DSLR

Canon EOS 700D im Test

Die Canon EOS 700D löst die 650D in der EOS-Einstiegsklasse ab. An Design und Ausstattung ändert sich nur wenig. Auch der bewährte 18-Megapixelsensor bleibt. Die Testergebnisse sprechen aber für eine modifizierte Signalverarbeitung und einen überarbeiteten Hybrid-Autofokus.

  1. Canon EOS 700D im Test
  2. Datenblatt
Canon EOS 700D Test

© Canon

Canon EOS 700D Test
EUR 232,70

Pro

  • gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Bedienung wahlweise über Touchscreen oder Knöpfe

Contra

  • überhöhte Farbkontraste bei JPEG
  • Hybridautofokus hat Probleme bei schwachem Licht
63,1%
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Pro

  • gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Bedienung wahlweise über Touchscreen oder Knöpfe

Contra

  • überhöhte Farbkontraste bei JPEG
  • Hybridautofokus hat Probleme bei schwachem Licht
63,1%

Nach nur einem Jahr ersetzt Canon die DSLR EOS 650D durch eine Nachfolgerin: die 800 Euro teure EOS 700D. In der EOS 700D bleibt fast alles wie gehabt; auch der bewährte APS-C-Sensor mit 18 Megapixeln wurde gegenüber der EOS 650D allenfalls minimal modifiziert. Die Digitalkamera beherrscht ISO 100 bis ISO 12.80, erweiterbar bis auf ISO 25.600.

Das Gehäuse Canon EOS 700D besteht vorwiegend aus Kunststoff, hat keine Dichtungen zum Schutz vor Spritzwasser und Staub, fühlt sich aber dank griffiger Oberfläche an den Handauflagen rechts und links des Objektivs solide und angenehm an. Die Leistung des Ausklappblitzgeräts steigt gegenüber der EOS 650D von LZ9 auf LZ11. 

Der Pentaspiegelsucher der Canon EOS 700D deckt unverändert 95 % des Gesichtsfelds ab und stellt das Bild mit effektiv 0,5-fachem Vergrößerungsfaktor dar - wie klein das ist, fällt nicht erst im direkten Vergleich zu teureren Kameras wie der EOS 5D Mark III (Test) mit 0,71x-Sucher auf. Gitterlinien lassen sich mangels entsprechender LCD-Mattscheibe nicht einblenden. Zur Bildkontrolle und Live-View-Vorschau dient ein ordentlicher 3-Zoll-Touchscreen, den man dankenswerterweise um 180 Grad aus dem Gehäuse klappen und um 270 Grad drehen kann.

Canon EOS 700D Test - Oben

© Canon

In unmittelbarer Nähe zum Auslöser, gut erreichbar für den Zeigefinger, befindet sich ein Wahlrad, mit dem man etwa komfortabel im Menü das Register wechseln kann.

Belichtung, Autofokus und Performance

Wie von Einsteigerkameras gewohnt, stehen auf der Canon EOS 700D neben den Automatik- und (teil)manuellen Modi auch diverse Motivprogramme zur Wahl, zudem vier Belichtungsmessmethoden: Matrix auf 63 Feldern, mittenbetont, selektiv (ca. 9 % des Bildfelds) und Spot (4 %). Im Sucherbetrieb nutzt die Canon EOS 700D den bewährten Phasenautofokus mit 9 Kreuzsensoren und löst nach durchschnittlich 0,41 bzw. 0,34 s aus (1000 und 30 Lux). Im Live-View wechselt die Kamera zum Hybrid-Autofokus - eine mit der EOS 650D eingeführte Lösung, die Kontrastmessung und Phasenerkennung am Aufnahmesensor koppelt.

Canon EOS 700D Test - Monitor

© Canon

Der rückseitige Monitor lässt sich ausklappen und schwenken. Zudem ist er berührungsempfindlich und somit eine willkommene Ergänzung zu den klassischen Bedienelementen.

Während die EOS 650D mit dieser Hybrid-Lösung noch weit über eine Sekunde nach der richtigen Schärfe sucht, schafft die Canon EOS 700D eben dies in weniger als 0,3 s - eine tolle Leistungssteigerung. Allerdings setzt dies Optimalbedingungen voraus, wie sie etwa im Labor mit 1.000 Lux herrschen. Bei schwächerem Licht brechen AF-Tempo und Treffsicherheit dramatisch ein. 

