Digitale Fotografie - Test & Praxis
Spiegellose Systemkamera

Canon EOS M100 im Test: Die Winzige

Canon spendiert mit der EOS M100 nun auch dem EOS-Einstiegsmodell M die neueste APS-C-Sensortechnik. Mehr Bildqualität in einem noch kleineren Gehäuse hat wohl derzeit kein Konkurrent zu bieten.

Canon EOS M100 Test

© Canon

Die Canon EOS M100 ist aktuell zu Marktpreisen um 450 Euro erhältlich.

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EUR 378,99

Pro

  • Sehr kompakt und leicht
  • Sehr gute Bildqualität
  • Überzeugender Autofokus
  • WLAN & Bluetooth

Contra

  • Durch Kompaktheit etwas unsicherer Halt
  • Kein Zubehörschuh

Fazit

ColorFoto Testurteil: 53,5 Punkte (0 Punkte über Durchschnitt)

Canon stellt die spiegellose EOS-​M-Reihe konsequent auf den aktuellen technischen Stand um. Nach dem Top-Modell EOS M5 und der abgespeckten EOS ​M6 ohne Sucher kommt nun die EOS ​M100 für 450 Euro. Auch sie kombiniert den aktuellen Dual-Pixel-CMOS-Sensor mit 24 Megapixeln mit dem Digic-7-Bildprozessor, steckt beides jedoch in ein noch kompakteres und noch günstigeres Gehäuse als die M6.

Neben dieser Troika hat Canon noch die EOS M3 mit 24-MP-Sensor ohne Dual-Pixel-Technik und mit Digic-6-Bildprozessor sowie die EOS M10 mit dem 18-MP-CMOS im Portfolio. Das Objektivangebot bleibt dagegen klein: Für das M-Bajonett gibt es bei Canon derzeit nur fünf Zooms und zwei Festbrennweiten – keines davon besonders lichtstark. Hier besteht Nachholbedarf.

Bildsensor und Autofokus 

Technisch steht Canons M100 der rund 150 Euro teureren M6 sehr nah. Gespart wurde an Gehäuse und Ausstattung, aber nicht bei der Fotoeinheit. Der APS-C-CMOS in Dual-Pixel-Bauweise mit 24 MP und der Digic-7-Bildprozessor sind aktueller Stand der Canon- Nahe Verwandte Die Mitglieder der aktuellen M-Generation bieten weitgehend die gleiche Technik, die jedoch in unterschiedlich gut ausgestatteten Gehäusen steckt. Oben die neue M100, links das Top-Modell M5 und unten die M6.Technik und werden in allen neuen APS-C-Modellen verwendet. Wie unsere Tests schon mehrfach gezeigt haben, bringt dieses Duo einen deutlichen Qualitätsgewinn gegenüber der 70D/760D/750D-Generation. Und dieses Plus fährt auch die M100 ein.

Die EOS M100 arbeitet mit der Dual-Pixel-Architektur, bei der jedes Pixel aus jeweils zwei Fotodioden besteht. Die beiden Subpixel können getrennt ausgelesen werden, sodass die M100 mit Phasendetektion auf dem Sensor scharf stellen kann. Insgesamt stehen dem Fotografen 49 AF-Felder zur Verfügung, die er entweder einzeln oder in Zonen (3 x 3 Felder) ansteuern kann. Oder er überlässt das Ganze gleich der Kamera, etwa beim Fotografieren mit automatischer Motiverkennung. Daneben gibt es noch kontinuierlichen AF, Tracking und Gesichtserkennung. Die Abdeckung der Sensorfläche ist gut – es bleibt jeweils nur ein schmaler Rand, in dem die Kamera nicht mehr fokussiert. Das AF-System setzt die Touch-Eingaben – die einzige Möglichkeit, den Fokuspunkt zu bestimmen – zügig um und fokussiert schnell neu. Mit 0,30/0,35 s bei 300/30 Lux ist die M100 etwas langsamer als die M5, aber genauso schnell wie die M6. Im Vergleich mit der spiegellosen Konkurrenz ist das Ergebnis in Ordnung – Panasonic und Olympus sind jedoch flotter. Beim manuellen Fokussieren helfen eine Lupe und Peaking.

Canon EOS M100 Display

© Canon

Das 3 Zoll große Touch-Display der Canon EOS M100 lässt sich klappen.

Ausstattung 

Mit rund 300 Gramm ist die M100 angenehm leicht, selbst die M6 bringt etwa 80 Gramm mehr auf die Waage. Erreicht wird das nicht zuletzt durch Kunststoff als Gehäusematerial. Die Fertigungsqualität ist allerdings gut. Schade, dass das USB-Laden nicht möglich ist.

Wie die M6 kommt auch die M100 ohne Sucher. Auch Nachrüsten ist nicht möglich, denn anders als die M6 hat die M100 keinen Zubehörschuh. Die Motivsuche ist so nur über den Monitor möglich. Das 3-Zoll-Touch-Display löst mit 346 667 RGB-Pixeln genauso fein auf wie bei der M6 – ist aber nur nach oben und nicht auch noch nach unten klappbar. Wenn die Kamera im grünen Modus (automatische Motiverkennung) arbeitet, wechselt sie nach dem Ausklappen des Monitors automatisch in den Selfie-Modus und erkennt sofort Gesichter. Bei Schwenks reagiert das Display mit kleinen Verzögerungen, beim schnellen Wechsel der Motivhelligkeit braucht der Monitor eine kurze Denkpause. Die Farben stellt das M100-Display etwas zu blass dar.

Filmen kann die M100 in Full-HDAuflösung mit maximal 60 Bildern/s. Videografen können sich entweder auf die Automatik verlassen oder mit der Wippe auf der Kameraoberseite in den manuellen Videomodus schalten. Dort legen sie Aufnahmeparameter wie Zeit, Blende, Belichtungskorrektur, ISO und AF-Betriebsart selbst fest. Ein externes Micro kann man nicht anschließen.

Lesetipp: Canon: Alle EOS-DSLRs im Test

Ohne Zubehörschuh kann man kein externes Blitzgerät einsetzen – das dürfte aber für die meisten M100-Nutzer kein Problem sein. Der eingebaute Pop- up- Blitz hat LZ 5 (ISO 100). In Sachen Konnektivität muss sich die M100 nicht verstecken: WLAN und Bluetooth mit Low-Energy-Technik sind dabei.

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