Testbericht

Blu-ray Player Panasonic DMP-BD 30

Bereits bei der Vorankündigung war klar: Er wird flacher, er wird preiswert und er wird das Blu-ray-Profil 1.1 unterstützen. Und letzteres Features des nur 500 Euro teuren DMP-BD 30 ist wohl seine größte Neuerung.

Panasonic DMP-BD 30

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Der Blu-ray-Player von Panasonic: DMP-BD 30.

Eigentlich sollten alle Player seit dem 1.11.2007 nach den neuen Blu-ray- Spezifikationen mit verbesserter Hardware gefertigt werden, doch tatsächlich setzten sich Hersteller über diese Vorgabe hinweg und so ist der neue Panasonic das erste Modell, das dem auch "Standard final" genannten Profil entspricht. Es erfüllt die Anforderungen nach mehr Rechenpower für BD-Java, mehr internem Speicher und vor allem eine Bild-im-Bild-Funktion, mit der sich bewegte Bonusmaterialien im laufenden Film einblenden lassen. Dieses Sekundärbild mit dem dazugehörigen Sekundärton, auch "Bonusview" genannt, lässt sich im DMP-BD 30 erstmals auf einem Stand-alone-Player genießen. Hinzukommt eine Funktion, die sich "Virtual Package" nennt. Hier kann die Blu-ray-Scheibe beliebiges Zusatzmaterial (z.B. neue Untertitel, kleine Filme, Spielstände usw...) in einen lokalen Speicher kopieren und diesen dann bei der Wiedergabe einbinden. Als Speichermedium dient beim DMP-BD 30 eine SD-Karte. Erst in einigen Monaten werden teurere Geräte nach Profil 2.0 (BD-live) eingeführt, welches das Nachladen von interaktiven Bonusfeatures über das Internet erlaubt.

Panasonic DMP-BD 30

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Wen das helle SDHC-Lämpchen stört, der kann es entweder abschalten oder es nur leuchten lassen, wenn tatsächlich ein Kärtchen eingesteckt ist.

Schnell sieht man, dass der neue Chipsatz dem Panasonic sehr gut tut. Als gewaltige Kritikpunkte sind die lange Ladezeit und zähe Reaktionen auf Fernbedienungsbefehle jetzt Geschichte. In nur 14 Sekunden ist der DMP-BD 30 aus dem verbrauchsfreundlichen Standby betriebsbereit und nach weiteren 18 Sekunden spielt der Film. Anspruchsvolle Java-Boni laufen nur auf der Playstation flüssiger. Damit hat Blu-ray jetzt endlich das Image der Prototypenphase abgelegt und wird absolut massenmarkttauglich.

Formate: Auch ein anderer Aspekt macht dies deutlich. Die ersten Player waren froh, wenn sie die neuen blauen Scheiben einigermaßen sauber abspielen konnten und wollten sich nicht wirklich um die vielen Formate kümmern, an die man sich bei DVD-Playern gewöhnt hatte. Der DMP-BD 30 macht jetzt nicht mehr halt vor MP3, DivX und JPG, ja er spielt sogar Geschnittenes von DVD-Recordern in allen gewünschten Formaten ab. Hinzukommt die Unterstützung von AVC-HD- Camcorderaufnahmen, die nicht nur als DVD-Backup gelesen, sondern auch direkt auf einer SD(HC)-Karte ins Gerät eingesteckt werden können. Hier klappt auch die HD-JPG-Wiedergabe mit automatischem Rotieren von Portrait-Fotos reibungslos. Kein anderer Blu-ray- Player zeigt sich auch nur annähernd so medienoffen, so dass die Maximalpunktzahl unserer nach oben offenen Bewertungsskala kräftig angepasst werden musste.

Panasonic DMP-BD 30

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Blu-ray Standard Final Profil (1.1) im Einsatz. ?Neues vom Wixxer? ist die erste Scheibe, die Bild-im-Bild bietet. Über Bildschirmmenüs wird sogar der verwendete Codec verraten.

