PS4-Release

Bloodborne im Test - Das große Controller-Sterben

Bloodborne kann im Test für PS4 seine Wurzeln nicht leugnen. Und will es auch gar nicht. Das Spiel schreit es geradezu heraus: Ich bin ein Dark-Souls-Nachfolger! Für die einen ist das toll, für andere weniger.

Bloodborne-Screenshot

© Sony

Bloodborne im Test: ein echter Dark-Souls-Nachfolger! Für die einen toll, für andere weniger!
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EUR 38,95

Pro

  • Komplexes Kampfsystem
  • Prima Atmosphäre
  • Gute Animationen
  • Ausgeklügeltes Attribute-System

Contra

  • Teils frustrierender Schwierigkeitsgrad
  • Nervige Ladezeiten
  • Zähe Charakterentwicklung
Vielversprechend

Bloodborne im Test: Das Exklusiv-Release für PS4 ist auf den ersten Blick eine Enttäuschung. Denn grafisch macht das Actionspiel den Anschein, als sei es von der PS3 auf die PS4 portiert worden. Von Next-Gen-Grafik sind wir weit entfernt. Doch das interessiert eingefleischte Fans der Dark-Souls-Reihe sowieso nicht. Diesen kommt es vielmehr auf das Spielprinzip, das Gameplay und den enormen Schwierigkeitsgrad an. Während das Gameplay an fernöstliche Spieleperlen erinnert, hat sich From Software - genau wie bei Dark Souls - für das Setting erneut an westlichen Standards orientiert. Für Bloodborne stand beispielsweise das viktorianische London Pate.

Bloodborne im Test: Story? Nebensache!

Die Story verkommt indes zur Nebensache. Sie leiden an einer mysteriösen Krankheit und suchen in der Stadt Yharnam nach einem Heilmittel. Schnell stellen Sie fest, dass die Krankheit bereits die gesamte Bevölkerung dahingerafft hat und finden sich plötzlich festgebunden auf einem Apothekertisch wieder. Irgendwer hat irgendwelche Experimente an Ihnen durchgeführt. Sie können sich befreien, rennen freudig gen Ausgang und werden binnen Sekunden von einem Werwolf in Stücke gerissen. Danke auch. Der erste Spieltod, nur Augenblicke nach dem Start. Er ist jedoch Teil der Story, denn Sie wachen in einer Art Traumwelt auf. Was das bedeutet und warum Sie überhaupt hier sind? Keine Erklärung. Erst nach und nach wird die Story aufgedeckt, bleibt aber bis zum Ende verworren und - wie eingangs erwähnt - Nebensache. Das mag manch einer faszinierend finden, weil so viel Raum für Spekulationen bleibt, andere Spieler wird dieser Umstand eher stören.

Der Fokus von Bloodborne liegt aber sowieso auf Kämpfen. Und die sind unfassbar schwierig. Bevor wir aber darauf zu sprechen kommen, müssen wir andere Dinge klären. Zu Beginn erstellen Sie Ihren Charakter. Und hier gilt es bereits, aufmerksam hinzuschauen. Die Herkunft bestimmt, welche Boni der Charakter erhält. Wer adliger Abstammung ist, kann zum Beispiel besser mit Schusswaffen umgehen. Und dann gibt es noch Attribute, die bestimmen, wie viel der Charakter aushält oder wie gut er mit Waffen umgehen kann. Die Kombination dieser ist in Bloodborne entscheidend. Schusswaffen sind beispielsweise dafür geeignet, anstürmende Gegner aufzuhalten. Wer allerdings nur auf Stärke als Attribut setzt, der wird mit diesen Wummen wenig anfangen können.

Bloodborne im Test: Kontrolle ist das A und O

Kommen wir nun zu den Kämpfen. Nur wer seinen eigenen Spielstil möglichst früh im Spiel findet und definiert, der hat auf Dauer eine Chance zu überleben. Schon im ersten Level werden Sie ins kalte Wasser geschmissen und zahlen schnell Lehrgeld. Denn die Kämpfe in Bloodborne sind deutlich schneller als noch in Dark Souls - Umgewöhnung ist angesagt. Und dann müssen Sie noch bedenken, dass jeder Bossgegner anders auf Waffen reagiert. Wer beispielsweise den ersten Boss mit einer trägen Zweihandwaffe angreift, wird oft ins Gras beißen. Schnellere Waffen sind hier von Vorteil. Hinzu kommt, dass nur der gewinnt, der die Spielmechanik verstanden hat und am Gamepad keine Fehler macht. Bereits in der ersten Stunde dürfte sich herausstellen, ob Sie für Bloodborne gemacht sind oder nicht.

Bloodborne - Final Trailer (PS4)

Quelle: GamesHQMedia
1:35 min

Schlimm wird es besonders dann, wenn Sie kurz vor dem nächsten Speicherpunkt (Leuchtfeuer) ableben. Dann dürfen Sie die teils riesigen Levels noch einmal durchkauen. Und natürlich gehen auch viele der bis dahin eroberten Erfahrungswerte hopps. Diese müssen Sie mühsam wieder einsammeln und es kann sogar vorkommen, dass ein Gegner Ihnen diese mopst. Diese respawnen übrigens immer wieder. Also müssen Sie sich durch sämtliche Horden noch einmal schnetzeln. Hinzu kommen die unsäglich langen Ladezeiten, die den Spielfluss deutlich stören und auf Dauer wirklich nerven. Der Charakterfortschritt ist zäh und somit sollten ungeduldige Spieler unbedingt einen Bogen um Bloodborne machen. Wenig frustresistente Spieler sollten sich diesen anschließen, sonst - das prophezeien wir - werden Sie den ein oder anderen in Rage zerstörten Controller neu kaufen müssen.

Wer sich indes durchbeißt und sich nicht von den enormen Herausforderungen und Ladezeiten abhalten lässt, der wird vor allem in späteren Levels mit einer prima Atmosphäre belohnt, die im Gegensatz zu den Dark-Souls-Spielen sehr viele Horrorelemente bietet.

Bloodborne im Test: Fazit

From Software schafft es in unnachahmlicher Weise, auf dem schmalen Grat zwischen Frust und brutaler Herausforderung zu balancieren. Wer leidensfähig, frustresistent und lernwillig ist, der wird mit Bloodborne glücklich. Wer das nicht ist, der sollte sich den Kauf besser mehrfach überlegen.

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