AgfaPhoto Optima 103

Kompaktkameras mit manuellen Modi sind selten geworden und richten sich in der Regel an ambitionierte Hobbyfotografen, nicht an Einsteiger.

  1. AgfaPhoto Optima 103
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AgfaPhoto Optima 103 Frontansicht

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AgfaPhoto Optima 103 Frontansicht

Die AgfaPhoto Optima 103 gehört zu den wenigen Ausnahmen: Die 4-fach-Zoomkamera mit 28 mm Weitwinkel kostet rund 110 Euro, adressiert also Leute, die nicht allzu viel für ihre Kamera ausgeben wollen, und bietet trotzdem das volle Programm: Zeit- und Blendenautomatik, eine manuelle Blenden- und Belichtungssteuerung, dazu Regler für Schärfe, Kontrast und Farbsättigung, einen manuellen Weißabgleich und eine Histogramm-Anzeige, die den Anwender bei der Wahl der richtigen Parameter unterstützen soll.

Damit fällt die AgfaPhoto Optima 103 in der Riege der 100-Euro-Kameras ebenso aus der Reihe wie ihre Schwester: Die nur minimal teurere Optima 104 hat zwar weder manuelle Modi noch eine Histogramm-Anzeige, wartet aber mit einem großen Touchscreen auf. Optisch sehen sich die Optima 103 und die Optima 104 ähnlich. Beide haben einen kreisrunden, roten Auslöser als AgfaPhoto-Markenzeichen, und beide messen lediglich 94 x 60 x 20 mm. Die Optima 103 ist eine Spur leichter, wiegt samt Lithium-Ionen-Akku und SD/SDHC-Speicherkarte nur 115 Gramm. Die Kameras kommen in Silber auf den deutschen Markt, die 103 zusätzlich in Titan und Rot, die 104 in Schwarz und Rose.

Da bei der Optima 104 das 3-Zoll-Touchscreen als zentrales Bedienelement dient, die Optima 103 dagegen auf Tasten und Regler rechts neben dem kleineren Standard-Display (2,7 Zoll) setzt, ergeben sich riesige Unterschiede in Sachen Handhabung und Bedienkomfort. Während sich beispielsweise das Autofokus-Messfeld bei der Optima 104 durch Berühren des Hauptmotivs auf dem Monitor positionieren lässt, hat der Anwender bei der Optima 103 im Menü unter "AF-Bereich" lediglich die Wahl zwischen "Breit" und "Mitte". Die Eingaben erfolgen hier klassisch sowohl über ein Schnellzugriffsmenü, das am rechten Rand über der Vorschau einblendet, als auch über ein Hauptmenü, das den gesamten Bildschirm einnimmt. Letzteres präsentiert sich in zweierlei Blau- (Aufnahmeparameter) bzw. Rottönen (Grundeintsellungen) - damit wird sofort klar, welche Registerkarte angewählt wurde. Unter "Aufnahmemodus" findet man neben den manuellen Modi eine lange Liste mit diversen Szenenprogrammen, darunter "Auktion" und "HDR". "Auktion" ist für Ebay-Verkäufer gedacht und setzt bis zu vier Einzelaufnahmen zu einem Bild zusammen. Im "HDR"-Modus hellt die Kamera die dunklen Bereiche auf - allerdings leidet die Bildqualität dabei unter der dazu notwendigen Signalverstärkung. Per Schieberegler wechselt man zwischen Wiedergabe-, Foto- und Videomodus. Zum Filmen steht zwar kein separater Auslöser, aber HD-Auflösung und das optische Zoom zur Verfügung. Einen mechanischen Bildstabilisator gibt es nicht. Der Autofokus arbeitete im Test etwas weniger zuverlässig als das Pendant der Optima 104 und ebenso langsam (Auslöseverzögerung 0,84 s im Weitwinkel).

Bildqualität: In puncto Auflösung hält sich die Optima 103 in etwa auf dem gleichen Niveau wie ihre Schwester, im Tele ist sie sogar minimal überlegen. Dafür tritt hier ein stärkerer Texturverlust auf - vor allem bei ISO 400 eliminiert die 103 im Zuge der internen Bildverarbeitung feine Strukturen; die Aufnahmen wirken verwaschen, teils flächig. Dass die Optima das Bildrauschen bei ISO 400 auf respektable 1,7 VN drücken kann, hilft nicht viel. Im ISO-100-Test fällt der Visual Noise wider Erwarten stärker aus als bei höherer Empfindlichkeit und liegt mit 2,2 VN über dem Klassendurchschnitt. Erstaunlich: Während die Optima 104 die Verzeichnung im Weitwinkel gut in den Griff bekommt, krümmt sich das Bild bei der Optima 103 teils um 2,3 Prozent.

Fazit: Eine günstige, kleine und leichte Kamera mit manuellen Einstellmöglichkeiten. Was die Bildqualität betrifft, schneidet die AgfaPhoto Optima 103 minimal schlechter ab als die etwa 10 Euro teurere Optima 104.

AgfaPhoto Optima 103

HerstellerAgfaPhoto
Preis110.00 €
Wertung39.0 Punkte
Testverfahren1.5

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Testbericht

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