Mittelklasse-DSLR

Canon EOS 80D im Test: System-Upgrade

Mit 24,2-Megapixel-Sensor und verbessertem Autofokussystem löst die neue Canon EOS 80D ihre Vorgängerin EOS 70D ab. Novum in Canons unterer Mittelklasse ist ein großer 100-Prozent-Sucher und das zweite Display auf der Gehäuseoberseite.

  1. Canon EOS 80D im Test: System-Upgrade
  2. Bildqualität & Fazit
Canon EOS 80D

© Canon

Canon EOS 80D: Die DSLR muss sich in unserem Testlabor beweisen.
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EUR 1.234,00

Pro

  • Sehr gute Bildqualität bis ISO 800 im Feindetail-Modus
  • 100%-Pentaprismensucher
  • Schneller Autofokus
  • Guter Touch-Monitor
  • WLAN & NFC

Contra

  • Kein 4K-Video
  • Hoher Preis

Fazit

ColorFoto Testurteil: 57 Punkte von 100 Punkten

Knapp drei Jahre nach der EOS 70D stellt Canon mit der EOS 80D seine neue Mittelklasse-DSLR vor, positioniert zwischen Canons Einstiegsklasse EOS 750/760D und der semiprofessionell orientierten EOS 7D Mark II. Zu den wesentlichen Änderungen gehören ein neuer APS-C-Sensor mit einer leicht gesteigerten Auflösung und verbessertem Autofokus. Der soll sich in erster Linie in Low-Light-Situationen und im Videobetrieb bemerkbar machen.

Der Body der Canon EOS 80D schlägt mit einem Preis von knapp 1300 Euro zu Buche. In Kombination dazu gibt es für rund 520 Euro das neue Zoom-Objektiv EF-S 3,5-5,6/18-135 mm USM mit Nano USM Fokussiertechnik.

Sensor und Autofokus

Das Herzstück der Canon EOS 80D ist ihr neuer CMOS-Sensor, der von einem Digic-6-Prozessor unterstützt wird. Dabei ist das Plus von 4 Megapixeln gegenüber der 70D mit 20-Megapixel-Sensor zurückhaltend. Canon folgt damit dem derzeit üblichen Branchentrend, weniger die Pixelanzahl zu erhöhen und stattdessen an der Bildqualität zu arbeiten.

Hierzu passt auch, dass die ISO-Skala der EOS 70D beibehalten wurde. Sie reicht weiterhin von ISO 100 bis 16.000, im Hi-Modus sind ISO 25.600 drin. Zugleich hat Canon der 80D den neuen Modus Feindetail aus den Topmodellen EOS 5DS/5DS R spendiert. Dieser Modus führt zu einer sichtbar besseren Detailerhaltung und schiebt die 80D im Canon-Ranking deutlich nach vorne.

Canon EOS 80D Battery Grip

© Canon

Canon EOS 80D: Mit Batteriegriff hält die DSLR auch längere Foto-Sessions durch.

Zu den Neuerungen der EOS 80D gehört die Modernisierung des Autofokussystems. Für den Sucherbetrieb bietet die Kamera den für SLR-Kameras typischen Phasenautofokus mit Sensormodul im Gehäuse, was bei der 70D mit 19 Messfeldern im Vergleich zur Konkurrenz noch als Schwäche galt. Die 80D trumpft nun mit 45 Messfeldern und einer deutlich größeren Bildabdeckung auf. Alle Messfelder haben Kreuzsensoren, die vertikale und horizontale Strukturen erkennen und bis zur Objektiv-Lichtstärke von Blende 5,6 arbeiten. Die mittleren Messfelder sind - wie bei SLRs üblich - lichtempfindlicher, womit der Autofokus bereits bei einer Helligkeit von -3 EV statt bisher -0,5 EV loslegen soll.