Videofunktion

Auch beim Filmen überzeugt der Hybrid-Autofokus der Digitalkamera nur bedingt. Mit USM-Objektiv suchte er im Test oft pumpend nach der richtigen Einstellung; mit dem neuen Standardzoom 3,5-5,6/18-55 mm STM zieht die Canon EOS 700D zwar die Schärfe leidlich zielsicher nach, reagiert jedoch meist deutlich zeitverzögert. Die Full-HD-Videos der Kamera wirken farblich ausgeglichen, an feinen Strukturen und in Schattenbereichen treten teils störende Bildfehler auf. Ein separater Videoauslöser fehlt der DSLR.

Canon EOS 700D Test - Moduswahlrad

© Canon

Canon hat das Moduswahlrad modifiziert; es lässt sich nun um 360 Grad drehen. Die Leistung des Ausklappblitzes steigt auf LZ11.

Bedienung

Abgesehen vom Moduswahlrad, das sich nun um 360 Grad drehen lässt, ändert sich bei der Canon EOS 700D in puncto Handhabung wenig. Warum auch sollte Canon am gelungenen Bedienkonzept der EOS 650D rütteln? Für die wichtigsten Aufnahmeparameter stehen die bekannten Schnellzugriffstasten bereit, kombiniert mit einem Drehrad in gut erreichbarer Nähe des rechten Zeigefingers. Auch der Vier-Richtungsschalter ist mit Funktionen belegt, der SET-Knopf definierbar.

Übersicht: Alle Canon-EOS-DSLRs im Test

Der Touchscreen schafft eine zusätzliche Bedienebene, mit dem so manches noch schneller von der Hand geht. Wer will, kommt aber auch ohne ihn zurecht und kann die Touch-Funktionalität deaktivieren. Nach Druck der Q-Taste verwandelt sich der Info- in einen Einstellmonitor. Das Hauptmenü besteht aus elf horizontal angeordneten Karteireitern, die sich Canon-typisch ohne Scrollen überblicken lassen.

Canon EOS 700D Test - Einstellungen

© Canon

Wer ungewollte Einstellungen durch versehentliches Berühren des Touchscreens vermeiden will, kann die Touch-Funktionalität deaktivieren und die Kamera über Tasten und Drehräder steuern.

Bildqualität

Schon an der EOS 650D fiel im ColorFoto-Test eine ausgeprägte Farbkontrastanhebung auf, und tatsächlich greift die Canon EOS 700D nicht weniger aggressiv in die JPEG-Aufnahmen ein. Dies führt zwar zu hohen DL-Werten (bis 1.386 LP/BH), aber auch zu einem ausnehmend harten Bildeindruck; wer es lieber etwas weniger knackig mag, kann das in den Voreinstellungen korrigieren, was aber die Gesamtbalance verschiebt, oder fotografiert gleich mit dem RAW-Format. 

In puncto Dynamik und Grenzauflösung liegt die Canon EOS 700D in etwa auf Niveau der EOS 650D (Test). In der für die Messung relevanten Standardkonfiguration nimmt Canon jedoch den Rauschfilter etwas zurück, was einerseits zu einem stärkeren Visual Noise, andererseits zu schwächeren Texturverlusten führt.

Ratgeber: Worauf Sie beim DSLR-Kauf achten sollten

Testfazit

Mit der EOS 700D betreibt Canon Modellpflege, ohne für größere Überraschungen zu sorgen. Der Hybrid-Autofokus arbeitet zwar jetzt bei optimalen Bedingungen deutlich schneller, hat aber noch immer Probleme bei schwachem Licht. Auch die überhöhten Farbkontraste der JPEG-Aufnahmen bleiben.

Eine leicht veränderte Bildabstimmung bringt der Canon EOS 700D dennoch einen minimalen Punktevorsprung gegenüber ihrer Vorgängerin ein. Den deutlich überarbeiteten 18-Megapixel-Sensor mit veränderter Pixelanordnung für den Live-View-Autofokus bekommt man nur mit der ebenfalls neuen, günstigeren EOS 100D.

Canon EOS 700D

HerstellerCanon
Preis800.00 €
Wertung49.0 Punkte
Testverfahren1.6

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