Testbericht

Blu-ray-Player im Testlabor

Blu-ray ist den Kinderschuhen entwachsen und will jetzt den Markt erobern. Sony und Panasonic - Hauptentwickler und entschlossene Verfechter des Standards - bringen jetzt preiswerte Einstiegsgeräte mit erstaunlichen Fähigkeiten und Top-Qualität. Wer wird das Rennen machen?

Test Blu-ray-Player

© Archiv

Test Blu-ray-Player

Blu-ray ist den Kinderschuhen entwachsen und will jetzt den Markt erobern. Sony und Panasonic - Hauptentwickler und entschlossene Verfechter des Standards - bringen jetzt preiswerte Einstiegsgeräte mit erstaunlichen Fähigkeiten und Top-Qualität. Wer wird das Rennen machen?

Ein Blu-ray-Player inklusive der Internetfeatures von BD-Live für 300 Euro: Das hätten Insider für das kommende Weihnachtsgeschäft eher von den chinesischen Fabriken erwartet, die jüngst Blu-ray- Lizenzen erwarben, jedoch noch nicht von Sony. Aber genau mit diesem Gerät will man Marktanteile zurückerobern, die Panasonic jüngst mit den ersten preiswerten Playern der erweiterten Blu-ray- Profile gewinnen konnte. Als Antwort kontert Panasonic sofort mit einem brandneuen Playerdoppel, das die umfassende Ausstattung der Vorgänger auf den Punkt bringt und durch verbesserte Bild- und Tonqualität glänzen soll. Auch hier gibt es die volle Blu-ray-Interaktivität beim Einsteiger und verbesserte Tonoptionen beim großen Bruder. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen beginnt, bei dem der Konsument durch attraktive Preise für Top-Technik zu gewinnen scheint.

Test Blu-ray-Player

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Panasonic DMP-BD 35

Panasonic gegen Sony. Dieses Duell der beiden führenden japanischen Konzerne der Unterhaltungselektronik ist wieder einmal besonders interessant. Beide sind Systementwickler der Blu-ray-Technologie, doch während Sony sich erst einmal auf die Playstation3 als Blu-ray-Player konzentrierte, kam Panasonic mit einer Innovation nach der anderen auf den Markt. "Der erste BD- Stand-alone-Player überhaupt", "der Erste mit BonusView" und "der Erste mit BD-Live" sind Errungenschaften der Panasonic-Entwickler. Sonys erste BD-Player waren hingegen nichts wirklich Eigenes und nicht wirklich marktbewegend.

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Der üblicherweise gemessene Blu-ray-Helligkeitsfrequenzgang ist bei allen guten Playern identisch, die hier gezeigte Aufbereitung der Farbsignale hingegen nicht. Für diese Anteile schiebt ein Player nicht einfach Pixel durch, sondern muss das Farbmodell umrechnen. Das gelingt beiden Geräten sehr gut, Panasonic filtert etwas weniger und zeichnet Farbkanten einen Tick härter.

Jetzt wissen wir, dass die Ingenieure nicht untätig waren, denn der neue kleine BDP-S 350 hat nicht viel mit seinen Vorgängern gemein, ja er bietet ein begeisternd neuartiges, schnelles und schönes Handling der Blu-ray-Scheiben. Doch erst einmal zur Ausstattung.Betrachtet man die Anschlüsse auf der Rückseite, scheint Sony die Nase vorn zu haben. Mit S-Video, elektrischem Digitalausgang und USB-Anschluss ist das Panel etwas besser gefüllt. Panasonics Verzicht auf diese Buchsen ist jedoch eher als positive Sparmaßnahme zu sehen. S-Video braucht in HD-Zeiten wirklich niemand mehr, aber FBAS-Video könnte als Notsignal durchgehen, wenn HDMI aus irgendeinem Grund nicht klappen sollte und man ins Setup muss. Zudem gilt der optische Digitalausgang unter Entwicklern als der elektrischen Variante überlegen, da er potenzialfrei arbeitet.

Test Blu-ray-Player

Testprofil

\n PanasonicDMP 35
www.panasonic.de
400 Euro

Blu-ray-Player

Weitere Details

89 Prozent

Fazit:Selbst beim Einsteiger gibt es alle Tondecoder, viele Medien und sogar BDLive: Spitze!

Testurteil
sehr gut
Preis/Leistung
überragend

Die USB-Buchse fristet im Sony ein Schattendasein, denn sie ist ausschließlich als Speichererweiterung für BonusView und BD-Live gedacht. Sie wurde tief ins Gehäuse gesetzt, sodass ein spezieller USB-Ministick von Sony darin ganz verschwindet. Andere funktionieren, wenn sie schmal genug für die Aussparung sind.

Test Blu-ray-Player

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Blu-ray-Player BDP-S 350 von Sony

Panasonic geht den weitaus geschickteren Weg: Der Hersteller integriert an der Front einen SD- Kartenleser, wo eins der Minikärtchen als BD-Bonusspeicher dient und hinter der Klappt verschwindet. Ein riesiger Vorteil ist, dass JPG-Fotos von Fotoapparaten und HD-Filme von AVCHD-Camcordern direkt abgespielt werden können. Nebenbei zeigt sich Panasonic toleranter, was Blu-ray-Selbstgebranntes und weitere Diskformate betrifft. Die Ausstattungsrunde geht klar an Panasonic.

Was das Bedienkonzept angeht hat sich bei Panasonic nicht viel verändert. Die Bildschirmmenüs sehen aus wie die klassisch bekannten der DVD-Player, -Recorder und vorangegangenen Blu-ray-Player. Dort hatte der letzte Generarionswechsel eine äußerst praktische Fernbedienung mit sich gebracht, die funktionell optimiert sehr ausgereift ist. Nicht schön, aber ungeheuer zweckmäßig.

