AMD vs. Intel

AMD FX-9370 und Intel Core i7-3930K im CPU-Vergleichstest

Wir haben AMD und Intel Rechner im CPU-Vergleichstest und lassen hier den FX-9370 von AMD gegen Intels Hexacore-CPU Core i7-3930K antreten.

AMD vs. Intel: Was ist besser?

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AMD vs. Intel: Was ist besser?

In diesem Test haben wir Rechner mit AMDs FX-9370 und Intels Core i7-3930K miteinander verglichen und Ihnen die Ergebnisse zusammengefasst. Die beiden jüngsten Vertreter aus AMDs FX-Baureihe, der FX-9370 und der FX-9590, sollen nun in der Leistung endlich wieder auf die Intel-Core-i7-CPUs aufschließen oder sie gar übertreffen. Uns standen für das Duell zwei High-End-Rechner von One zur Verfügung: Das AMD-System mit einem FX-9370 und einer Radeon-HD-7970-Karte und als Gegner ein Rechner mit Intel Core i7-3930K und einer Grafikkarte mit Nvidia- GeForce-GTX-770-GPU.

Die Prozessoren: AMD FX-9370 und Intel Core i7-3930K

Trotz seiner höheren Modellnummer unterscheidet sich der brandneue AMD FX- 9370 in der Architektur nicht von den FX-Prozessoren der 8300er-Serie mit Piledriver-Architektur, die AMD im Oktober 2012 vorgestellt hat. Die CPUs der 9000er- Serie erreichen aber höhere Taktfrequenzen von bis zu 4,7 GHz beim getesteten X-9370 und sogar bis zu 5 GHz beim FX- 9590, jeweils im Turbo-Mode.

Allerdings gibt AMD für die beiden Prozessoren auch eine maximale Leistungsaufnahme von bis zu 220 Watt an, fast 100 Watt mehr als beim FX-8350 mit seinen bis zu 4,2 GHz. Tatsächlich schluckt das AMD-System beim CPU-Benchmark Cinebench mit 275 Watt glatte 75 Watt mehr als der Intel-PC.

Der Prozessor verfügt über acht Kerne, oder genauer über acht Integer-Units. Dabei koppelt AMD jeweils zwei Integer-Einheiten mit einer Fließkomma-Unit. Auch die vier Level-2-Cache-Blöcke mit zusammen 8 MByte werden von je zwei Integer-Units und einer FPU gemeinsam genutzt, dazu kommt noch ein 8 MByte großer L3-Cache.

Der DDR3-Speichercontroller arbeitet mit zwei Kanälen. Die CPUs werden in einem 32-Nanometer-Verfahren hergestellt.Auch der Intel Core i7-3930K mit maximal 3,8 GHz beim Turbo-Boost ist noch ein 32-Nanometer-Prozessor. Denn er gehört zu Intels Sandy-Bridge-E-Familie. Damit ist er zwar ein gutes Stück älter als die aktuellen 22-Nanometer-Haswell-CPUs von Intel, hat aber mit seinen sechs Kernen sowie 12 Threads bei der Rechenleistung immer noch die Nase vorn.

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Ein 22-Nanometer- Nachfolger auf Ivy-Bridge-Basis soll aber noch in diesem Jahr erscheinen. Auch der Level-3-Cache ist beim Core i7- 3930K mit 12 MByte deutlich großzügiger dimensioniert. Zudem verfügt die CPU gleich über vier Speicherkanäle, Haswell bietet nur zwei.

In Haswell ist ein PCI-Express-Controller mit 16 Lanes integriert. Der PCI-Express-Controller im Sandy-Bridge E unterstützt dagegen 40 Lanes. Daher stehen für zwei Grafikkarten im SLI- oder Crossfire- Betrieb jeweils 16 PCI-Express-Lanes bereit, bei Haswell müssen sich zwei Karten 16 Lanes teilen. Prinzipiell unterstützt der Prozessor auch PCIe 3.0. Allerdings hat Intel die CPU offiziell nur für PCI-Express-2.0 spezifiziert.

