Testbericht

Battlefield 4 im Test - Grafik und Sound top, Story und KI Flop

Im Battlefield 4 Test verraten wir Ihnen die Stärken und Schwächen der Kampagne. Während DICE und EA technisch fast konkurrenzlos bleiben, floppen Story und die KI.

Battlefield 4

© EA

Battlefield 4 im Test: Wir berichten vom neuen Ego-Shooter aus dem Hause DICE.
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Pro

  • Grafik
  • Sound

Contra

  • Story
  • KI

Fazit

Die Battlefield-4-Kampagne sollte einen höheren Stellenwert als im Vorgänger einnehmen. Doch das ist nicht gelungen: Zwar ist alles größer und spektakulärer, aber nicht unbedingt besser.

Battlefield 4 im Test: Der neue Ego-Shooter aus dem Hause DICE soll alles besser, größer und spektakulärer machen als der Vorgänger. Das gelingt den Machern zumindest bei der Technik. In anderen Disziplinen bleiben die Entwickler hinter Ihren Möglichkeiten. Als Testobjekt haben wir uns die PC-Version von Battlefield 4 geschnappt. In unserem Testbericht lesen Sie über die Stärken und Schwächen der Battlefield-4-Kampagne. Eine Einschätzung zum Multiplayer-Modus mit neuen Spielmodi wie etwa Obliteration oder zurückgekehrten Features wie dem Commander-Modus folgt später, wenn der typische Ansturm zum Release samt klassischen Fehlern abgeklungen ist.

Battlefield 4 im Test: Story, KI und Atmosphäre

Battlefield 4 dreht sich um einen fiktiven Konflikt zwischen zwei Großmächten in der nahen Zukunft. Es gibt die USA und ihre Verbündeten auf der einen sowie China und Russland auf der anderen Seite. Als US-Soldat Recker kämpfen Sie sich durch verschiedene Missionen mit viel Abwechslung. Die Spielzeit beträgt rund sechs bis acht Stunden. Dialoge und Missionseinleitungen wirken während dieser Zeit jedoch alles andere als packend, da hilft auch Schauspieler Moritz Bleibtreu als Sprecher von Staff Sgt. Dunn wenig. Die Charaktere werden kaum näher beleuchtet. Möglichkeiten, sich mit ihnen identifizieren zu können, gibt es daher kaum. Bezeichnenderweise erfahren wir außer seinem Namen kaum etwas zum Hauptcharakter.

Probleme und Schicksalsschläge der Probanden lassen den Spieler somit in der Regel kalt. Vielmehr treffen Sie im Verlauf der Geschichte immer häufiger auf Situationen, in denen die Macher scheinbar so wenige Klischees wie möglich auslassen wollten. Dafür hat sich die Kampagne von Teil 4 gegenüber dem Vorgänger in einigen Punkten geändert: Weniger Scripts, mehr Abwechslung bei den Schauplätzen und mehr spielerische Freiheit. Das "Spotten" aus dem Mehrspielermodus - das Markieren gesichteter Gegner - funktioniert nun auch im Solo-Modus.

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Auch bietet Entwickler DICE diesmal mehr spielerische Freiheit, wenn es darum geht, sein Missionsziel zu erreichen - entweder im Team mit den KI-gesteuerten Squad-Mitgliedern oder mit zur Verfügung stehenden Kollegen in Panzern oder Hubschraubern. Die KI agiert dabei jedoch meist alles andere als klug. Es war im Test häufig zu beobachten, dass unser Squad von Gegnern belagert wurde. Einzelne Gegner versteckten sich dabei sichtbar vor unseren Kollegen in Ecken oder hinter niedrigen Vorsprüngen. Anstatt dass die KI selbständig angriff, wartete sie dabei auf unseren Befehl. Das Gefühl, sich in der jeweiligen Situation bei seinen Kameraden gut aufgehoben zu wähnen, blieb so aus.

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© EA

Bei Battlefield 4 geht einiges zu Bruch.

