Testbericht

Adobe Flash CS4 im Test

Mit zwei neuen Animationsideen versucht Adobe die Nutzer zum Flash-Update oder Neukauf zu bewegen.

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Adobe Flash CS4.

Vor sieben Jahren schickte Adobe Livemotion als Konkurrenz zu Flash in die Arena. Nach nur zwei Versionen war Schluss. Und jetzt feiert Livemotion sein Comeback. Nicht als Konkurrenz zu Flash, sondern mittendrin. Die spannendste Neuerung von Flash CS4 ist nämlich ein Objekt-orientierter Animationsansatz.Und die Technik zahlt sich nicht nur für Einsteiger aus. Auch gestandene Animateure profitieren davon, sobald sie sich daran gewöhnt haben. So wird zum Beispiel jede Animation als Pfad-Animation angelegt.Der Pfad kann durch einfaches Anklicken und Ziehen verändert werden. Wem das zu mühsam ist, der wählt aus der neuen Palette mit fertigen Animationseinstellungen. Hier lassen sich auch eigene Bewegungsmuster hinterlegen.

Der Motion Editor

Eine durchgreifende Veränderung, die ebenfalls vor allem den Profis zugutekommt, hat sich auch im Interface vollzogen. Flash CS4 besitzt eine umfassende Animationspalette, den Motion Editor. Hier stellt der geneigte Animateur alle Parameter der Bewegung ein, muss nicht mehr zwischen unterschiedlichen Paletten hin- und herwechseln. Auch Abbremseffekte werden im Motion Editor definiert. Und das kann sogar ganz visuell mithilfe von Bezier-Kurven geschehen.Die weiteren Änderungen bei der Arbeitsfläche bleiben allerdings marginal. So wurden die Werkzeuge im Standard-Layout unsinnigerweise nach rechts verschoben, obwohl sie sich kaum verändert haben.

Einzeltest

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Das Knochen-Werkzeug verbindet Objekte mit einem Gelenk.

Ein nettes Detail haben sich die Adobe-Entwickler bei Microsoft abgeguckt. Die Schieberegler für Fontgrößen und Ähnliches reagieren auf Zugbewegungen, sobald sie aktiviert wurden. Der Nutzer kann die Maus praktisch an jeder Stelle des Bildschirms nach rechts und links ziehen und braucht nicht mehr ein winziges Dreieck zu treffen.

Mehr als ein nettes Detail ist das Bones-Werkzeug. Damit werden Objekte mit einem Gelenk zusammengefügt. Zieht der Animateur an einem Objekt, verändert sich das andere entsprechend mit. Inverse Kinematik heißt die Technik, die jeder engagierte Animateur zu schätzen weiß, vor allem bei Körperanimation und bei virtuellen Maschinen.

Flaues 3D

Gleich zwei neue Werkzeuge arbeiten in der dritten Dimension. Zumindest gibt Adobe das vor. Tatsächlich kann Flash keine Extrusion, also 2D-Objekte mit zusätzlicher Tiefe ausstatten. Stattdessen kann Flash zum Beispiel einen Text pseudo-dreidimensional rotieren. Der Effekt gleicht abklappenden Spielkarten. Mehr konnten auch die Entwickler der Demo offensichtlich nicht aus dem Werkzeug herausholen. Das ist zu wenig.

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Fazit:Mit zwei neuen Animationsideen versucht Adobe die Nutzer zum Flash-Update oder Neukauf zu bewegen.

4/5
gut

Das zweite 3D-Werkzeug zeigt sich ganz nützlich. Damit lassen sich Objekte perspektivisch auf einen Fluchtpunkt hin definieren. Der Animateur kann das in der statischen Szene oder im Rahmen von Animationen einsetzen.

Das Deko-Werkzeug hingegen muss seinen Sinn erst noch beweisen. Tatsächlich lassen sich damit Blumentapeten auf Vektorgrafiken aufbringen. Hübsch animiert sogar aber kurioser- weise funktioniert die Animation nur innerhalb der Flash-Umgebung und nicht im fertigen Film.

Roundtripping

Flash CS4 führt ein neues Austauschformat ein. XFL ist ein XML-Derivat und erlaubt den Austausch der Strukturdaten zwischen Indesign, After Effects und Flash. Das ist insofern interessant, als hiermit der Weg zu mehr Interaktion in Indesign-Dateien geebnet wird. Einen leistungsfähigen Importfilter für PDF-Dateien lässt Adobe aber weiterhin außen vor.

Unterm Strich

Trotz kleinerer Mängel und ungeachtet der Tatsache, dass der Flash 10 Player inzwischen 2,5 Megabyte im Download verlangt, handelt es sich bei CS4 um eine gelungene Aktualisierung mit viel Potenzial für alle Zielgruppen. Wer die Version CS3 ausgelassen hat und direkt von Flash 8 aufrüstet, hat alles richtig gemacht.

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