Testbericht

Aldi Netbook Medion Akoya E1210

Ab Donnerstag, dem 16. Oktober 2008, legt Aldi seinen Kassenschlager Medion Akoya E1210 neu auf - das Netbook kommt jetzt mit Bluetooth und 160-GB-Festplatte. Doch mittlerweile stehen zahlreiche Alternativen zum Aldi-Netbook zur Verfügung. Ob sich die Anschaffung des 399 Euro teuren Miniatur-Rechners auch drei Monate nach der Erstauflage noch lohnt, hat magnus.de für Sie untersucht.

Aldi-Netbook Medion Akoya E1210

© Markus Beyer

Ziert erneut die Paletten beim Discounter Aldi: das Netbook Medion Akoya E1210 für 399 Euro.

Wer am Vormittag des 3. Julis 2008 gemütlich seinen lokalen Aldi aufsuchte, um sich das kleine Medion-Netbook zu besorgen, fand sich meist vor leergefegten Paletten wieder. Auf Nachfrage bei einer der emsigen Filial-Angestellten tönte stets der gleiche Satz: "War innerhalb einer halben Stunde ausverkauft - kommt auch nicht wieder rein!" Für all diejenigen, die vor einem viertel Jahr den Discounter mit lang gezogenem Gesicht verließen, folgt also jetzt die gute Kunde: Aldi verkauft ab diesem Donnerstag den 16. Oktober eine Neuauflage des Netbooks Medion Akoya E1210. Quasi als Trost für die über dreimonatige Wartezeit verschraubt die Notebook-Schmiede Medion nun statt einer 80-GB-Platte das maximale an Kapazität ins Gerät, was die günstige ULCPC-Windows-XP-Lizenz (ULCPC = Ultra Low Cost PC) erlaubt: 160 GB. Zusätzlich bekommt der Aldi-Kunde noch einen Bluetooth-Dongle mit in die Verpackung.

Hardware und Ausstattung: Die Features des Medion Akoya E1210

Die Hardware-Basis ist ansonsten identisch mit der Vorgänger-Konfiguration. Für ausreichend Rechenleistung sorgt ein Intel Atom-Prozessor N270 mit 1,6 GHz. Unterstützt wird er von 1 GByte Arbeitsspeicher, der auf maximal 2 GByte aufrüstbar ist. Internetverbindung erhält man entweder über den fix verbauten LAN-Port oder via WLAN nach 802.11b, g und sogar dem neuesten n-Standard. Weitere Anschlussmöglichkeiten sind bis zu drei USB-Geräte, ein Kopfhörer, ein Mikrofon und ein VGA-Monitor. Ein Kartenleser und eine Webcam für Telefonkonferenzen sind bereits im Akoya E1210 integriert. Blickkontakt zu seinen Anwendungen erhält der Mann am Keyboard über ein sehr gut ausgeleuchtetes 10-Zoll-Display.

Berühmt berüchtigt sind Aldi-Rechner auch stets für üppige Software-Beigaben. Dies ist beim Medion Akoya E1210 nicht anders: Neben dem bereits erwähntem Windows-XP-Betriebssystem in der Home-Edition erhält der Aldi-Kunde noch WordPerfect Office X3, Draw Essentials 3 (beide von Corel), WISO Mein Geld 2008 sowie PowerDVD 7. Auch wenn letzteres Programm die Hoffnungen auf ein integriertes DVD-Laufwerk schürt, bleibt diese beim Akoya E1210 wie auch bei allen Konkurrenz-Netbooks vergebens. Neuer Stoff von der Scheibe muss stets den Weg über ein externes USB-Laufwerk nehmen.

Konkurrenz-Sichtung: Mehr Pro als Contra für das Medion Akoya E1210

Wenn man dem Medion Akoya E1210 etwas vorwerfen kann, dann ist es die relativ kurze Akkuleistung. Selbst wer das Aldi-Netbook nur als mobile Schreibmaschine nutzt, hat nach spätestens drei Stunden Feierabend. Der Langläufer unter den Netbooks, der [int:article,74541]Asus EeePC 901[/int], schafft es auf bis zu acht Stunden. Das [int:article,76587]Dell Mini 9[/int] arbeitet mehr als fünf Stunden, der Rest der Mitbewerber liegt zwischen drei und vier Stunden.

