TESTBERICHT

Pixel-Meister: Photoshop CS6 Standard

Photoshop ist ein Urgestein der digitalen Bildbearbeitung, gehört aber trotz starker Konkurrenz nicht zum alten Eisen, denn mit Version CS6 beschert Adobe dem Programm eine Frischzellenkur.

Adobe Photoshop CS6

© Adobe

Adobe Photoshop CS6

Noch vor wenigen Jahren ging ohne Photoshop kaum etwas in Sachen Bildbearbeitung. Mit Programmen wie Lightroom und Aperture ist der Griff zum großen Photoshop jedoch immer seltener nötig - zumindest für die alltägliche Bildoptimierung. Umfangreichere Retuschen oder gar das Kombinieren verschiedener Fotos bleiben aber weiter eine Domäne von Photoshop.

Photoshop ist längst nicht mehr nur für Fotografen interessant. So bringt selbst die Standard-Version von Photoshop CS6 für 950 Euro inzwischen Videofunktionen mit. In der Design-Branche ist der Verzicht auf den Tausendsassa Photoshop ohnehin undenkbar. Der Aufpreis für die Extended-Version lohnt sich jetzt eigentlich nur noch für 3D-Designer - denn 3D bleibt das einzige große Alleinstellungsmerkmal der teuren Variante. Anders als etwa Lightroom läuft Photoshop weiterhin unter allen Windows-Versionen ab XP. Mac-Nutzer müssen hingegen die aktuellen OSX-Versionen 10.6.8 oder 10.7 verwenden.

Adobe Photoshop CS6

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Beim ersten Start fällt die dunkle und moderner wirkende Oberfläche auf. Wer sie nicht mag, kann zur hellgrauen Oberfläche zurückkehren. Äußerst nützlich ist die neue Eigenschaftenpalette. Sie zeigt immer die Effekteigenschaften der gerade aktiven Einstellungsebene an - etwa die Gradationskurve. Apropos: Ein Klick auf "Auto" in der Gradationskurve startet zwar weiterhin die Autokorrektur, aber im Unterschied zum Vorgänger zeigt Photoshop CS6 die Korrekturen jetzt in der Kurve an. So eignet sich die Autokorrektur deutlich besser als Basis für weitergehende Anpassungen.

Die neue Einstellungsebene "Color Lookup" verpasst Fotos schnell einen neuen Look, indem es vorhandene Farben gegen Farben in so genannten Look-Up-Tabellen austauscht. Zahlreiche praktische Vorlagen sind mit von der Partie - etwa um Tageslichtaufnahmen einen Mondscheineindruck zu verpassen.

Sicher eine der wichtigsten Neuerungen für Fotografen ist die adaptive Weitwinkelkorrektur. Statt auf Objektivprofile, setzt das Werkzeug komplett auf Anwendereingaben, und zwar so: An gebogenen Linien zieht man einfach eine gerade entlang. Anschließend entfernt die Software die Verzeichnung automatisch. Der Clou dabei: Das klappt mit beliebig vielen gebogenen Linien, sodass auch komplexe Verzeichnungen schnell entfernt sind.

Drei neue Filter sorgen in Photoshop CS6 für neue Weichzeichnungseffekte: Die Iris-, Feld- und Tilt-Shift-Unschärfe. Mit dem Tilt-Shift-Filter verpassen Fotografen ihren Aufnahmen eine schräge Schärfeebene. Städte aus der Schräg-Oben-Perspektive bekommen so den typischen Look einer abfotografierten Modellbau-Stadt.

Die Videofunktion ist jetzt schon ab der Standardversion integriert. Hier bekommen Anwender eine voll funktionsfähige Video-Zeitleiste zum Erstellen von Filmen inklusive Effekten und Tonspur an die Hand. Auch zum Erstellen von individuellen Diashows mit Bewegungseffekten eignet sich die Timeline, denn entsprechende Vorlagen für Schwenk- und Zoomeffekte sind schon vorhanden.

Fazit Mit Photoshop CS6 erweitert Adobe den Bildbearbeitungskönig um praktische neue Funktionen und kreative Filter. Zudem verbessert der Hersteller konsequent das Bedienkonzept, etwa durch die Eigenschaftenpalette. Gut gefallen die neuen Filter, allen voran die adaptive Weitwinkelkorrektur. Etwas Vergleichbares gab es bisher nicht. Die schon in der Standardversion integrierte Videofunktionalität ist für Fotofilmer zudem ein echtes Upgrade-Argument.

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