Testbericht

Adobe Photoshop CS6 Extended im Test

Vom Stand- zum Bewegtbild: In Photoshop CS6 Extended lassen sich jetzt auch Videos bearbeiten sowie Objekte ausschneiden und verschieben - Photoshop füllt die entstandene Lücke selbsttätig. Lohnt sich also das Upgrade?

Adobe Photoshop CS6 Extended

© Hersteller/Archiv

Adobe Photoshop CS6 Extended
Adobe Photoshop CS6 Extended

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Pioniergeist: Photoshop Extended kann auch Videos bearbeiten.

Das Bildretusche- und Montage-Programm Photoshop Extended enthält alle Funktionen der "normalen" Photoshop-Variante. Beide Programme bieten sehr genaue und leistungsfähige Werkzeuge etwa für die Beseitigung von Bildfehlern, darunter die Bereichskorrektur oder das Magnetische Lasso. Hinzu kommen in der Version Extended eine Reihe von Zusatzfunktionen wie die 3D-Funktionalität und die Möglichkeit, Videos zu bearbeiten. Dafür stehen die meisten Filter und -Werkzeuge bereit. Wer diese aber nicht braucht, kann sich im Grunde das teure Upgrade auf die Extended-Version also sparen.

Einfache 3D-Funktionen enthielt Photoshop Extended (PSDE) übrigens schon bisher, doch Freude kam damit nicht auf: PSDE reagierte bei komplexeren Aufgaben träge. Auch die Darstellung ließ oft zu wünschen übrig. Sofern der Anwender mit einer adäquaten Grafikkarte ausgestattet ist - im Test verwendeten wir eine Quadro 4000 - sind diese Probleme in PSDE CS6 gelöst, sogar Spiegelungen werden nun stets und in guter Qualität angezeigt. Interessant für kleinere Animationen ist die Option, Video-Dateien in die Zeitleiste zu legen und etwa mit Vignetten oder beliebigen Photoshop-Filtern zu bearbeiten.

Die wichtigsten neuen Features

  • höhere Performance, insbesondere beim Bearbeiten von 3D-Dateien
  • inhaltsabhängiges Verschieben von Objekten
  • verbesserte Mal-Werkzeuge, darunter Stifte, die die Abnutzung simulieren
  • angenehmere Oberfläche
  • Beleuchtungseffekte-Galerie in hoher Auflösung
  • optimierter Raw-Konverter
  • präzises, neues Freistellwerkzeug

Neu in Photoshop sind auch die von DTP-Programmen bekannten Typografieformate, um Text schneller zu formatieren. Erstmals befüllt PSDE Textrahmen auf Wunsch mit Blindtext. Ein spektakuläres neues Feature ist zudem die Option, Objekte auszuschneiden und dann an anderer Stelle des Bildes einzufügen. Dabei passt PSDE die entstandene Lücke wie das verschobene Objekt an. Dieses inhaltsbasierte Verschieben funktioniert gut. Praktisch ist das überarbeitete Freistellungswerkzeug. Damit gelingen präzise Ausschnitte leichter. Von Lightroom 4 geerbt hat PSDE den Raw-Konverter. Er gestattet dank verbesserter Algorithmen präzisere Eingriffe und reizt die vorhandenen Dateiinformationen stärker aus. Im Test ließen sich unter anderem stark überbelichtete Fotos noch "retten", bei denen mit PSDE CS5 nicht mehr viel zu machen war.

Photoshop CS6 Extended: Natürlich(er) malen

Wer am Computer natürlich wirkende Malereien erzeugen will, ist mit Painter weit besser als mit Photoshop bedient. Doch PSDE holt mit CS6 auf. Sehr schön sind etwa die Stifte, bei denen sich die Abnutzung einstellen lässt oder die verbesserte Airbrush-Funktion. Auch das Pinselwerkzeug lässt sich jetzt genauer steuern. Hinzu kommt die Beleuchtungseffekte-Galerie, mit der sich das Licht in höherer Farbtiefe setzen lässt. Gelungen ist Adobe die (vorsichtige) Renovierung der Oberfläche mit neuen Icons und einer dunklen Oberfläche. Wünschenswert wäre eine noch stärker aufgabenorientierte Anordnung der Fenster und Werkzeuge; nur eingeschränkt ist dies über benutzerdefinierte Arbeitsbereiche möglich.

Testurteil

Adobe Photoshop CS6 Extended

1367 Euro www.adobe.de

Betriebssysteme: Windows XPSP3/7SP1; Mac OSX 10.6.8 oder 10.7

Besonderheiten: Photoshop Extended kann auch Bildsequenzen nachbearbeiten und bietet ordentliche 3D-Funktionen. Unter XP und ohne passende GPU stehen einige Funktionen nicht bereit. Nur die Cloud-Lizenz gilt für die Windows- wie die Mac-Plattform.

Gesamtwertung: gut

Ausbaubedürftig ist die Medienverwaltung; die Such-Optionen sind rudimentär. Und es gibt noch mehr "Baustellen": Das träge Programm Bridge oder die Mini-Bridge unterstützen etwa bei weitem nicht so viele Dateiformate wie das kostenlose XnView. Bridge integriert noch eine weitere eigene Stapelbearbeitung - auch das gelingt mit XnView leichter und vielfältiger. Die entsprechenden Optionen in Photoshop selbst sind in mehrere Untermenüs verstreut. Und im Öffnen-Dialog von PSDE fehlt zudem eine Bildvorschau.

Noch unvollständiger als bisher und teilweise falsch ist die online verfügbare Dokumentation von Photoshop CS6. Ein Handbuch liefert Adobe aber ja leider längst nicht mehr mit.

Fazit

Photoshop CS6 Extended ist an sich eine gelungene Weiterentwicklung eines bewährten Programms. Doch bei der Dokumentation klafft eine riesige Lücke, die zur Abwertung führt.

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