Hersteller Medion Medion MSI Dell Acer Asus Asus One
Typ Akoya Mini E1210 (Aldi Oktober-Version) Akoya Mini E1210 (Aldi Juli-Version) Wind U100 Mini 9 Aspire One A110L EeePC 901 EeePC 900 A120
Web-Adresse www.medion.de www.medion.de www.msi-computer.de www.dell.de www.acer.de www.asus.de www.asus.de www.one.de
Preis ca. 400 Euro 400 Euro 400 Euro 370 Euro 330 Euro 380 Euro 350 Euro 270 Euro
Technische Infos
Display-Größe 10 Zoll 10 Zoll 10 Zoll 8,9 Zoll 8,9 Zoll 8,9 Zoll 8,9 Zoll 7 Zoll
Display-Auflösung 1.024 x 600 1.024 x 600 1.024 x 600 1.024 x 600 1.024 x 600 1.024 x 600 1.024 x 600 800 x 400
Prozessor Intel Atom N270 (1,6 GHz) Intel Atom N270 (1,6 GHz) Intel Atom N270 (1,6 GHz) Intel Atom N270 (1,6 GHz) Intel Atom N270 (1,6 GHz) Intel Atom N270 (1,6 GHz) Intel Celeron M353 (900 MHz) VIA VX800U
Arbeitsspeicher 1 GB (max. 2 GB) 1 GB (max. 2 GB) 1 GB (max. 2 GB) 1 GB (max. 2 GB) 512 MB (max. 1536 MB) 1 GB (max. 2 GB) 1 GB (max. 2 GB) 512 MB (max. 512 MB)
Festplatte HDD, 160 GB HDD, 80 GB HDD, 80 GB SSD, 16 GB SSD, 8 GB SSD, 4 + 8 GB SSD, 4 + 8 GB SSD, 4 GB
Ausstattung
Netzwerk LAN, WLAN 802.11 b/g/n LAN, WLAN 802.11 b/g/n LAN, WLAN 802.11 b/g, Bluetooth LAN, WLAN 802.11 b/g, Bluetooth LAN, WLAN 802.11 b/g LAN, WLAN 802.11 b/g/n, Bluetooth LAN, WLAN 802.11 b/g LAN, Modem, WLAN 802.11 b/g
Anschlüsse VGA, 3 x USB, Kopfhörer, Mikrofon VGA, 3 x USB, Kopfhörer, Mikrofon VGA, 3 x USB, Kopfhörer, Mikrofon VGA, 3 x USB, Kopfhörer, Mikrofon VGA, 3 x USB, Kopfhörer, Mikrofon VGA, 3 x USB, Kopfhörer, Mikrofon VGA, 3 x USB, Kopfhörer, Mikrofon VGA, 2 x USB, Kopfhörer, Mikrofon
Betriebssystem Windows XP Windows XP Windows XP Windows XP Linpus Linux Lite Windows XP Windows XP Windows XP
Sonstige Extras Kartenleser, Webcam, viel Software, Bluetooth-Dongle Kartenleser, Webcam, viel Software Kartenleser, Webcam, viel Software Kartenleser, Webcam Kartenleser, Webcam Kartenleser, Webcam, 4 Schnellwahl-Tasten Kartenleser, Webcam Kartenleser, Webcam
Zusatz-Infos
Maße (B x T x H) 260 x 180 x 37 mm 260 x 180 x 37 mm 260 x 180 x 37 mm 232 x 168 x 32 mm 250 x 171 x 32 mm 225 x 178 x 41 mm 225 x 171 x 37 mm 243 x 170 x 46 mm
Gewicht 1.132 Gramm 1.132 Gramm 1.158 Gramm 1.035 Gramm 954 Gramm 1.134 Gramm 1.002 Gramm 1.050 Gramm
Pluspunkte gutes Display, sehr große Festplatte, Bluetooth, n-WLAN gutes Display, große Festplatte, n-WLAN gutes Display, große Festplatte, Bluetooth stabile Verarbeitung, gutes Display schnell, gutes Display, ordentliche Tastatur lange Akkulaufzeit, gute Tastatur gute Verarbeitung billig
Minuspunkte kurze Akkulaufzeit, meist ausverkauft kurze Akkulaufzeit, meist ausverkauft kurze Akkulaufzeit, meist ausverkauft kleine Tastatur, wird sehr heiß wenig Speicher, Linux-OS dunkles Display langsame Festplatte, klapprige Tastatur lahme CPU, kleines Display, wenig Speicher

