Testbericht

Canon EOS 350D

Mit 71 Gesamtpunkten ist die EOS 350D Klassenbeste in der Region unter 1000 Euro. Für die dicht dahinter liegenden Konkurrenten, vor allem Nikon D70s und Olympus E-500 (beide 69 Punkte) spricht die bessere Ausstattung, vor allem die größeren Monitore mit 2 bzw. 2,5 Zoll.

Canon EOS 350D Vorderseite

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Canon EOS 350D Vorderseite

In der Klasse unter 1000 Euro ist Canon derzeit nur mit einem Modell vertreten, der EOS 350D. Am Erfolg dieser Kamera und ihrer Vorgängerin EOS 300D gibt es nichts mehr zu rütteln. Dennoch zeichnet sich Handlungsbedarf bei Canon ab, vor allem wegen des kleinen und nicht mehr zeitgemäßen 1,8-Zoll-Monitors. Auch die Gehäuse-Haptik ließe sich verbessern: Die Kunststoff-Oberfläche ist zwar etwas aufgerauht und wirkt auch ohne Gummierung relativ griffig. Einige Mitbewerber wie Nikon D50 oder Olympus E-330 fühlen sich dennoch wertiger an.

Canon EOS 350D Rückseite/Display

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Hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis: 8 Mio. Pixel und umfangreiche Ausstattung bietet die 350D.

Wer mit einer gebrauchten EOS300D liebäugelt, sollte wissen: Die EOS 350D bietet nicht nur 2 Mio. Pixel mehr Auflösung, sondern hat beim Funktionsumfang entscheidend zugelegt. Hinzugekommen sind Spiegelvorauslösung, Direct-Print-Taste und manuelle Blitzlichtkorrektur (leider nur über das Aufnahmemenü). Für die Betriebsarten des 7-Punkt-Autofokus gibt es ebenso ein Auswahlmenü wie für die Belichtungsmessmethoden (Matrix, mittenbetont, selektiv), während die EOS 300D entsprechende Einstellungen programmabhängig vornimmt, ohne den Anwender mitreden zu lassen. Die Auslöseverzögerung inklusive AF-Zeit ist mit 0,25 s erfreulich gering, der Stromverbrauch mit 13,3 Ws extrem niedrig.

Canon EOS 350D Lithium-Ionen-Akku

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Durch den kleinen, leistungsfähigen Lithium-Ionen-Akku ist die Canon EOS 350D leicht und kompakt.

Im Funktionsumfang kann die EOS 350D mit ihren größeren Schwestern gut mithalten. Deutlichere Unterschiede gibt es bei der Bedienung: Statt eines Drehrads wie bei EOS 20D/30D findet sich hier der klassenübliche 4-Wege-Schalter mit integrierter Bestätigungstaste. Praktisch: Die Tasten des 4-Wege-Schalters dienen im Aufnahmemodus als Funktionstasten für Messmethode, Empfindlichkeit, Aufofokus und Weißabgleich. Wird eine dieser Tasten gedrückt, springt automatisch der Monitor an, um den betreffenden Eintrag bzw. die Auswahlmöglichkeiten anzuzeigen.

Sehr erfreulich auch, dass Canon die EOS 350D mit Individualfunktionen ausgestattet hat, die bei der EOS 300D fehlen. Neun Individualfunktionen sind zwar nur halb so viele wie bei EOS 20D/30D; auf die wichtigsten muss man aber nicht verzichten. So kann man z. B. für den Blitzbetrieb in Zeitautomatik (Blendenvorwahl) eine feste Synchronisationszeit (1/200 s) eingeben, eine Rauschreduktion für Langzeitbelichtungen wählen, die Spreizung für (Blitz-)Belichtungskorrekturen zwischen 1/3 und 1/2 Blende variieren oder die Set-Taste individuell belegen. Von EOS 20D/ 30D kennt man den SW-Modus mit Software-gesteuerten Tonungs- und Filtereffekten oder die Weißabgleichskorrektur in einem grafischen Menü mit zwei Farbachsen, wobei auch Reihenbelichtungen (WB-Bracketing) möglich sind. Die Leitzahl des eingebauten Blitzgeräts ist bei der 350D deutlich höher (LZ 11), als bei den größeren Schwestern (LZ 8 bis 9). Diese besitzen wiederum eine Blitzkabelbuchse, die der 350D fehlt.

Bildqualität: Mit 54 Punkten bei ISO 100 (50,5 Punkten bei ISO 400) bietet die EOS 350D die beste Bildqualität in der Klasse unter 1000 Euro. Bezogen auf ISO 100 erreicht sie auch beim Rauschen mit 14,5 Punkten fast den Höchstwert, bei ISO 400 noch gute 11,5 Punkte. Weniger Rauschen bieten nur die Dynax-Modelle von Konica Minolta; etwa gleichauf die Nikon D70s, die wie die Olympus E-500 eine etwas höhere Auflösung besitzt.

Detaillierte Testergebnisse - Canon EOS 350D

Grafik-Menü Canon EOS 350D

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Zu den von den aus der 20D abgeleiteten Funktionen gehört der WB-Abgleich.

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