Testbericht

Aktuelle Festplatten im Test

Es bewegt sich was im Festplattenmarkt. Die Preise fallen und die Kapazitäten steigen. Und das, obwohl sich an der Speicherdichte eigentlich gar nichts getan hat.

  1. Aktuelle Festplatten im Test
  2. Teil 2: Aktuelle Festplatten im Test
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Der Lesekopf einer Festplatte.

Wer sich ein wenig mit Festplatten beschäftigt, wird festgestellt haben, dass sich im vergangenen Jahr scheinbar so gut wie nichts getan hat. Schon in der Ausgabe 6/2007 konnten wir die damals erste Terabyte-Festplatte vorstellen. Größere Modelle gibt es auch ein Jahr später immer noch nicht zu kaufen. Für Technikgläubige ist das dennoch kein Grund, am Fortschritt zu zweifeln. Denn zum einen hat sich in den letzten zwanzig Jahren sehr schön gezeigt, dass Festplatten in etwa alle anderthalb Jahre ihre Kapazität verdoppeln. Eine Zwei-Terabyte-Platte stünde diesem Turnus gemäß folglich erst für Ende dieses Jahres zu erwarten.

Und tatsächlich hört man vereinzelt von den großen Herstellern, dass noch dieses Jahr entsprechende Modelle kommen sollen. Zum anderen sind es ja nicht nur die großen Festplatten im 3,5-Zoll- Format, denen die Entwickler ihre Aufmerksamkeit schenken. Mit dem zunehmenden Marktanteil von Notebooks und Mini-Rechnern für den Home-Entertainment- Bereich, werden auch 2,5-Zoll-Laufwerke zu immer stärkeren Standbeinen im harten Konkurrenzkampf. Hier hat sich - abgesehen vielleicht vom Preisverfall - in letzter Zeit am meisten getan.

Nachdem vor nicht allzu langer Zeit von allen Herstellern der Sprung auf 320 GByte vollzogen wurde, haben die kleinen Laufwerke mittlerweile sogar die 500-GByte- Schallmauer erreicht.

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Details der Stromspannungen.

Hierbei bedienen sich die Hersteller allerdings eines Tricks: Anstatt die de facto Bauhöhe von 9,5 Millimeter einzuhalten, bauen die meisten ihre Magnetscheiben schlicht in ein etwas höheres Gehäuse ein. Schon etwa drei Millimeter mehr genügen, damit drei, statt wie üblich nur zwei Scheiben nebst Lesearm- und Kopf in das Gehäuse passen. So lässt sich die Kapazität erhöhen, ohne die Datendichte steigern zu müssen. Das kann dann den Nachteil haben, dass solche 2,5- Zoll-Platten unter Umständen nicht in die dafür vorgesehenen Aussparungen neuer Notebooks passen. Wer sich also für eine 500er Platte im 2,5-Zoll-Format entscheidet, sollte besser schon vor dem Umbau nachsehen, ob das neue Laufwerk auch wirklich hineinpasst und vorsorglich die Möglichkeit der Rückgabe (der Festplatte) vereinbaren.

Samsungs neuer 500-GByte-Platte greifen. Durch ein neues Design ist es den Koreanern gelungen, die drei Scheiben, von denen jede 166 GByte fasst, in ein Standardgehäuse zu quetschen. Im Test zeigten sich, weder was die Lautstärke noch was die Temperatur angeht, irgendwelche Besonderheiten. Erstaunlicherweise gilt das nicht für die Transferleistung. Sowohl im Lesen als auch im Schreiben ließ die Samsung die übrigen 2,5-Zoll-Laufwerke mehr oder weniger hinter sich. Die einzige Ausnahme stellt in diesem Punkt die VelociRaptor von Western Digital dar. Die 2,5- Zoll-Platte, die mit 10 000 Umin dreht und extra für Server, High End-Workstations und Rechner von Power-Usern konzipiert ist, reicht in Bezug auf die Leistungswerte sogar an die schnelleren 3,5-Zoll-Platten aus diesem Test heran.