Was Battlefield 4 wie bereits der Vorgänger beherrscht, ist der Sound. Wenn Sie auf einem Industriegelände von den Dächern eines Hochbaus flüchten müssen und ein gegnerischer Helikopter derweilen alles zu Klump schießt, dann fühlen Sie sich regelrecht mittendrin - sofern Ihre heimische Anlage mitspielt. Schüsse aus Gewehren, Panzern oder Explosionen klingen schlichtweg atemberaubend. Hier setzt Battlefield 4 erneut Maßstäbe. Die Musik entwickelt sich dynamisch und passt zumeist - solange sie nicht zu emotional wird: vor allem in Szenen, in denen Sie als Spieler wie gesagt kaum mitfiebern. So entstehen häufig unfreiwillig komische Szenen. Ein Tipp: Stellen Sie nach Möglichkeit auf die englische Sprachausgabe. Dann ist es nicht ganz so schlimm.

Battlefield 4 im Test: Grafik, PC-Performance

Battlefield 4 setzt auf die Frostbite Engine 3. Auf Ultra-Einstellungen mit einem entsprechend potentem PC eröffnet sich Ihnen das derzeit wohl fortschrittlichste und hübscheste Spiel mit aktuellem Militär-Setting. Die Texturen sind weitestgehend knackscharf und die Lichteffekte zaubern zusammen mit Rauch, Staub und unzähligen Details eine Optik auf den Bildschirm, die selbst Grafik-Bretter wie Crysis 3 alt aussehen lassen. Dazu kommen eine realitätsnahe Physik, lebendige Animationen und Zerstörungs-Features in der Spielwelt, die in Ihnen durchaus Kindheitsfantasien wecken könnten und Sie einfach nur zum "Herumalbern" animieren.

Das Paradestück von Battlefield 4 ist einmal mehr der Multiplayer-Modus, dem wir uns gesondert und zu späterer Zeit widmen. DICE treibt dabei das Zerstörungs-Feature mit "Levelution" eine Stufe weiter. Geskriptete Einstürze oder andere Katastrophen in der Kampagne lassen bereits erahnen, wie sich der Multiplayer-Modus anfühlen muss, wenn sich nicht wie in der Kampagne einer oder eine, sondern bis zu 64 schießwütige Spieler auf einer Karte austoben. Bestimmte Funktionen auf einer Map lösen dann beispielsweise Großkatastrophen wie etwa einen Staudammbruch mit Überflutung des restlichen Areals oder einen Hochhaus-Einsturz aus. In der Kampagne ist dies vereinzelt auch schon zu beobachten und dürfte selbst bei Technik-Verwöhnten für herunterklappende Kinnladen sorgen.

Battlefield 4

© EA

Die Grafik von Battlefield 4 ist schlichtweg atemberaubend.

Die Battlefield 4 Systemanforderungen fallen etwas höher aus als im Vorgänger, wenngleich der Großteil von Battlefield-3-Spielern auch den Nachfolger mit spielbaren Bildwiederholraten genießen können dürfte. Im direkten Vergleich waren die Ladezeiten deutlich höher: selbst wenn Origin sowie das Spiel auf einer SSD liegen. Dafür hielten sich Ruckler oder ständiges Nachladen bei der gegebenen Spielwelt-Größe in Grenzen: Top!

Battlefield 4 im Test: Fazit zur Kampagne

Die Battlefield-4-Kampagne sollte einen höheren Stellenwert als im Vorgänger einnehmen. Doch das ist nicht gelungen: Zwar ist alles größer und spektakulärer, aber nicht unbedingt besser. Die kurze Kampagne dient abermals nur als einmaliges Aufwärmprogramm für den Multiplayer-Modus. Das dürfte für die meisten Spieler ohnehin das wichtigere Kaufkriterium sein. Der Solo-Part bietet kaum Wiederspielwert. Die Story ist zu vernachlässigen, genau wie die KI. Wer sich jedoch (zusätzlich zum Multiplayer-Modus) anschauen möchte, was auf dem PC heutzutage technisch möglich ist, der wird um einen Kauf von Battlefield 4 nicht herumkommen.

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