Testbericht

Canon EOS 7D MK II im Test

Canon bringt die EOS 7D Mark II als Nachfolgerin der EOS 7D an den Start. Wir haben die SLR-Kamera mit einem neuem Sensor getestet.

Canon EOS 7D MKII im Test

© Canon/ Christian Rottenegger

Canon EOS 7D MKII im Test

Canon EOS 7D Mark II

54 Punkte

Canon führt mit der Canon EOS 7D MK II als Nachfolgerin des bisherigen Top-Modells EOS 7D (Test) einen neuen Sensor ein, dessen 20,2 Millionen Pixel jeweils mit einer zweiten Fotodiode für die AF-Phasenerkennung ausgestattet sind. Das Ergebnis: eine für SLR-Kameras ungewöhnlich kurze Auslöseverzögerung im Live-View-Betrieb und eine ungeahnt gute Schärfenachführung während des Filmens. Canon wird die EOS 7D Mark II nicht im Kit, sondern nur solo verkaufen. Preis: rund 1700 Euro.

Belichtungsmessung

Für die Belichtungsmessung ist nun ein 150.000-Pixel-RGB-Sensor mit 252 (7D II) statt 63 Zonen (7D) verantwortlich. Außerdem kommt eine Flacker-Erkennung hinzu, damit die 7D II etwa im Licht von Leuchtstofflampen stets genau bei maximaler Helligkeit auslösen und so Reihenaufnahmen einheitlich belichten kann. Weiterentwickelt wurde auch der zweimotorige Verschluss- und Spiegelantrieb für schnellere Serienaufnahmen (7D II: bis zu 9,5 B/s; 7D: max. 7,5 B/s). Als Besonderheit spendiert Canon eine GPS-Funktion inklusive Digitalkompass und eine USB-3.0-Buchse. WLAN kostet extra.

Testergebnisse

© Weka/ Archiv

Testergebnisse Im Edge-Profil (Mitte rechts) schießen die Kurven rechts und links der 0,0-Kante deutlich über das sonstige Niveau hinaus. Im Bild sind diese "Kurvenspitzen" bei sehr genauem Hinsehen als leichte Doppelkonturen zu erkennen: auf dunkler Seite als eine etwas dunklere, auf heller Seite als eine minimal hellere Linie, die genau entlang der Kante verläuft. In der Praxis kann sich eine solche Kantenverstärkung positiv auf den Bildeindruck auswirken, wenn sie zurückhaltend und symmetrisch vorgenommen wird. In diesem Fall greift sie jedoch zu massiv ins Bild ein und verleiht ihm dadurch ein unnatürlich hartes Aussehen. Auffällig bei Canon ist zudem die ungewöhnliche Breite von Over- und Undershot also der Kurvenspitzen. Hier liegt wohl der Grund für die mit Blick auf die Nennauflösung des Sensors etwas zu geringe effektive Bildauflösung.

Magnesiumgehäuse

Mit 902 g liegt das spritzwassergeschützte Magnesiumgehäuse der 7D II wie ein Profigerät in der Hand. Im Seitenfach finden sich zwei Steckplätze, einer für CF- und einer für SDHC/XCKarten. Ebenfalls sehr willkommen: der Ausklappblitz (LZ8), den man bei Bedarf als Master zur Steuerung externer EX-Blitzgeräte einsetzen kann. Wie gehabt deckt der Dachkantprismasucher das gesamte Bildfeld mit effektiv 0,63x-Vergrößerung ab. Wer will, kann Gitterlinien und eine Wasserwaage einblenden, zudem eine optionale Mattscheibe anbringen. Die Auflösung des fest verbauten 3-Zoll-Monitors steigt von 306.700 (7D) auf 346.667 RGB-Pixel (7D II).

Phasenautofokus

Die Konfiguration des Autofokus ist angesichts der vielen Einstellmöglichkeiten komplex und erinnert an das Profimodell EOS 1D X; im Kameramenü widmet Canon dem Thema fünf Register, eines davon befasst sich ausschließlich mit der AF-Verfolgung. Der Sucher-Phasenautofokus arbeitet nun mit 65 statt 19 Kreuzsensoren (7D) und bei kompatiblem EF-Objektiv mit einem zentralen Doppel- Kreuzsensor. Die Auslöseverzögerung betrug im Labor durchschnittlich 0,4 und 0,56 s (300/30 Lux) - keine Meisterleistung.

Canon EOS 7D MKII Rückansicht

© Canon/ Christian Rottenegger

Schneller Live- View-Autofokus: Canons SLR-Spitzenmodell der APS-C-Klasse EOS 7D Mark II kann dank des neuartigen Sensors auch im Live-View-Modus eine schnelle Phasenerkennung durchführen und so die Schärfe während des Filmens überraschend zuverlässig und dezent nachziehen.

Große Fortschritte gibt es dagegen beim Live-View-Autofokus zu verzeichnen: Während die 7D mit Kontrastmessung über 2 s zum Scharfstellen und Auslösen braucht, schafft die 7D II dies mit neuer LV-Phasenerkennung in 0,6/0,62 s. Dass sie den Fokus damit beim Filmen besonders gut und dezent nachzieht, macht ihre Full-HD-Videofunktion noch einmal interessanter.

Komfortabel

Das Bedienkonzept der EOS 7D II ruht auf drei Säulen: Über die Funktionstasten neben dem oberen Info-Display lassen sich zusammen mit den beiden Universalrädern je zwei wichtige Aufnahmeparameter ändern. Weitere Eingaben sind im Sucherbetrieb am Einstellbildschirm und im Live-View-Modus über das transparent angezeigte Schnellmenü möglich. Das Hauptmenü besteht zwar aus nicht weniger als 24 Seiten; trotzdem fällt es mit Drehrädern und Joystick leicht, durch die horizontal angeordneten Reiter, Seiten und Einträge zu navigieren.

Bildqualität

Die EOS 7D II liefert eine solide Grenzauflösung, bleibt aber unter den Erwartungen für einen 20-Megapixel-Sensor und erreicht bei weitem nicht die hohen Maxima von Fujifilm X-T1 und Sony A6000. Die hohen DL-Werte bei ISO 100 sprechen zunächst für eine sehr ordentliche Feinzeichnung, kritisch ist jedoch die deutliche Kontrastanhebung. Zudem bringt die 7D II recht ausgeprägte Artefakte ins Bild. Mehr noch fällt die außergewöhnlich starke Kantenverstärkung auf, die den Aufnahmen teils ein etwas unnatürliches Aussehen verleiht. Dazu kommt ein stärkeres Luminanz-Rauschen ab ISO 1600.

Canon EOS 7D MKII Seitenansicht

© Canon/ Christian Rottenegger

Canon EOS 7D MKII Seitenansicht

Fazit

Im Vergleich zu den beiden SLR-Kameras Nikon D7100 (Test) und Pentax K-3 (Test) wirkt die EOS 7D Mark II in ihrem massiven Magnesiumgehäuse noch einmal professioneller und stellt im LV-Modus deutlich schneller scharf. Bei der Bildqualität verliert die neue Canon wegen der überdurchschnittlich starken Kantenverstärkung zu viele Punkte und verspielt so den durchaus erreichbaren Testsieg.

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