Ausstattung: Ausstattungstechnisch leistet sich der Panasonic genauso wenig Schwächen wie qualitativ. Die Kritikpunkte des Vorgängermodells sind vergessen. Als wichtigster Fehlposten war hier die 24p-Wiedergabe zu nennen. Hatte die übertriebene Farbnachschärfung beim Skalieren einer DVD beim DMB-BD 10 noch durch Treppenbildung Punktabzug bedeutet, ist jetzt alles perfekt rund, sehr farbscharf, ruhig und wahnsinnig stimmig. So eine saubere DVD-Wiedergabe hat es für 500 Euro noch nicht gegeben, auch in keinem DVD-Player. Dabei lassen sich nun alle wichtigen Bildparameter abgleichen und gut funktionierende Rauschfilter zuschalten.

Panasonic DMP-BD 30

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Bei der Verarbeitung von 1080p-Signalen ist die Wiedergabe (hier über HDMI) sehr originalgetreu. Bis in die feinsten Pixel wird das Original unverfälscht wiedergegeben. Die besonderen Stärken liegen im messerscharfen Farbaufbau und beim Skalieren.

Sogar den Blu-rays rückt der neue Bildprozessor UniPhier mit seinen Deep-Color-Nachbesserungen auf die Pelle. Es reicht halt nicht, Pixel für Pixel perfekt zu dekodieren, man kann sie auch für den Transport zum TV-Gerät perfekt aufbereiten. Sie müssen auf jeden Fall in ihrer Farbkodierung verändert werden und hier lassen sich leicht Unterschiede erkennen. Wichtig ist, dass das TV-Gerät den passenden Übertragungsmodus erlaubt (Deep- Color). Es wäre seitens Pansasonic noch nett gewesen, die bevorzugte Farbkodierung ins HDMI-Setup einzubeziehen, denn ob die Umwandlung und Re-Quantisierung im Player oder TV-Gerät stattfindet, kann qualitativ relevant sein und der HMDI-Handshake muss nicht immer den besten Modus wählen. Das Bild des Panasonic lässt alle bisher getesteten Einstiegsgeräte weit hinter sich und überholt sogar die 1.500-Euro-Referenz von Pioneer. Beim Ton gibt es hingegen keinen Qualitätsvorsprung. Panasonic hat seine Hausaufgaben gemacht und schickt alle Tonspuren jetzt über HDMI zum Verstärker. Vorbildlich ist dabei die Vorwahl für die digitalen Audioausgänge, die die vielen Einstellungen automatisch auf "Tonqualität", "Zweitton" oder "Benutzer" optimiert. Alternativ ist der integrierte 5.1-Decoder bestens konfigurierbar. Die Analogausgänge dürften CD- Freaks jedoch etwas luftig vorkommen, obwohl die berühmte Remaster-Schaltung den "alten" Medien kräftig auf die Sprünge hilft.

Testergebnisse

Panasonic DMP-BD 30
Panasonic
500 Euro

Blu-ray-Player

Weitere Details

94 Prozent

Fazit:Systementwickler Panasonic will den Blu-ray-Markt jetzt mit hoher Qualitätsagression erobern. Der DMP-BD 30 setzt neue Standards.

Testurteil
überragend
Preis/Leistung
überragend

Bedienung: Bleibt nur noch zu sagen, dass die Fernbedienung jetzt der Recorderreihe entliehen ist und glücklicherweise keine Klappe mehr besitzt. Dafür steuert sie Kanalwahl von Fernsehern und Lautstärke von Verstärkern direkt mit. Die Menüs sind etwas schöner und schneller geworden und Viera Link wurde in die aktuelle Version integriert, was die bedientechnische Einbindung in eine Panasonic-Anlage perfektioniert.

Fazit

Panasonic legt mit dem DMP-BD 30 alle bisherigen Blu-ray-Player ad acta. Durch den moderaten Preis, Profil 1.1, umfassende Medienunterstützung und die Integration aller Features, auf die es ankommt, gibt es kein Argument mehr, über den Kauf eines anderen Gerätes überhaupt nachzudenken.

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