autofokus und optisches Zoom bleiben während des Filmens aktiv.

Ausstattung

Statt Lithium-Ionen-Akku kommen vier AA-Batterien/Akkus zum Einsatz, für die der Anwender früher oder später zusätzlich investieren muss. Außerdem sind die Batterien relativ schwer: Die FH25 wiegt im Betriebszustand 602 g - inklusive SD/SDHC-Speicherkarte, die in einem separaten Seitenfach unterkommt, sich also nicht wie so oft das Fach mit dem Akku teilen muss. Die FH25 unterstützt sowohl JPEG als auch das mit weniger Verlusten behaftete RAW-Format. Allerdings brauchte sie im Test etwa 11 Sekunden, um ein JPEG mit über 3,5 MB und zusätzlich ein RAW mit mehr als 15 MB auf einer schnellen SDHC-Karte abzulegen - derweil ist sie außer Gefecht gesetzt. Der Funktionsumfang wird einer gehobenen Bridge-Kamera gerecht. Neben der Programmautomatik gibt es eine Zeit-, eine Blendenautomatik und einen manuellen Modus. In dem stehen 10 Blendenstufen zwischen f2,8 und f7,9 sowie Belichtungszeiten zwischen 1/2000 und 15 Sekunden zur Wahl. Beim manuellen Fokussieren zeigt die Casio automatisch neben einer groben Entfernungsskala eine Lupenansicht an, damit der Fotograf die Schärfe besser beurteilen kann. Wer sich lieber auf den Autofokus verlässt, kann das AF-Messfeld präzise positionieren oder einfach mit dem mittigen Spot-AF oder der AF-Verfolgung arbeiten. Die Blitzintensität lässt sich in 12 Stufen einstellen, das Bild über Schärfe, Kontrast und Farbsättigung individuell abstimmen. Zudem kann die FH25 drei unterschiedlich belichtete Einzelbilder in schneller Folge aufnehmen und sie dann zu einem Foto mit höherem Objektkontrast zusammensetzen. Im Gegensatz zu vielen anderen Magazoomkameras hat die FH25 keinen Speicher für unterschiedliche benutzerdefinierte Aufnahmeprofile.

Bedienkomfort

Die Einstellungen erfolgen im Wesentlichen über ein Modus-Wahlrad an der Stirnseite der Kamera, das Schnellzugriffmenü, das am rechten Bildrand erscheint, und das Hauptmenü, das Casio wie üblich in die drei Kategorien "Aufnahme", "Qualität" und "Einstellung" gliedert. Navigiert wird über eine Vierrichtungswippe. Deren Rechts/Links-Taste dient bei manueller Steuerung zum Ändern der Blende und Belichtungszeit, bei aktivem manuellen Fokus zum Scharfstellen. In der Kameraautomatik kann der Anwender selbst entscheiden, ob er über die R/L-Taste die Messmethode, den Selbstauslöser oder die Gesichtserkennung zugänglich machen will. Casio stellt dem ordentlichen 3-Zoll-Display einen passablen elektronischen Sucher zur Seite. Der Autofokus ist relativ zuverlässig, die Auslöseverzögerung mit 0,44 s im Weitwinkel und 0,55 s im Tele in Ordnung.

Bildqualität

Die FH25 erreicht zwar im Weitwinkel und bei ISO 100 über 1300 LP/BH, lässt aber im Tele zu stark nach: 656 bis 880 LP/BH bei minimaler Empfindlichkeit, das liegt deutlich unter dem derzeitigen Klassendurchschnitt. Außerdem treten ein starkes Bildrauschen (2,7/4,1 VN bei ISO 100/400) und ein ausgeprägter Texturverlust auf (1,5/1,6 Kurtosis). Der Objektkontrast fällt von guten 8,7 Blenden bei ISO 100 auf 7,7 Blenden bei ISO 400. Und an kontrastreichen Konturen kann es zu 1,3 Pixel breiten Farbsäumen kommen (chromatische Aberration). Positiv: die relativ schwache Randabschattung um 0,3 Blenden.

Fazit

Die Casio EX-FH25 überzeugt mit ihren Highspeed-Funktionen, der umfangreichen Ausstattung und dem Bedienkomfort. Wegen der mittelmäßigen Bildqualität vergeben wir keinen Kauftipp.  

www.casio-europe.com

Casio Computer Exilim EX-FH25

HerstellerCasio Computer
Preis350.00 €
Wertung46.0 Punkte
Testverfahren1.5

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