Testbericht

Blu-ray erwacht zum Leben

"BD-Live" nennt sich das beste Ausstattungsprofil des Standards Blu-ray. Der Panasonic DMP-BD 50 ist der erste Stand-alone-Player, der es unterstützt. Er ergänzt damit Disk-Inhalte durch aktualisierte Extras aus dem Internet.

Test: Blu-ray-Player

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Der Testkandidat

"BD-Live" nennt sich das beste Ausstattungsprofil des Standards Blu-ray. Der Panasonic DMP-BD 50 ist der erste Stand-alone-Player, der es unterstützt. Er ergänzt damit Diskinhalte durch aktualisierte Extras aus dem Internet.

Die Einführung eines neuen Mediums geht stets mit einer Phase der Etablierung von technischen Features und Anpassung von Rahmenparametern einher. Und da sich die moderne Unterhaltungselektronik immer mehr PC-Elemente aneignet, geschieht dies jetzt auch mit der Festlegung von Versionsnummern für Standards. Bei Einführung der CD war es noch völlig irrelevant, ob die Geräte die 16 Bit der Disk wirklich verarbeiten konnten, ein Display oder einen Digitalausgang besaßen. Erste DVD-Player wollten keine selbstgebrannten Scheiben oder dts-Ton akzeptierten. Niemand legte jedoch fest, dass potentere Geräte sich CD-2.1 oder DVD-1.17 nennen durften. Das hätte wohl eher die Konsumenten verwirrt. Genau diese Verwirrung findet jedoch bei Einführung der Blu-ray statt.

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Hier werden die drei Schritte zur Evolution des Standards "Profile" genannt. Das Profil 1.0 hatten die ersten Player, die man verfrüht in den Markt einführen musste, weil der Druck der konkurrierenden HD DVD zu groß war. Es wurde abgelöst durch das Profil 1.1, das sich auch "Standard final" nennt und damit darauf aufmerksam macht, dass alles Frühere unausgegoren war. Es beinhaltet erweiterten internen und externen Speicher sowie eine zweite Decoderbatterie für Bild-im-Bild. Daher ist der treffende offizielle Name für die neuen Funktionen "Bonus-View".

Erst mit dem neuen Profil 2.0 wird das Versprechen der Blu-ray-Erfinder umgesetzt, das Medium aktiv an das Internet anzubinden. Der Name "BD-live" für dieses Hardwareprofil ist dabei sogar sehr gut gewählt, denn der ansonsten starre Medienträger Disc erwacht wirklich zum Leben. Während man bei CD oder DVD immer dasselbe sieht und hört, wenn man die Scheibe einlegt, kann eine BD-Live jeden Tag andere News, Bilder, Fanpost, Foren, Trailer, Dokus und sogar erweiterte klassische Extras wie Kommentarspuren oder Schnittfassungen anbieten. Dies ist zwar ein erheblicher Aufwand für die Filmanbieter, jedoch ist die Kundenbindung nicht zu unterschätzen, wenn man Besitzer bestimmter Blu-rays beispielsweise durch Making-ofs oder HD-Trailer des Folgefilms in die Kinos oder Videotheken locken kann.

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Diese Messung zeigt den besonders kritischen Pegelverlauf einer DVD mit Frequenzgangsweep (am Schnappschuss oben zu erkennen). Die feiner zulaufenden Linien im Bild erzeugen bestimmte, ansteigende Frequenzen im analogen Videosignal. Die Messung erfolgt digital an HDMI in 1920x1080 Pixeln. Hier wird die Qualität der Skalierung, also Treppen und Schattenbildung sichtbar. Panasonic erledigt das jetzt mit Bravour.

Wer diese Angebote der Big-Brothers aus Hollywood nicht wünscht, kann das Online-Feature abschalten oder im Falle Panasonic auf den 200 Euro günstigeren kleinen Bruder DMP-BD 30 ausweichen, der genau diese Online-Features nicht anbietet, ansonsten jedoch qualitativ gleichzieht. Genau dieser DMP-BD 30 wurde im Artikel [int:article,57994/] getestet und führt aufgrund seiner BonusView-Fähigkeit unsere Bestenliste an. Er wird jetzt natürlich durch den BD 50 abgelöst, der das Blu-ray Angebot profiliert vervollständigt und durch seine verglaste Front auch etwas netter ausschaut.

Der neue Panasonic DMP-BD 50 hat jetzt alles, was das Blu-ray-Herz höher schlagen lässt. Für Heimvisionisten ist es wichtig, dass bildtechnisch 24p voll unterstützt wird (solange es das TV-Gerät zulässt) und klanglich alle Anschlussoptionen unterstützt werden. Über HDMI werden alle Tonspuren als Datenströme ausgegeben oder wahlweise in PCM-7.1-Mehrkanal decodiert. Letztere Variante ist für die BonusView-Features unumgänglich, da hier die Tonspuren des Hauptbildes und der Bild-im-Bild-Einblendung erst im Player zusammengemischt werden. Die Auswahl und der Sinn dieser Tonausgangswahl (Tonqualität <-> Zweitton) werden im logisch durchdachten Setup-Menü vorbildlich erklärt.

Test: Blu-ray-Player

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Sein Innenleben sieht nicht gerade nach High-End aus. Umso lobenswerter, dass diese Digitaltechnik im Bild absolute Spitzenresultate erzielt.

Panasonic zeigt sich sehr offen, was das Abspielen unterschiedlichster Medien angeht. Aufnahmen von DVD-Recordern in ihren vielfältigen Normen, beispielsweise mit Schnittlisten, stellen kein Problem dar, auch selbst erstellte BD-R und BD-RE werden bereitwilliger abgespielt, als mit jedem anderen Player.

Nur AVC-HD-Camcorderfilme auf DVD spielte er erst, nachdem wir die Dateien ordnungsgemäß im Format UDF2.5 speicherten. Die kann er auch prima über den integrierten SDHC-Kartenleser verarbeiten, über den auch JPG-Fotos erstklassig skaliert und automatisch gedreht in voller Auflösung glänzen. Einzig die Wiedergabe von DVDs mit archivierten Fotos und Musik wird vermisst.

Test: Blu-ray-Player

PanasonicDMP-BD 50
www.panasonic.de
600 Euro

Blu-ray-Player

Weitere Details

95 Prozent

Fazit:Der erste Blu-ray-Player mit BD-Live, also Internet-Extras, kann vollends überzeugen. An ihm werden sich fortan alle Mitbewerber messen müssen.

Testurteil
überragend
Preis/Leistung
sehr gut

Auch was die Qualität der Bild- und Tonaufbereitung betrifft, ist Panasonic absolute Spitzenklasse, am besten über HDMI. Die kritischen Themen DVD-Skalierung und HD-Farbnachschärfung werden bestens gehandhabt. Auch tonal wird hochskaliert und mit Dithering interpoliert. Diese hier dreistufig ausgeführte Oversampling-Technik hat Panasonic "Remaster" genannt und sie zeichnet tatsächlich CDs fein, wahlweise bis zu übertriebener Spritzigkeit.

Fazit

200 Euro Mehrpreis dafür, dass interaktive Online-Features eingebunden werden können. Das erscheint auf den ersten Blick viel, doch man kann jetzt nicht wirklich vorhersehen, was die Filmschaffenden sich so alles einfallen lassen an hypermodernen Extras: "Content ist King". Für Panasonic bleibt es entscheidend, dass beide Player des aktuellen Line-ups technisch echte Überflieger sind.

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