Ego-Shooter

Call of Duty: WW2 im Test - ein schmaler Grat

Call of Duty: WW2 schickt uns zurück in den Zweiten Weltkrieg. Ein von Fans oft geforderter Schritt. Ob dieser im Test aber überzeugt?

Call of Duty WW2 im Test

© Activision

Call of Duty WW2 im Test
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Pro

  • Hervorragender Multiplayer
  • Technik ohne viele Macken
  • Nette Kampagne als Zugabe

Contra

  • Bombast wirkt irgendwann übertrieben

Fazit

Call of Duty: WW2 lässt in der Kampagne Chancen liegen. Im Multiplayer aber ist CoD gewohnt hochwertig.
Gut

Call of Duty: WW2 hat sich im Test als echt schwieriger Shooter herausgestellt. Nicht, weil es so fordernd wäre, nein. Hier liegen Licht und Schatten nur sehr nah beieinander. Und das beginnt schon bei der Kampagne.

Call of Duty: WW2 im Test - die Kampagne

Wie immer bietet Call of Duty einen Solo- und einen Multiplayer-Part. Fangen wir an mit der Einzelspieler-Variante. Hier spielen wir Ronald „Red“ Daniels, einen jungen Soldaten, der den Zweiten Weltkrieg von der Invasion in der Normandie bis zum nahenden Ende durch die Eroberung der Rhein-Brücke in Remagen erlebt. Perspektivwechsel sind nur sehr selten, dafür bekommen wir wirklich abwechslungsreiche Schauplätze zu sehen. Egal ob versteckte Aktionen im besetzten Frankreich, ausufernde Kämpfe in deutschen Wäldern oder taktische Stadtscharmützel.

Allerdings, und das ist ein echter Knackpunkt, darf man hier kein Drama erwarten, so wie in der TV-Serie Band of Brothers zum Beispiel. Vielmehr setzt Call of Duty WW2 – wie schon seine Vorgänger – vor allem auf Bombast. Das kommt in jeder Mission zum Tragen. Egal ob uns am Strand in der Normandie die Kugeln um die Ohren pfeifen oder uns in Frankreich ein Panzerzug um die Ohren fliegt. Das kann Call of Duty, dafür ist es bekannt. Es kann aber eines nicht: bedächtige Töne anzustimmen, abgesehen vom Epilog vielleicht. Und das ist schade. Gerade bei diesem Thema hätte es etwas mehr Fingerspitzengefühl gebraucht. Aber, so viel muss man wohl konstatieren, das kann das Entwicklerteam von Sledgehammer Games rund um Glenn Schofield einfach nicht.

Call of Duty WW2 im Test

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Die Frage ist? Wollen das eingefleischte CoD-Fans überhaupt? Vielleicht nicht. Denn abseits der doch recht harschen Kritik macht die Kampagne auch vieles richtig. Da wäre beispielsweise die erwähnte Mission in Paris. Hier schleichen wir uns durch ein Nazi-Hauptquartier und müssen als Widerstandskämpferin Rousseau Sprengstoff von einem Deutschen erhalten, um das Quartier am Ende in die Luft zu jagen. Spannend inszeniert! Und auch sonst hat sich etwas getan. Wir müssen nicht mehr nur stumpf auf Gegner zurennen, sondern Deckung hinter vorrückenden Panzern suchen oder Feinde mit Rauchgranaten täuschen. Nett gemacht.

Neu ist auch, dass Call of Duty: WW2 zurück zu Medipacks geht. Vorbei sind die Zeiten, in denen wir uns selbst heilten. Dafür sind wir auf unsere Kumpel angewiesen. Einer rückt auf Zuruf Medizin raus, ein anderer markiert Feinde, wieder ein anderer versorgt uns mit Munition. Aber nur, wenn wir vorher möglichst viele Feinde abgeknallt haben. Das System dahinter ist zwar fragwürdig, macht aber durchaus Spaß und sorgt für den ein oder anderen spannenden Moment.

Die KI hat sich übrigens nicht verbessert. Unsere Waffenbrüder sind weiterhin nur Statisten statt helfende Hände. Genau wie die heranstürmenden Gegner, die nur in Masse gefährlich werden. Schade drum, aber auch gewohnt.

Call of Duty: WW2 im Test - Multiplayer-Modus

Call of Duty WW2 im Test

© Activision

Neben der Kampagne bietet WW2 zwei weitere Modi. Den Multiplayer und das Koop-Abenteuer Nazi Zombies. Vor allem im Multiplayer-Modus macht sich die Rückkehr in den Zweiten Weltkrieg bemerkbar. Kaum ein Multiplayer-Modus der vergangenen Call of Dutys war langsamer. Keine Jetpacks, keine hohen Sprünge, keine Wallruns. Das macht aber gar nichts, denn insgesamt neun Maps sind hervorragend ausbalanciert und bieten genügend Möglichkeiten, um den Gegnern überraschend einzuheizen. Etwas schade ist, dass die Klassiker-Map Carentan aus Call of Duty, also dem allerersten, nur den Season-Pass-Besitzern vorbehalten ist. Levelaufstiege, Kill-Streaks etc. – alles wie gehabt. Dasselbe Bild bei den Spielmodi. Von Team-Deathmatch über Domination bis hin zu Kill Confirmed ist alles mit dabei.

Neu ist die Variante „Krieg“, die auf drei Maps gespielt werden kann und vor allem Einsteigern gefallen dürfte. Diese sehen im Team-Deathmatch nämlich oftmals kein Licht. Bei "Krieg"  ist alles auf Teamplay ausgelegt, durch das unterschiedliche Aufgaben gemeistert werden müssen. Beispielsweise müssen wir auf „Operation Griffin“ als Alliierte den Vorstoß der deutschen Panzer verhindern. Die Deutschen hingegen müssen mit diesen auf eine Brücke vorstoßen. Sind zwei der Panzer durchgebrochen, wird der nächste Abschnitt der Map freigeschaltet. Dann müssen die Deutschen neues Benzin für die Panzer organisieren. Der Modus ist eine erfrischende Ergänzung, denn er zeigt, dass es im Multiplayer-Modus nicht allein um die beste Kill-Death-Ratio gehen muss. Battlefield lässt grüßen. 

Call of Duty: WW2 im Test - Fazit

Schade, aus der Kampagne hätte man mehr machen können. Hier hätte es nur etwas mehr Fingerspitzengefühl gebraucht. Die rund 6 Stunden unterhalten zwar ordentlich, man merkt aber an allen Ecken und Kanten: „Hier wäre mehr drin gewesen!“ Und man merkt auch: Sledgehammer Games hat sich auf den Multiplayer-Modus konzentriert, der mal wieder überzeugen kann.

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