Damit wird Fokussieren bei extrem schwachen Lichtverhältnissen - etwa bei Mondlicht - durchaus gut realisierbar, abhängig natürlich vom Motivkontrast und der Objektivlichtstärke. Zum anderen nutzt die 80D - wie schon die 70D - die "Dual- Pixel-CMOS-AF-Technik" des Sensors. Die Dual-Pixel-Sensoren arbeiten mit zwei Fotodioden pro Pixel, die zum Erzeugen von Bilddaten gemeinsam und für den Phasen-Autofokus separat ausgelesen werden. 80 Prozent der Sensorpixel nutzt die 80D so zur Phasendetektion. Im Ergebnis stellt sie schneller scharf als ältere Canon-Modelle wie die 70D, ohne jedoch die Top-Tempi einiger spiegelloser Modelle zu erreichen.

Canon EOS 80D

© Canon

Das neue Zoom-Objektiv EF-S 3,5-5,6/18- 135 mm USM: Der Motor steigert laut Hersteller die Fokussiergeschwindigkeit im Weitwinkel um das 2,5fache und in der Telestellung um das 4,3fache. Dabei solle es so geräuscharm wie das Canon EF-S 18-135 mm IS STM arbeiten.

Der 3-Zoll große, schwenk- und klappbare Monitor mit 346 667 RGB-Pixeln Auflösung überzeugte schon in der 70D: Seine Darstellung ist sauber und auch bei Schwenks verzögerungsfrei. Gut brauchbar ist die Touch-Funktion, die eine 7D Mark II noch nicht bietet. Zudem besitzt die Kamera das in dieser Klasse nicht übliche LC-Display an der Oberseite mit zugeordneten Funktionstasten (AF, Drive, ISO, Belichtungsmessmethode).

Erstmals in Canons Mittelklasse ist ein optischer Sucher mit 100-Prozent-Bildfeldabdeckung verbaut. Damit kann der Fotograf den späteren Ausschnitt schon bei der Aufnahme exakt festlegen. Als Aufnahmehilfe blendet die 80D Gitterlinien und eine elektronische Wasserwaage ein. Die Vergrößerung ist bei 0,95-fach (effektiv 0,58fach) geblieben, mehr bietet hier nur die Profiklasse.

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Bedienung

Die 80D hat ein im Vergleich mit der 70D kaum modifiziertes Gehäuse aus einer Kunststoff-Aluminium-Mischung, das aufgrund seiner rauen Oberflächenbeschichtung gut in der Hand liegt. Der Body ist gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet und betriebsbereit mit 730 g nun um 25 g leichter. Bei Anzahl und Anordnung der Bedienelemente gibt es im Prinzip keine Änderungen: Die AF-Taste rechts neben dem Sucherhöcker kennt man bereits vom Vorgänger, ebenso den praktischen Umschalthebel für Live-View- und Videomodus mit integrierter Start-/Stopptaste.

Das linksseitig platzierte Programmrad der 80D lässt sich erst nach Drücken einer Entriegelungstaste drehen und bietet Zugriff auf die verfügbaren Belichtungsprogramme, darunter Voll-, Programm-, Zeit- und Blendenautomatik, manuelle Zeit-/Blendeneinstellung, 10 Motivprogramme (SCN), 10 Kreativtools und jetzt neu in der 80D auch zwei Individualspeicher (C1, C2). Unsere Messung basiert auf dem mit der 5DS/5DS R eingeführten Stil "Feindetail", der zu einer besseren Detaildarstellung führt.

Die gelungene Mischung aus Funktionstasten, Einstellrädern, übersichtlichem Hauptmenü und Quick-Info-Monitor ermöglicht die intuitive Bedienung. Als zentrales Bedienelement dient wie gehabt das kombinierte Drehrad auf der Geräterückseite mit Richtungswippe und Set-Taste in der Mitte. Die Touch-Bedienung über den Monitor ergänzt das unbürokratische Konzept. Intern gibt es nun einen Messtimer, der auch Langzeitbelichtungen unterstützt. Im Videobetrieb besteht die Möglichkeit zu 4-Sekunden-Videoschappschüssen und Intervallaufnahmen, die zu einem Zeitraffervideo zusammengestellt werden können.

