Digitale Fotografie - Test & Praxis
Einsteiger-Kamera

Canon EOS 6D Mk II im Test

Den günstigsten Einstieg in die Vollformatfotografie ermöglicht bei Canon traditionell die EOS 6D – ab sofort runderneuert als Mark II für 2100 Euro. Der Test.

Canon EOS 6D Mark II

© Canon/ bearbeitet mit Material von MaxyM/Shutterstock

Für eine Vollformatkamera ist die Canon EOS 6D Mark II ausgesprochen handlich.

Pro

  • Ausstattung Konnektivität
  • Dreh- und schwenkbares Display
  • Bedienkomfort

Contra

Fazit

ColorFoto Testurteil: 69 Punkte (17 Punkte über Durchschnitt); Kauftipp Bildqualität

Leichtes Gepäck für neue Perspektiven – so bewirbt Canon die EOS 6D Mark II. Und tatsächlich ist sie mit Abmessungen von 144 x 113 x 78 mm und einem Gewicht von ca. 780 Gramm für eine Vollformat-SLR leicht und kompakt – noch ein paar Millimeter kleiner und rund 35 Gramm leichter als die EOS 5D Mark IV. Mit dem EF 24- 105 mm f 3,5-5,6 IS STM ergibt sich zwar ein Gesamtgewicht von ca. 1 300 Gramm, doch die Balance von Body und Optik ist perfekt gelungen – leichtes Gepäck für neue Perspektiven eben...

Die entscheidenden Neuerungen sind die höhere Auflösung dank eines Dual-Pixel-Sensors mit 26 Millionen Bildpunkten und der deutlich leistungsfähigere Autofokus mit nun 45 Kreuzsensoren.

Gehäuse und Ausstattung 

Die Werkstoffe für das Kameragehäuse sind Aluminiumlegierung und glasfaserverstärktes Polycarbonat. Im Gegensatz zum Vorgängermodell wird die 6D Mark II als staub- und spritzwasserschutzgeschützt vermarktet. Beim Anblick der Abdeckungen für die Steckanschlüsse kamen uns da zwar leise Zweifel, insgesamt ist die Verarbeitung der Kamera aber sehr gut und vermittelt durch die kompakte Bauweise auch einen ausgesprochen robusten Eindruck. An allen Griffpositionen ist die Oberfläche gummiert und mit einer deutlichen Struktur versehen. Der Griff an der rechten Kameraseite ist sowohl von der Form, als auch vom Volumen her sehr ausgeprägt und bietet einen absolut sicheren Halt.

Herzstück der neuen 6D II ist ein 26-Megapixel-Bildsensor (6240 x 4160 Bildpunkte), deutlich mehr als beim 20 Megapixel-Vorgänger (5472 x 3648 Bildpunkte). Der Pixelpitch reduziert sich dabei moderat von 6,6 auf 5,8 μm. Zudem arbeitet so nun auch die 6D II mit Dual-Pixel-Technik, also zwei Subpixeln je Pixel, für den AF im Live-View-Betrieb. In der Hierarchie der Canon-Vollformater übernimmt die 6D II die Rolle des Einstiegsmodell für 2100 Euro.

Canon EOS 6D Mark II SD-Karten-Slot

© ColorFoto

Fehlendes Detail: Ein zweiter Steckkartenplatz wäre eine gute Option, fehlt aber leider.

Filmen kann die 6D Mk II trotzdem wie das Vorgängermodell nur in Full-HD-Qualität – allerdings jetzt mit doppelter Bildfrequenz von maximal 60 Bildern/s. Andere können 4K, ob das bei einer Fotokamera aber wichtig ist, muss letztlich jeder selbst entscheiden. Den integrierten Blitz vermissen wir da schon eher, aber bei Vollformatkameras ist das häufig so, da dann eine Sollbruchstelle entfällt. Die Steuerung externer Blitzgeräte erfolgt über das Kameramenü. Blitzbelichtungsreihen sind möglich, und die kürzeste Synchronzeit beträgt 1/180 s. 

Üppig ausgestattet ist die EOS 6D Mk II in Sachen Konnektivität: USB, WLAN, Bluetooth und NFC sind mit an Bord. Für Dauerverbindungen mit Smartphone oder Tablet eignen sich die energiesparenden Varianten, das energiehungrige WLAN dient vor allem der Bildübertragung. Das GPS-Modul – fast schon ein Alleinstellungsmerkmal –kann Daten verschiedener Satellitensysteme verarbeiten (GPS-, Glonass- und QZSS).

Sucher und Monitor 

Endlich können wir im sonst so sachlichen ColorFoto-Test mal eine echte Sensation vermelden: Das dreh- und schwenkbare Display ist nämlich eine Weltneuheit. Sie kannten das schon? Dann bestenfalls von Kameras mit kleinerem Sensor, denn unter den Vollformat-SLRs ist die 6D Mark II tatsächlich die erste. So lassen sich Aufnahmen in Bodennähe und über Kopf viel komfortabler realisieren, auch Selfies gehen locker von der Hand: Das Display kann in seitlicher Position um 180 Grad nach vorne gedreht werden.

Auch ansonsten haben wir am Monitor nichts auszusetzen: Die Auflösung von 346.667 RGB-Bildpunkten bringt eine gestochen scharfe Abbildung aufs Display. Die Helligkeit ist in sieben, deutlich abgestuften, Positionen einstellbar. Und, last but not least, verfügt das Display über eine gut funktionierende Touch-Funktion. Damit lässt sich der Fokus verlagern, und bei der Bildbetrachtung kann man wie vom Smartphone gewohnt mit zwei Fingern in das Bild hinein- oder wieder hinauszoomen. Auch das Menü lässt sich per Touch steuern. Das ist mitunter ein etwas heikles Thema – vor allem bei Kameras in dieser Klasse. Doch da sich alle Kamerafunktionen alternativ auch per Direkttaste oder Auswahlmenü aktivieren lassen, ist die Flexibilität noch größer.

Der Pentaprismensucher ist hell und klar. Durch die feststehende Mattscheibe können Informationen in unterschiedlicher Form im Sucher eingeblendet werden. Die Bildfeldabdeckung des Suchers beträgt ca. 98%, die Vergrößerung ist ca. 0,71-fach. Ein Dioptrienausgleich ist möglich, das kleine Einstellrad dazu ist so positioniert, dass man auch drankommt und es präzise einstellen kann, ohne sich die Finger zu verbiegen. Vorbildlich.

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