Digitale Fotografie - Test & Praxis
Testbericht

Canon EOS 50 D

Kein Quantensprung, sondern Detailpflege stand beim Modellwechsel von der EOS 40D zur 50D auf der Tagesordnung. Am bewährten Chassis aus Magnesiumlegierung hat sich ebenso wenig geändert wie an Abmessungen und Gewicht. Die Kamera liegt sehr gut in der Hand und ist aus ergonomischer Sicht kaum zu verbessern. Für etwa 1000 Euro bietet die EOS somit einen hohen Gegenwert. Allerdings ist das Gehäuse nicht umfassend gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet, nur das Speicherkarten- und Akkufach. Erfreulich: Am Anschlussfeld findet sich eine HDMI-Buchse für die Übertragung hochauflösender Digitalbilder.

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© Archiv

Auch der SLR-Sucher mit einer effektiven Vergrößerung von 0,56x ist nicht für eine Überraschung gut. Erfreulich allerdings, dass die EOS 50D eines der wenigen SLR-Modelle bleibt, bei denen man die Sucherscheiben wechseln kann. Die Standardmattscheibe Ef-A lässt sich durch die Varianten Ef-D mit Gitternetz und Ef-S für manuelle Fokussierung ersetzen.

Dreh- und Angelpunkt des stimmigen Bedienkonzepts ist das große Daumenrad an der Rückseite. Ergänzend findet sich ein kleiner Joystick als 4-Wege-Schalter, der das Navigieren in den Menüs abermals erleichtert. Unter "My Menu" kann man bis zu sechs Einträge speichern, die man dann im Direktzugriff hat. Außerdem wurde im Vergleich zur EOS 40D eine zusätzliche Bedienebene eingezogen: Ein Druck auf den Joystick öffnet ein Anzeigefeld am Monitor, in dem Kameraeinstellungen nicht nur zu sehen sind, sondern direkt verändert werden können. An der Kameraoberseite findet sich das für die Modellreihe typische LC-Display zur Anzeige von Aufnahmedaten. Neben der Matrixmessung mit 35 Sektoren erlaubt die EOS 50D die Varianten mittenbetont-integral, selektiv (ca. 9 % des Sucherfeldes) und Spot (3,8 % des Sucherfelds).Das Moduswahlrad für Belichtungsprogramme stellt Voll-, Programm-, Zeit- und Blendenautomatik zur Wahl, ergänzt durch einen manuellen Modus, sechs Motivprogramme und A-DEP als Spezialprogramm für maximale Schärfetiefe. Über C1 und C2 kann man gespeicherte Kameraprofile abrufen. CA steht für eine modifizierte Vollautomatik mit elementaren Eingriffsmöglichkeiten.

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© Archiv

Das für die Modellreihe obligatorische LC-Display an der Kameraoberseite lässt sich auf Knopfdruck beleuchten.

Eine geringe Auslöseverzögerung inklusive AF-Zeit gehört zu den Stärken der Canon-SLRs, und auch die EOS 50D muss sich mit 0,28/ 0,26 s bei 3000/30 Lux nicht verstecken. Die Nikon D300 ist zumindest bei wenig Licht mit 0,47 s ein Stück langsamer. Die maximale Bildfrequenz beträgt 5,8 B/s, die Einschaltverzögerung 0,3 s. Der hochauflösende 3-Zoll-Monitor mit 30_7000 RGB-Bildpunkten kommt der Live-View-Darstellung entgegen. Zum manuellen Scharfstellen lässt sich eine 5- oder 10-fach vergrößernde Bildschirmlupe zuschalten. Für die automatische Fokussierung bietet die Kamera drei Optionen: Phasen- und Kontrast-AF, Letzterer auch mit Gesichtserkennung. Belichtungssimulation und Schärfentiefenkontrolle sind möglich; Histogramm und Linienraster lassen sich bei Bedarf einblenden.

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© Archiv

Ins Live-Bild lassen sich Gitterlinien und Histogramm einblenden. Der Kontrast-AF arbeitet auch mit Gesichtserkennung.

Bildqualität

Der CMOS der EOS 50D zeichnet Bilder mit einer nominellen Auflösung von 15 Megapixeln auf. Für die Bildbearbeitung ist der DIGIC-4-Prozessor mit einer Rechentiefe von 14 Bit zuständig. Eine Vignettierungskorrektur für Canon-Objektive lässt sich zuschalten. Die gemessene Auflösung beträgt maximal 1327 LP/BH bei ISO 100 und 1191 LP/BH bei ISO 1600; der Texturverlust ist mit Werten zwischen 0,9 und 1,2 durchschnittlich. Im Vergleich zur EOS 40D rauscht die 50D weniger, vor allem bei ISO 1600 (VN 1,5 gegen-über VN 2,7). Die Dynamik beträgt konstant 9,5 Blenden bis ISO 800 und fällt bei ISO 1600 nur auf 9 Blenden ab.

Detaillierte Testergebnisse - Canon EOS 50D

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