Neben WiFi unterstützt die EOS 80D auch NFC-Verbindungen, um mit entsprechend ausgestatteten Android-Geräten eine einfache Verbindung zum Datenaustausch aufzubauen.

Canon EOS 80D Body von oben

© Canon

In puncto Bedienkonzept hebt sich die EOS 80D deutlich von den Einstiegsmodellen ab. Dazu gehören das zweite LC-Display an der Oberseite mit zugeordneten Funktionstasten, eine Sicherung mit Entriegelungsknopf am Modusrad und der praktische Umschalthebel für Live-View-Foto und Videobetrieb mit Startfunktion.

Videos nimmt die 80D mit 60 B/s im Full-HD-Modus (1920 x 1080 Pixel) auf. Neben einem Mikrofoneingang findet sich an der Seite ein Kopfhörer-Ausgang, um den Ton bereits während der Aufnahme kontrollieren zu können. Leider wird noch kein 4K-Video geboten, was bei anderen Herstellern in der Mittelklasse längst zum Standard gehört. Dafür kann man Videos nicht nur im Standard-MP4-Format aufzeichnen, sondern auch mit bis zu 30 B/s als MOV-Datei mit Einzelbildspeicherung, bei Canon All-I-Kompression genannt. Dies ist ein willkommenes Feature für alle Filmer, die ihre Videos stärker bearbeiten wollen.

Autofokus und Serienbilder

Dass die 80D von der verbesserten Fokussiertechnik profitiert, zeigt sich im Labor wie im Praxistest. Auffällig flott arbeitet die Kamera mit dem kontinuierlichen Autofokus, sowohl beim Verfolgen bewegter Objekte als auch beim Filmen. Schon nach 0,4 s ist die Kamera startklar, was schon erheblich zügiger ist als bei der 70D (0,7 s). Die Auslöseverzögerung inklusive Autofokus-Zeit beträgt 0,35 s bei 300 Lux. Selbst 30 Lux meistert sie mit 0,38 s (70D: 0,45 s).

Deutlich aufgeholt hat die Canon-Kamera auch im Live-View-Betrieb mit einer Auslöseverzögerung inklusive Autofokus von 0,55/0,56 s bei 300/30 Lux. Das ist mehr als doppelt so schnell wie ihre Vorgängerin bei 300 Lux war (1,17 s). Allerdings kommen einige spiegellose Modelle auf Werte unter 0,2 s.

Canon EOS 80D LCD von hinten

© Canon

Die Anzahl der AF-Felder hat Canon von den 19 der 70D auf 45 erhöht und dabei auch gleich die Fokussierfläche vergrößert. Alle 45 Felder sind als Kreuzsensoren ausgelegt. Der mittlere Kreuzsensor ist bis -3 EV empfindlich und arbeitet bei Objektiven mit Lichtstärke 2,8 und 5,6 als Dual-Kreuzsensor.

Bei Serienaufnahmen hat sich weniger getan: Serien schießt die 80D wie ihre Vorgängerin mit 7 B/s (RAWs/JPEGs), davon 48 JPEGs und 25 RAWs am Stück. Der Verschluss schafft als kürzeste Zeit nach wie vor 1/8000 s beziehungsweise eine Blitzsynchronzeit von 1/250 s. Dazu gibt es einige weitere Verbesserungen: Ähnlich wie an den 5Ds-Modellen soll das neue Mirror-Vibrations-Control-System auch bei der 80D den Spiegelschlag motorgesteuert dämpfen und damit Erschütterungsunschärfen minimieren.

Der optimierte Belichtungssensor mit 63 Feldern misst sowohl das sichtbare als auch Infrarotlicht und kann Farben und Gesichter erkennen. Neu ist eine "Flacker-Erkennung", die bei Kunstlicht dafür sorgt, dass die Belichtung auf jedem Bild der Serie konstant bleibt, und eine zusätzliche "Priorität Weißabgleich" optimiert das Weiß bei warmen Lichtquellen.

Auf Seite 2 lesen Sie unsere Prüfergebnisse aus dem Testlabor und unser Test-Fazit.


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