Testbericht

Canton Movie 165 im Test

Mit dem neuen Movie 165 will Canton ein Ausrufezeichen setzen. Für knapp über 700 Euro bieten die Hessen ein 5.1-Set mit vier winzigen Satelliten, Center-Speaker und aktivem Subwoofer.

Canton Movie 165 im Test

© Canton

Canton Movie 165 im Test

Pro

  • großer Klang aus kleinen Boxen
  • Wandhalter liegen bei

Contra

  • keine Phasenanpassung
63,2%

Canton hat seine Movie-Systeme einer Grundüberholung unterzogen. Auf Movie 160 folgt Movie 165, das in zahlreichen Punkten überarbeitet wurde. Wer 1000 Euro in die Hand nimmt, bekommt nicht nur das vollwertige 5.1-Lautsprecher-Ensemble, sondern kann sich gleich noch einen passenden AV-Receiver leisten, denn Canton hat das Set bei 720 Euro angesiedelt.

Das ist selbst bei Miniboxen nicht selbstverständlich - zumal die Hessen weder an der Verarbeitung noch an der Ausstattung gespart haben. Wandhalter für alle vier Satelliten und der Center sind serienmäßig, und das Finish der geschlossenen Boxengehäuse wirkt jetzt in Seidenmatt noch edler als die bisherigen Hochglanzgehäuse. Weiterhin gibt es die beiden Farbtöne Schwarz oder Weiß.

Es blieb nicht bei kosmetischen Veränderungen. Die Entwickler haben auch am Zwei-Wege-System und am 120 Watt starken aktiven Bandpass-Subwoofer geschraubt. Letzterer bekam ein neu entwickeltes 16,5 cm großes Chassis. Es ermöglicht eine Steigerung des Wirkungsgrades und eine Anhebung des Maximalpegels um 1,5 dB sowie eine größere Bandbreite.

Canton Movie 165 im Test

© Canton

Die Satelliten heben sich durch seidenmatte Gehäuse und akustisch optimierte Gitter vom Vorgänger ab. Sie klingen homogener und breitbandiger.

Neue Abdeckungen

Die Weichen-Abstimmungen wurden entsprechend angepasst. Die Übergangsfrequenzen zwischen Mittel- und Hochtonbereich liegen bei den Front-, Center und Surround-Kanälen einheitlich bei 5000 kHz. Die modifizierten Lautsprecher-Gehäuse dienen ebenfalls der Akustik, denn das erklärte Ziel war eine insgesamt größere Bandbreite und Homogenität des kompletten Sets. Dazu tragen die neuen Gitter mit verringerten Kantenbrechungs- und Beugungseffekten wesentlich bei. Damit sollen die Aluminiumtreiber - die Tief-Mitteltöner haben 8 cm Durchmesser, die Kalottenhochtöner 1,5 cm - ihr ganzes Potenzial entfalten.

Die Messungen belegen eindeutig, dass es sich beim Canton Movie 165 um ein besonders breitbandiges System handelt: Ganz gleich, ob man die -3- oder -6-dB-Punkte nimmt, beginnt der Spaß knapp über 40 Hz und endet erst jenseits der magischen 40-kHz-Grenze. Klar, dass solche Eigenschaften die Impulsverarbeitung begünstigen. Der Subwoofer lässt sich auf der Rückseite mehrfach an die räumlichen Gegebenheiten und den Aufstellungsort anpassen.

Dazu kann der Benutzer den Basspegel und die Übergangsfrequenz (zwischen 65 und 150 Hz) stufenlos regeln. Lediglich auf eine Phasenumschaltung muss man bei dem günstigen Set verzichten. Dafür lässt der Subwoofer die Wahl zwischen dem Anschluss an die Lautsprecher-Ausgänge des Receivers oder - soweit vorhanden - an dessen getrennte Subwoofer-Ausgänge für links und rechts.

Canton Movie 165 in weiß

© Canton

Canton baut nicht darauf, dass Besitzer ihre Satelliten einfach an den Nagel hängen. Dem Movie 165 liegen richtige Wandhalter bei, die außer beim Center sogar ein Schwenken gestatten. Dennoch mag es Fälle geben, in denen man sich Standboxen wünscht, etwa wenn auf der Frontseite große Fensterflächen liegen. Für diesen Fall, aber auch für alle, die ihren Miniboxen lieber zu einem auffälligeren Auftritt verhelfen möchten, gibt es den 88 cm hohen Lautsprecherständer LS 90.2 (hier mit Movie 160), der im Paar rund 140 Euro kostet.

Hörtest

Kaum zu glauben, was Canton für den Preis eines luxuriösen Soundbars an diskretem 5.1-Vergnügen bietet. Das Movie 165 erwies sich als großes Kino, wenn es um Surround-Wiedergabe ging. Begünstigt durch die ausgewogene Set-Harmonie und homogene Abstimmung sämtlicher Lautsprecher, spannte sich ein atmosphärisch dichtes 360-Grad-Panorama durch den gesamten Raum.

Der detailreiche, spritzige Klang löste sich sehr gut von den winzigen Lautsprechern. Die Anbindung des sehr konturiert und tiefreichend agierenden Subwoofers passte ebenfalls - egal, ob Filme oder Musik auf dem Programm standen. Neben den unteren wussten auch gerade die oberen Oktaven zu gefallen. Die Movie Stars boten feine Hochtonauflösung und guten Fokus.

Canton Movie 165 im Test

© Canton

Die Satelliten und der Center lassen unter 140 Hz merklich nach, deshalb sollte die Übergangsfrequenz nicht zu tief gewählt werden.

Fazit

Für den moderaten Preis in Höhe von 720 Euro liefert das 5.1-Surround-Set Movie 165 von Canton eine solide Klangleistung. Auch das Design kann sich sehen lassen: Die Minis wirken zeitlos modern.

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