Exklusives Hands-On in London

Amazon Echo: Alexa spricht schon (ganz gut) Deutsch

Bislang gab es Amazon Echo, den smarten Lautsprecher mit Sprachsteuerung, nur in den USA zu kaufen. Ab Ende Oktober ist der potenzielle Game Changer der Smart-Home-Welt auch bei uns und mit deutscher Sprache erhältlich, wenn auch vorerst in begrenzter Verfügbarkeit. Erfreulich dagegen: Eine Vielzahl an Partnerfirmen sind vom Start weg an Bord. Wir waren beim Launch-Event in London live dabei.

Amazon Echo in Deutschland

© Amazon

Amazon Echo kommt nach Deutschland.

Sprachsteuerung für vernetzte Geräte und Inhalte, das kennen Smartphone-Nutzer nun schon ein paar Jahre von Apples Siri oder auch von Google. Doch Versandhändler Amazon geht mit seiner Alexa noch einen wichtigen Schritt weiter: Zuhause, dort wo man nicht ständig mit Handy in der Hand herumlaufen möchte, um Musik zu starten, oder Lichter einzuschalten, kommt die 360-Grad-Lautsprechersäule Namens Echo ins Spiel. Wer das US-Produkt in englischer Sprache schon einmal testen konnte, weiß bereits um dessen Vorteile: Echo ist weit mehr als ein Lautsprecher, der auf Sprachbefehle reagiert und dann etwa Musik von Spotify abspielt. Er könnte mittelfristig der Game Changer werden, die Killerapplikation, die das Smart Home im eigentlichen Sinn endlich Wirklichkeit werden lässt.

Amazon arbeitet zum Deutschland-Start am 26. Oktober bereits mit zahlreichen Unternehmen zusammen, deren Angebote oder Produkte sich mit Echo steuern lassen - und das erstmals auf Deutsch. Die Deutsche Telekom etwa mit ihrer Smart-Home-Zentrale Qivicon ist an Bord, Thermostat-Anbieter Tado, Netatmo, Philips Hue, Innogy (RWE) und WEMO von Belkin, aber auch Autobauer BMW, chefkoch.de, MyTaxi und Toralarm.

Doch die Sprache ist auch der Haken, weshalb die Markteinführung bei uns sehr lange auf sich warten ließ - und auch noch nicht ganz abgeschlossen ist: Deutsche Sprache, schwere Sprache. Dieser Spruch gilt nicht nur für Flüchtlinge aus Syrien, sondern auch für die künstliche Intelligenz der Technik. Echo kann man daher zwar ab sofort auf amazon.de bestellen. Allerdings bewirbt man sich damit vorerst lediglich als Kandidat für einen begrenzten Kreis von Betatestern, die helfen sollen, Echo in deutscher Sprache zu optimieren und von Kinderkrankheiten zu befreien.

Immerhin: Wer schnell ist und ein Exemplar ergattert, erhält 50 Euro Rabatt auf den Kaufpreis in Höhe von 179 Euro und kann vom Start weg zahlreiche Spaß bringende Anwendungen nutzen. Wie lang der Einladungstest läuft steht noch nicht fest, genauso wenig, wie viele Kandidaten in den Genuss kommen. Doch wer schnell bestellt, hat gute Chancen auf ein Echo.

Amazon Echo im Einsatz

© video Magazin

So stellt sich Amazon Echo in der Wohnumgebung vor – hier: in der Küche bei den Vorräten.

Was Alexa kann

Das bisherige Leistungsspektrum kann sich jedenfalls mehr als sehen beziehungsweise hören lassen. Alexa liest auf Wunsch die persönlichen  Termine des Tages vor, die aktuellen Nachrichten von BILD, oder berichtet über das Fußballspiel vom Vorabend, oder erinnert sich gar an den letzten hohen Sieg des Hamburger SV. Wettervorhersage, Staumeldungen auf der Arbeitsstrecke, alles kein Problem für Alexa.