Beim AMD-System ist der PCI-Express-Controller nicht in der CPU, sondern noch im Chipsatz integriert, mit dem die CPU über HyperTransport kommuniziert.

Die High-End-Testsysteme

Natürlich brauchen die Prozessoren auch das passende Umfeld, um ihre Leistung überhaupt entfalten zu können. Daher stecken sie in Rechnern mit entsprechend hochklassigen Komponenten. Im One Computer AMD FX-9370 für 1700 Euro arbeitet als Mainboard ein Asus Crosshair V Formula-Z mit AMD-990FX-Chipsatz und Sockel AM3+, bestückt mit 16 GByte DDR3-1866-Speicher von AMD. Als Grafikkarte dient eine Asus HD7970-DC2T-3GD5 mit einem Radeon HD 7970, der momentan schnellsten GPU von AMD.

Die Tahiti-XT-GPU verfügt über 2048 Shader, arbeitet mit einer Taktfrequenz von einem GHz und kann auf drei GByte GDDR5 zugreifen. Als Systemplatte ist eine Samsung SSD 840 Pro mit 256 GByte eingebaut, die zusätzliche Toshiba-HDD fasst drei Terabyte. Integriert ist dies in das Gaming-Midi-Tower-Gehäuse CM Storm Enforcer, als Netzteil dient ein 1000-Watt-Modell von Be Quiet.

Das Intel-System steckt in einem Corsair-Graphite-600T-Midi-Tower, als Netzteil reicht ein 750-Watt-Modell von Thermaltake aus. Mainboard ist hier das Gigabyte GA-X79-UD3 mit Intel-X70-Chipsatz und Sockel 2011. Als Grafikkarte dient im 2000 Euro teuren Intel-PC eine Palit mit Nvidia GeForce GTX 770. Die Kepler-GPU enthält 1536 Shader und ist mit maximal 1085 MHz getaktet.

Als Speicher sind zwei GByte GDDR5 an Bord. Als Systemdatenträger dient ebenfalls eine Samsung-SSD mit 256 GByte. Als zusätzlicher Datenspeicher ist auch hier eine Toshiba-HDD eingebaut, allerdings nur mit einer Kapazität von zwei Terabyte.

Leistungsmessung: Intel hat die Nase immer noch vorn

Trotz seiner deutlich höheren Taktfrequenz rangiert der AMD FX-9370 im Prozessorbenchmark Cinebench R11.5 beim Multicore-Rendering mit 7,23 Punkten klar hinter dem Intel Core i7-3930K, der 10,14 Punkte erzielt.

Auch in der Systemperformance, gemessen mit dem neuen PCMark 8, hat das Intel-System die Nase vorn: Die Home-Computing-Tests bewältigt er mit 4797 Punkten gegenüber 4214 Punkten beim AMD-System, im Creative-Lauf ist die Distanz etwas geringer: Hier erzielt der Intel-Rechner mit 5600 Punkten ein um 12 Prozent besseres Ergebnis als der AMD-FX-Rechner mit 5015 Punkten.Bei beiden PCs wurde hier die Grafikkarte für OpenCL-Operationen genutzt.

Im älteren PCMark 7 liegt der Intel-Rechner mit 5300 gegenüber 4326 Zählern ganz klar in Führung.Bei den 3D-Benchmarks spielt die CPU eine geringere Rolle, hier zählt primär die Grafikkarte. Daher liegen die beiden Systeme hier fast gleichauf: Im 3DMark Fire Strike Extreme führt der AMD-Rechner mit 3471 Punkten knapp vor dem Intel-PC mit 3452 Punkten. Hier wirkt sich wohl der größere Grafikspeicher der Radeon HD 7970 gegenüber der GeForce GTX 770 aus. Beim normalen Fire-Strike-Lauf führt dagegen die Intel-Nvidia-Kombination mit 6958 gegenüber 6711 Punkten. Auch beim neuen Tomb Raider liegt Intel mit 55,2 zu 53,6 fps vorne.

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