Testbericht

Canon EOS 1Ds Mark III

Das Topmodell von Canon ist wie das semiprofessionelle Schwestermodell EOS 5D Mark II eine 21-Megapixel-Kamera, mit dem Unterschied allerdings, dass sich die ISO-Empfindlichkeit "nur" bis maximal 3200 einstellen lässt, während die EOS 5D Mark II Höhenflüge bis ISO 25 600 erlaubt.

image.jpg

© Canon

Mit 6900 Euro ist die 1Ds Mark III stolze 4500 Euro teurer als die 5D Mark II als neue Nummer 2 in der Canon-Hierarchie.Das Gehäuse der Neuen besteht aus einer Magnesiumlegierung, ist spritzwassergeschützt und mit seinen fließenden Formen ein Klassiker des Kameradesigns.

Vergleichsweise wenige Bedientasten gruppieren sich an der Rückseite um das zentrale Einstellrad inklusive Set-Taste. Das mit dem Daumen zu bedienende Rad ist Dreh- und Angelpunkt der Bedienung: Im Wiedergabemodus wechseln Sie damit von Bild zu Bild, in den Menüs von Eintrag zu Eintrag. Zudem lassen sich damit diverse Einstellwerte verändern; ein zweites Rad für den Zeigefinger findet sich wie üblich in Nachbarschaft des Auslösers. Über Aufnahmedaten informiert ein LC-Display rechts oben am Gehäuse, ergänzt durch ein schmales LCD unterhalb des TFT-Monitors.

Zum Speichern der Bilder stehen zwei Kartenslots, der eine für CompactFlash-, der andere für SD-Card bereit; dabei sind verschiedene Speichermodi möglich. Trotz der großen Datenmengen verhelfen zwei Digic-3-Prozessoren der EOS 1Ds Mark III zu einer Bildfrequenz von 4,8 B/s. Neben der maximalen Bildgröße mit 5616 x 3744 Bildpunkten lassen sich auch drei kleinere, platzsparende Formate (M1, M2, S) einstellen. Und neben RAW mit voller Auflösung erlaubt die Kamera auch eine sRAW-Variante mit etwa 5 Megapixel Auflösung.

Die Menüführung ist sehr übersichtlich: Durch Aufteilen der Menü-Inhalte in neun Register wird Scrollen unnötig, weil jedes Register maximal sieben Einträge umfasst, die man komplett überblicken kann. Navigiert wird komfortabel mittels Daumenrad (vertikal) und zusätzlich vorhandenem Joystick (horizontal). "My Menu", auch bei der 5D Mark II verfügbar, erlaubt eine individualisierte Ansicht.

Der TFT-Monitor ist mit 3 Zoll zwar ebenso groß wie bei der Konkurrenz, bietet mit 76 700 RGB-Bildpunkten aber nur ein Drittel an Auflösung. Und anders als beim Schwestermodell EOS 5D Mark II muss man im Live-View-Modus auf den Autofokus verzichten; für die manuelle Fokussierung steht eine Bildschirmlupe mit 5- oder 10-facher Vergrößerung bereit. Der SLR-Sucher der EOS ist mit einer effektiven Vergrößerung von 0,76x der größte im Testfeld. Die Höhe der Austrittspupille beträgt 20 mm. Die Kamera bietet alle gängigen Belichtungsprogramme und Messverfahren, darunter auch selektiv (ca. 8,5 % des Gesichtsfelds) und Spot (ca. 2,4 %), zudem Multi-Spotmessung mit Mittelwertbildung. 19 Kreuzsensoren liefern die Daten für die automatische Fokussierung, ergänzt durch 26 Hilfssensoren, die bei der automatischen Schärfenachführung aktiv werden. Die Auslöseverzögerung ist mit 0,26 s bei 3000 Lux recht kurz, bei wenig Licht (30 Lux) allerdings doppelt so lang.

image.jpg

© Archiv

Jeweils einen Schacht für SD- und CF-Karte bietet die Profi-EOS, während die Nikon D3 zwei Slots für CF-Karten hat.

Bildqualität: Mit ihrem 21-Megapixel-CMOS schafft die EOS 1Ds Mark III eine hohe Grenzauflösung von 1752/1641 LP/BH bei ISO 100/1600, nur durchschnittliche Werte dagegen beim Texturverlust (zwischen 0,8 und 1,1 im gemessenen Bereich von ISO 100 bis 1600). Beim Rauschen werden gute Werte zwischen 0,4 (ISO 100) und 1,6 (ISO 1600) erreicht. Auch die Dynamik gibt keinen Anlass zur Klage: Zwischen ISO 100 und 1600 fällt sie in halben Blendenstufen von 10 auf 8,5 Blenden ab. Die Führungsrolle bei der Bildqualität aber muss die 1Ds Mark III an die kleinere Schwester 5D Mark II abgeben.

Detaillierte Testergebnisse - Canon EOS 1Ds Mark III

image.jpg

© Archiv

Mehr zum Thema

Canon EOS 1200D Test
DSLR

63,1%
Die Canon EOS 1200D ist die Einsteiger-DSLR in Canons EOS-System. Was bietet die Spiegelreflexkamera für den kleinen…
Canon G1 X Mark II Test
Kompaktkamera

Die neue Edel-Kompaktkamera Canon Powershot G1 X Mark II überzeugt im Test in vielen Details. Doch es gibt deutliche Mängel.
EOS 7D, Test, Vergleich, OM-D E-M1
Test-Duell

Wie schlagen sich Canon EOS 7D und Olympus OM-D E-M1 im Fotoalltag? Wir lassen die zwei Kameras im Vergleichstest gegeneinander antreten.
Canon EOS 7D MKII im Test
Testbericht

Canon bringt die EOS 7D Mark II als Nachfolgerin der EOS 7D an den Start. Im Test beweist die SLR-Kamera die Vorzüge eines neuen Sensors.
Canon EOS 750D und 760D
DSLR-Kameras

Canon baut seinen neuen 24-Megapixel-Sensor gleich in zwei Modelle ein: Das Design der EOS 750D ähnelt dem der abgelösten EOS 650D. Die EOS 760D…