Ebenso wenig wie die Steuerung von Musikdiensten: "Alexa, spiele mir Beginner mit Es war einmal aus Spotify vor", könnte so ein Befehl lauten, dem sie gerne nachkommt. Und wenn Spotify den Song nicht hat, findet Alexa ihn eben bei Amazon Prime. Und natürlich - auch das kennt man zum Beispiel von Apples Siri - hat Alexa auch ein wenig Humor. Wer seine digitale Ansprechpartnerin fragt, ob sie ihn heiraten wolle, kriegt als Antwort ein augenzwinkerndes "Lieber nicht" entgegnet.

Amazon Echo in zwei Farben

© video Magazin

Amazon Echo kommt in den Farben Schwarz und Weiß.

Doch viel wichtiger: Während Apple mit der gerade via iOS 10 gelaunchten App "Home" versucht, über seine (bislang viel zu wenigen) HomeKit-Partner das Smart-Home-Feld aufzurollen, kann Amazon schon vom Start weg mit einer ganzen Reihe von namhaften und sinnvollen Anwendungen aufwarten, wie die Liste der beteiligten Partner zeigt. Und dabei wird es nicht bleiben. Echo wird schnell wachsen, denn im Prinzip kann jeder sogenannte Skills, also Apps für die Nutzung über Alexa entwickeln, da es sich um ein offenes System handelt.

Was Alexa nicht kann

Doch einiges geht mit Echo auch nicht, zumindest noch nicht: Etwa mag Alexa bislang nicht die Bedienung des heimischen Fernsehers übernehmen. Eine Sprachsteuerung etwa von Amazon Prime oder Netflix über den Sprachdienst bleibt daher vorerst Wunschdenken. Amazon-Deutschland-Chef Ralf Kleber erklärte video aber, er gehe davon aus, "dass die namhaften TV-Hersteller bald auf den Zug aufspringen". Auch ist die Integration von Alexa in die Amazon-TV-Box Fire TV, über die schon lange spekulier wird, bislang nicht abgeschlossen.

Amazon Echo Dot

© video Magazin

Das Amazon Echo Dot steht bereit.

Dafür gibt es als Ergänzung zum großen Echo noch den kleinen Echo Dot, eine flache Steuerungsvariante, die für 59,99 Euro ebenfalls über "Einladung anfordern" geordnet werden kann. Der Clou: Da der Dot für alle Räume im Haus gedacht ist, wo die zentrale Echo-Einheit nicht steht, gibt es sogar ein Sixpack und ein 12er Pack, das sechste bzw. elfte und zwölfte Dot sind dabei gratis im Paket.

Fazit

Wir haben es bereits live ausprobieren dürfen: Amazon Echo macht Spaß und erleichtert wirklich das Leben, auch wenn Alexa noch nicht fertig entwickelt ist. Bei einem solch komplexen System muss jedoch selbst der kritische Testredakteur einräumen, dass nur eine Weiterentwicklung im Praxisbetrieb Sinn macht. Echo soll sich schließlich auf die Alltagsgewohnheiten des oder der Nutzer einstellen, nicht umgekehrt. Die Algorithmen dafür programmieren sich nicht über Nacht. Das offene Alexa Skills Kit (ASK) bietet Anbietern von Services unendliche Möglichkeiten, aber auch die Gelegenheit, Fehler zu machen.

Ob dabei am Ende die erste übergreifende Smart-Home-Steuerung entsteht, die wirklich im ganzen Haus funktioniert, bleibt abzuwarten. Auch wird Amazon zunächst Warnrufe und Diskussionen über sich ergehen lassen müssen, weil viele mit Echo den finalen Einzug von NSA und BND im Wohnzimmer vermuten. Doch bei allen kritischen Fragen dürfte sich der Siegeszug kaum aufhalten lassen. Das überwiegend positive Verbraucher-Echo wird jedenfalls schon bald im ganzen Land zu hören sein.

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