Auf der Habenseite verzeichnet das Medion Akoya E1210 ein hervorragendes und helles Display, eine vergleichsweise flotte Rechenleistung, solide Verarbeitung, eine vernünftige Tastatur sowie eine 160 GB große Festplatte. Die geringe Festplattenkapazität ist die Achillessehne der ansonst ebenfalls sehr empfehlenswerten Geräte [int:article,74541]Asus EeePC 901[/int] und [int:article,76587]Dell Mini 9[/int]. Ihre lange Akkulaufzeit erkaufen sie sich damit, dass als Speichermedium eine SSD-Festplatte (SSD = Solid State Disk) die Daten wegsichert. SSD-Platten sind auf Grund der nicht benötigten Mechanik äußerst stromsparend, unhörbar und praktisch unkaputtbar, aber leider extrem teuer. Deshalb implementieren die Hersteller in der Netbook-Klasse derzeit maximal 16 GB. Eine genaue Übersicht über die derzeit am Markt verfügbaren Netbooks mit allen technischen Details finden Sie übrigens in der Tabelle.

Fazit: Für die meisten Anwender das beste Netbook

Derzeit konkurrieren ein halbes Dutzend Hersteller mit ihren Netbooks um die Gunst der Käufer: [int:article,74541]Asus, Acer, Dell, One, MSI und Medion[/int] - wobei das Medion-Gerät lediglich eine Adaption des MSI-Books ist. Die hervorragende Marktakzeptanz dieser Geräteklasse wird bald andere große Hersteller wie etwa Sony, Samsung, Fujitsu Siemens oder Toshiba aus der Zurückhaltung hervorlocken. Dies bedeutet mittelfristig günstigere Preis (ab 200 Euro ist die Rede) und zusätzliche Features (z.B. integriertes UMTS) für Netbooks. Wer also warten kann, erfährt hier noch spannende Entwicklungen zu seinen Gunsten.

Publikumsliebling Netbook?

Wie stehen Sie zu der neuen Geräteklasse der Minimalisten-Notebooks?

Genau auf diese Netbooks habe ich immer gewartet! 50.1%
Ich warte ab, bis Netbooks überall ins Internet können! 10.8%
Zahle lieber etwas mehr für ein rassiges 13,3-Zöller! 7.8%
Nur ein 15/17-Zöller erfüllt meine Ansprüche!31.3%

Andererseits zieht dieses Argument des Abwartens in der IT-Branche eigentlich immer. Deshalb hier unsere Empfehlung: Ungeduldige, deren Stromverfügbarkeit nie länger als drei Stunden aussetzt, können beim Medion Akoya E1210 am Donnerstag bei Aldi bedenkenlos zugreifen. Allerdings heißt es dann für Sie, rechtzeitig den Wecker zu stellen. Frei nach dem Motto: "Der frühe Kunde fängt das Netbook!"

Update (16.10.2008): Aldi senkt den Preis für das Medion Akoya E1210

Aldi hat kurzfristig den Preis für das Medion Akoya E1210 gesenkt und verkauft es ab sofort für 369 Euro. Vormals betrug der Preis 399 Euro. Die Preissenkung dürfte eine Reaktion auf ähnlich attraktive Angebote aus dem Umfeld anderer Händler, insbesondere aber der Metro-Tochter Media Markt sein. Letztere bietet mit dem Asus Eee PC 1000H ein vergleichbar gut ausgestattetes Netbook-Modell zu einem Preis von 379 Euro an.

Der Asus Eee PC 1000H bei Media Markt verfügt wie der Aldi-Konkurrent Medion Akoya E1210 ebenfalls über ein 10-Zoll-Display mit einer maximalen Auflösung von 1024 x 600 Bildpunkten. Bei CPU (Intel Atom N270 mit 1,6 GHz), RAM (1GB) und Speicherkapazität der Festplatte (160 GB) und auch beim Ausstattungsmerkmal Netzwerk (WLAN und Bluetooth) gibt es keine Unterschiede.

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