Test Blu-ray-Player

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Sony filtert Farbspitzen kaum merklich stärker als Panasonic. Bei Standbildern (1080p) sind die Bildergebnisse mit dem bloßen Auge kaum unterscheidbar. Beim Bewegtbild kommen Rauschfilter und Skalierer ins Spiel.

Sony hat sich genügend Zeit gelassen, um Designer und Ergonomen entwerfen und programmieren zu lassen. Und das hat sich gelohnt. Die Bildschirmmenüs lehnen sich sehr edel an die Cross-Media-Bar an, die bei der Playstation eingeführt wurde. Es werden sogar dieselben Icons benutzt. Als Übergänge zwischen den Untermenüs scrollen die Inhalte wunderbar hin und her, andere Optionen werden nobel eingeblendet oder schieben sich flüssig von der Seite ins Bild.

Dies ist genau der Fortschritt, den die Menütechnik der Filme bei der Evolution von DVD zu Blu-ray gemacht hat - Sony setzt ihn perfekt ins Gesamtkonzept um. Dazu ist die neue Fernbedienung extrem gut gelungen. Vorteil von Sony ist die bisher schnellste Umsetzung von BD-java-Bonusfeatures, Nachteil die fehlende Zeitlupen- /Einzelbildfunktion. Vielleicht kommt die ja noch mit dem Update auf BD-Live, das für November erwartet wird.

Test Blu-ray-Player

Testprofil

\n SonyBDP-S 350
www.sony.de
330 Euro

Blu-ray-Player

Weitere Details

87 Prozent

Fazit:Sony begeistert mit moderner Bedienphilosophie und preisaggressiver Digitalqualität

Testurteil
sehr gut
Preis/Leistung
überragend

Was Bild- und Tonqualität betrifft wurden die Erwartungen deutlich übertroffen - vor allem von Panasonic. Hier besitzt das Einstiegsgerät alle Tonoptionen und leitet sie digital mehr als ordentlich weiter. Damit wird deutlich mehr geboten als bei den dreimal so teuren Geräten des Vorjahres. Da wird es für High-End-Player schwer werden, den Mehrpreis durch bildnerischen und klanglichen Mehrwert zu argumentieren. Dass das geht, haben Pioneer und Denon kürzlich bewiesen, doch hier hatte man die Rechnung ohne BD-Live gemacht.

Fazit

Diese beiden Player setzen klare Standards im Markt. Die Filmqualität gehört zur Spitzenklasse und BD-Live muss ab jetzt auch schon die Oberklasse können. Schwächer profilierte Geräte werden bald keine 200 Euro mehr kosten dürfen.

Stärken und Schwächen

Bildqualität Die überragende Bildqualität der Blu-ray von Kinofilmen kommt bei beiden Geräten sehr gut herüber - das passende TV-Gerät vorausgesetzt. DVDs werden für die Preisklasse erstaunlich gut umgesetzt: neutral und natürlich bei Panasonic, stärker nachbearbeitet bei Sony.

Klangqualität Beide Einstiegsplayer sind soundtechnisch abgespeckt, um ihren größeren Brüdern Mehrwert zu verschaffen. Trotzdem bieten Panasonic mit der Remasterschaltung und Sony durch glasklaren Sound inklusive Filterwahl gute Leistungen. Sony schwächelt bei den HD-Codecs. Grundsätzlich sind die Digitalausgänge vorzuziehen.

Ausstattung Hier hat Panasonic das ausgereiftere Konzept zu bieten, zudem konnten wir die Implementation von BD-Live bei Sony noch nicht werten - die gibt es erst mit einem Update.

Bedienung Bei der Bedienung kann Sony voll punkten und hebt die Maximalpunktzahl für Blu- ray etwas an. Sehr schön im Handling und äußerst schnell ist das neue Gerät.

Verarbeitung Bei den Einstiegsplayern kann man von der Verarbeitungsqualität nicht viel erwarten und diese Erwartungen werden vollends erfüllt. Sauber, stabil, aber sparsam.

Wissen: Qualitätsmerkmale

1. Farbaufbereitung Farbinformationen liegen auf der Disk nur für ein Viertel der Helligkeitspixel vor (4:2:0). Für die Ausgabe muss der Player sie neu berechnen, denn HDMI verlangt für die Hälfte (4:2:2) oder jedes Pixel (4:4:4) Farbanteile. Hier kommt es bei Playern zu Unterschieden in der Farbschärfe. 2. Nachbearbeitung Sind die komprimierten Filmbilder erst einmal decodiert, können sie diverse Stufen zur Bildverbesserung durchlaufen. Neben Rauschfiltern sind spezielle Algorithmen zur Entfernung von Block- und Moskito-Artefakten meist sehr hilfreich, aber unterschiedlich effizient.3. De-Interlacing Anders als bei 24p-Kinofilmen wird Videomaterial (Konzerte, Dokus) de- interlaced zu 1080p60 besser oder schlechter.4. Farbausgabe HDMI lässt viele Optionen der Bildübertragung offen, die im TV unterschiedlich gut verarbeitet werden. DeepColor und x.v.Color verbessern Zwischenfarben bzw. Sättigung, RGB oder YCC darf gern wählbar sein.5. Tondecoder Der Blu-ray-Standard verlangt den Playern kaum tonale Fähigkeiten ab. Welche Codecs integriert sind und wie sie ausgegeben werden (HDMI, digital, analog) kann ein gewaltiger U Unterschied für den Filmgenuss sein.

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Aufbruch in neue Preisdimensionen

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