Testbericht

5.1-Lautsprecher mit THX

Teufel spielt mit dem System 5 THX Select die Direktvertriebskarte voll aus: Wo andere sich noch schwertun, bringen die Berliner ein exzellentes 5.1-Set mit imposantem Subwoofer. Kann das Heimkino-Paket auch Stereo?

Test Lautsprecher 5.1-Komb.

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Teufel System 5 THX Select

Teufel spielt mit dem System 5 THX Select die Direktvertriebskarte voll aus: Wo andere sich noch schwertun, bringen die Berliner ein exzellentes 5.1-Set mit imposantem Subwoofer. Kann das Heimkino- Paket auch Stereo?

Zugegeben, eine Schönheitskonkurrenz dürfte das System 5 THX Select kaum gewinnen. Seine querformatigen, konsequent auf Mehrkanal-Belange zugeschnittenen Satelliten und ihr dicker Subwoofer wirken etwa so elegant und verführerisch wie Comic-Held Shrek beim Eistanz. Doch bei Lautsprecher Teufel gehen die Uhren sowieso anders. Naheliegendes Beispiel THX: Während die von Star-Wars- Schöpfer George Lucas initiierte Qualitätsnorm - eine Art HiFi-Siegel für Heimkino-Produkte - hierzulande weitgehend unbeachtet vor sich hindümpelt, fahren Teufel-Jünger förmlich auf Produkte ab, die sich mit dem THX-Logo schmücken dürfen.

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Teufel System 5 THX Select

Unabhängig vom Zertifikat, das sich das System 5 in harten Prüfungen verdienen muss, stellt Teufel für 1.000 Euro ein ansehnliches Set auf die Beine. Zwar ist das Folien-Holzfurnier nicht besonders schick, doch die schlichten, zweckmäßig gestalteten Boxen und ihr Woofer sind tadellos verarbeitet. Wer es modischer möchte, der bekommt neben den optional erhältlichen Füßen auch ein schwarzes Folien-Furnier - eine Kombination, mit der das System 5 deutlich schicker wirkt.Außerdem bietet Teufel zwei Alternativen mit stärkerem Fokus auf Heimkino oder Mehrkanal- Musikwiedergabe. Die Variante "Cinema" verwendet für den Surround-Kanal die Dipole M 550 D, um einen difusen Raumeffekt für Filme zu erzeugen und die Ortung der beiden hinteren Lautsprecher zu erschweren. Die "Concert"-Version setzt in allen fünf Vollbereichskanälen die gleichen Zweiwege- Boxen vom Typ M 550 FCM ein.Magnus entschied sich für die interessante, weil auf dem Markt relativ seltene, aber sinnvolle Spielart mit Surround-Dipolen. Allen Versionen gemeinsam ist der stattliche und für THX-Verhältnisse dennoch kompakte Subwoofer mit 30-cm-Treiber und zahlreichen Justagemöglichkeiten. Seine eingebaute Endstufe will mit 600 Watt via Bassreflexgehäuse in die Magengrube feuern.Wer ob solcher Eckdaten ein Gemetzel im Hörraum erwartete, sah sich angenehm überrascht. Wenn es die Situation erforderte, erschien das 5er lammfromm und äußerst kultiviert. Man konnte mit dem THX-Set auch ganz leise hören, ohne dass etwas verloren geht. Die Sprachverständlichkeit und Detailauflösung blieben über einen weiten Bereich konstant. Zudem wirkte das System tonal ausgeglichen und folgte willig den Befehlen des Verstärkers. Doch wehe, wenn sie losgelassen werden! Dann machten die fünf kleinen Teufelchen mit ihrem großen Woofer richtig Druck im Hörraum. Wer den Teufeln auf den Schwanz tritt und etwa bei "End of Days" (Touchstone) richtig aufdreht, glaubt kaum, dass er es mit einem 1.000-Euro-Set zu tun hat.

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Der Subwoofer bietet sogar Hochpegel-Eingänge und stufenlose Justage der Phase.

Der Bass stand mächtiger und differenzierter im Raum als mit vielen Subwoofern, die sich eher wohnraumfreundlicher Optik und budgetschonendem Materialeinsatz verpflichtet fühlen. Hier ging die Formel auf, zugunsten schierer Kino-Performance alles auf eine Karte zu setzen.Doch wie würde sich das Set in Stereo schlagen, wenn nur die beiden Hauptlautsprecher und der Sub aktiv sind? Erstaunlich gut. Nicht nur Oldies wie "Devil Gate Drive" von Suzi Quatro (Emi) machten darüber hinaus ihrem Namen mit sattem Punch für die Drumms alle Ehre. Die Stimme der lederbewehrten Rock-Amazone arbeitete das Trio genauso sorgfältig, differenziert und farbstark heraus wie das Organ von Mick Jagger. Dessen musikalische Sympathiebekundung "Sympathy for the Devil" (Polydor) könnte glatt auf den Lautsprecher Teufel zielen.

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Der Frequenzgang des Systems verläuft recht ausgeglichen - von einer Präsenzbetonung abgesehen. Die Rear-Boxen erreichen nicht den Wirkungsgrad von Front und Center, dafür fällt die Impedanz der drei anderen unter 3 Ohm, was nicht für alle Receiver optimal ist. Der Subwoofer reicht tief hinab bis 32 Hertz bei - 3 dB. Weitgehend identische Abstimmung von Front, Center und den als Dipole ausgeführten Rear-Speakern. Subwoofer reicht sehr tief in den Frequenzkeller und fügt sich gut in das Ensemble ein.

Damit nicht genug, das System 5 schreckte nicht einmal vor klassischer Musik zurück, wie es eindrucksvoll mit den Nocturnes von Chopin (DG) unter Beweis stellte. Natürliche Klangfarben und die Abwesenheit von Aggressivität verhalfen dem Konzertauftritt zum Erfolg. Nicht ganz grundlos stehen THX-Lautsprecher im Allgemeinen im Ruf, ihre Huldigung ans Kino mit handfesten klanglichen Nachteilen in der Musikwiedergabe zu erkaufen. Dieses weitläufige Vorurteil ließ sich mit dem System 5 THX Select jedoch nicht aufrecht erhalten. Seine hohe Neutralität, das ebenso satte wie saubere Bassfundament und die gute Abbildung prädestinieren das 5.1-Set für jede Anwendungsart.

Test Lautsprecher 5.1-Komb.

Testprofil

\n TeufelSystem 5 THX Select
www.teufel.de
1.000 Euro

5.1-Kompakt-Set

Weitere Details

62 Prozent

Fazit:Das Teufel-Set eignet sich für jede Anwendung und setzt in dieser Preisklasse Maßstäbe.

Testurteil
gut
Preis/Leistung
übrragend

Fazit:

Am Ende behalten THX-Skeptiker in gewisser Weise Recht. Das System 5 ist in erster Linie für richtige Heimkinos zu empfehlen. Das liegt jedoch weniger am Klang des Quintetts, der auch für Musik bestens geeignet ist, sondern an seiner Bauweise. Doch das ist allenfalls ein Kollateralschaden des THX-Konzepts.

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