Da wir uns nicht entscheiden konnten, ob wir die VelociRaptor aufgrund ihres besonderen Gehäuses bzw. dessen Rahmen zu den 3,5- Zoll- oder doch zu den 2,5-Zoll-HDDs zählen sollten, haben wir sie außer Konkurrenz getestet und ihr einen eigenen Kasten am Ende dieses Tests gewidmet.

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Der Lesekopf einer Festplatte.

Alles ready?

Stell Dir vor, Microsoft erfindet eine Technik und keiner nimmt sie her. So ungefähr verhält es sich mit der Readydrive-Technik, die Microsoft mit Windows Vista eingeführt hat. Was sollte damit nicht alles möglich sein - der Rechner innerhalb von Sekunden startbereit und obendrein noch schneller. Zur Erinnerung: Readydrive bezeichnet das Zusammenspiel von Vista mit einer so genannten Hybrid-Platte. Eine solche Festplatte besitzt neben den eigentlichen Datenträgern und dem Festplattencache einen mehr oder weniger großen Flash-Speicher - zum Beispiel 256 MByte.

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Filigran gearbeitetes Bauteil einer Festplatte.

Dieser nicht flüchtige, in punkto Zugriffszeit deutlich schnellere Speicher sollte Teile des Betriebssystems oder häufig genutzter Anwendungen vorhalten,um so das langwierige Nachladen von der Festplatte merklich zu beschleunigen.

Nachdem Samsung vergangenes Jahr eine Hybrid-Platte vorstellte, die den erhofften Leistungsgewinn nicht brachte - selbst Messungen ergaben kaum eine Verbesserung - scheint es um Readydrive ruhig geworden zu sein. Keine einzige Platte im Test kann mit dem Zusatzspeicher aufwarten und das obwohl mit dem Service Pack 1 für Vista die Einrichtung einfacher geworden sein soll.

Eventuell wird sich das Problem ob mit oder ohne Flash-Speicher sowieso von selbst lösen. Ein weiterer Vorteil von Readydrive, nämlich die geringere Leistungsaufnahme, hätte die Technik vor allem für batteriebetriebene Rechner interessant gemacht. Performante High-End-Notebooks a la MacBook Air kommen aber ebenso wie Billigst-Maschinen wie der Eee PC nicht mit Flash-Speicher als Festplattenauf-, sondern -ersatz.

Preise im Keller

Noch aber haben die Scheiben basierten Massenspeicher wenig zu befürchten, können sie doch durch ein ständig besser werdendes Preis-Kapazitätsverhältnis punkten. Vor allem die kleineren 2,5-Zoll-Platten haben hier mächtig aufgeholt. Aktuell bekommt man das Gigabyte schon für rund 24 Cent. Und das nicht nur für unattraktive Kapazitäten. Selbst 320-GByte-Platten sind für diesen Preis schon zu haben. Lediglich für die aktuellen Top-Modelle muss man mit etwa 40 Cent pro Gigabyte noch recht tief in die Tasche greifen. Platten im 3,5-Zoll-Format sind traditionell noch billiger. In einem kurzen Marktüberblick konnten wir die 750-GByte-Platte von Samsung für 11 Cent pro Gigabyte orten. Und auch das Top-Modell, die Terabyte-Platte, ist mit 12 Cent pro GByte ein echtes Schnäppchen.

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Auch diese Spule ist in einer Festplatte zu finden.

Spätestens Ende des Jahres wird der Preis wohl unter die 8 Cent rutschen, wenn neue Kapazitäten angeboten werden. Dann werden wohl auch andere Hersteller 500 GByte in einem normalen 2,5- Zoll-Gehäuse unterbringen und Samsung vielleicht schon 750 GByte. Aber darauf zu warten, lohnt sich nicht, denn eines ist klar: Auch in den nächsten Jahren wird sich noch einiges bewegen auf dem Festplattenmarkt - inklusive dem ein oder anderen Beben.

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