Testbericht

46-Zoll-LCD-Fernseher

Sony will den TV-Markt zurückerobern. Zur IFA verdeutlichen die Japaner diesen Anspruch mit einem Feuerwerk an neuen Fernsehern, darunter der KDL-46 W 4500, der mit HDTV-Tuner und Netzwerkanschluss seinesgleichen sucht.

Test: 46-Zoll-LCD-Fernseher

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Sony KDL-46 W 4500

Sony will den TV-Markt zurückerobern. Zur IFA verdeutlichen die Japaner diesen Anspruch mit einem Feuerwerk an neuen Fernsehern, darunter der KDL-46 W 4500, der mit HDTV-Tuner und Netzwerkanschluss seinesgleichen sucht.

Die neue W-Serie rangiert am oberen Ende von Sonys TV-Skala. Mit 2.300 Euro setzen die Japaner allerdings einen knallharten Kampfpreis an. Denn was im KDL-46 W 4500 an Ausstattung steckt, kann derzeit kaum ein Konkurrent bieten. Um nur einige zu nennen: HDTV-Tuner, Netzwerkplayer und innovative Fotofunktionen, auf die wir später alle noch zu sprechen kommen.Optisch entspricht der W 4500 seinem erst kürzlich erschienenen Bruder W 4000 - ein schlanker Rahmen sitzt auf einem schicken, drehbaren Standfuß. Der Lautsprecher wird durch eine durchsichtige Plexiglas-Applikation abgesetzt; darüber prangt das Sony-Logo, das sich auf Wunsch illuminieren lässt.

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Sony KDL-46 W 4500

Die Wartezeit beim Einschaltvorgang lässt rückschließen: Dauert es so lange, muss der Fernseher vor Applikationen strotzen. Zum Glück offeriert Sony in den Optionen einen "Schnellstart", der den Fernseher aus einem aktiven Standby heraus schneller einschalten kann. Einziger Nachteil: Diese Option saugt 14,1 Watt Standby-Leistung.Viel mehr als nur Fernsehen - das soll ein modernes Flat-Panel-Display heute können: Vor allem soll es zum Medienhauptquartier im Wohnzimmer avancieren. Fotos und Musik sollen für moderne Fernseher genauso selbstverständlich sein wie das Abspielen von Blu-ray-Discs - zumindest, wenn es nach Sony geht.

Denn für die Wiedergabe von Foto- und Musikdaten bietet der KDL-46 W 4500 dem Nutzer gleich drei Wege an: Erstens docken Digitalkameras oder USB-Speichermedien am USB-Anschluss an. Zweitens fasst Sonys proprietärer DM-Port (siehe unten) zahlreiche Erweiterungsmodule. Drittens bereitet ein DLNA-zertifizierter Media Player im Fernseher auf Signale aus dem Netzwerk vor. Kompatibel sind Songs im MP3- und Fotos im JPG-Format, die dazu von einem UPnP-fähigen Server indexiert und bereitgestellt sein müssen. Server können Netzwerkfestplatten, Windows Home Server oder beispielsweise auch Sonys Vaio-Notebooks sein.

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Im CI-Schacht finden adaptierte Smartcards Platz, um digitales Fernsehen zu entschlüsseln.

Sowohl der Netzwerkplayers als auch der Photoviewer des USB-Anschlusses stecken voller Funktionalität:Fotos lassen sich rotieren, beschneiden, als Diashow zeigen und mit Musik unterlegen. Zudem können in den Bildeinstellungen auf die Fotodarstellung optimierte Einstellungen abgerufen werden - auch der zur Kamera passende Fotofarbraum lässt sich auswählen.

Innovativ gibt sich die Bilderrahmenfunktion: Im Fotomenü aktiviert, wird ein Standbild für unbestimmte Dauer dargestellt - wahlweise eines der sechs mitgelieferten oder eine eigene Kreation vom USB-Stick.

Neben den Multimediafunktionen hat Sony in die TV-Ausstattung investiert. Als einziger Hersteller aus Fernost rüsten die Japaner inzwischen all ihre Oberklasse-Fernseher mit einem digitalen Kabeltuner (DVB-C) aus. Der KDL-46 W 4500 bringt sogar einen HDTV-fähigen mit. Je nach Kabelanbieter ist die Empfangssituation derzeit undurchsichtig: Alle öffentlich rechtlichen Sender werden zwar kostenlos ins Netz eingespeist - für die privaten benötigt man allerdings eine kostenpflichtige Smartcard zur Freischaltung, die dann über ein Alphacrypt-Modul in das Common Interface des Sony adaptiert werden muss. Wer darauf keine Lust hat, nutzt alternativ den eingebauten analogen Kabel- oder DVB-T-Tuner.

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Farbraum und Farbtemperatur hat Sony hervorragend abgestimmt. Lediglich Grün ragt über die Norm hinaus. Das ist nicht weiter schlimm, da vor allem die Hauttöne sehr ausgewogen dargestellt werden. Das Gamma dürfte höher sein. Dies würde einen kräftigeren und plastischeren Bildeindruck begünstigen. Die Helligkeit ist mit 150 cd/m² optimal - am Testgerät regelten wir die Hintergrundbeleuchtung dafür auf den Wert "2" und schalteten Raumlichtsensor und Energiesparmodus aus.

Für den Anschluss moderner Zuspieler sorgen drei HDMI-Eingänge, die jeweils mit dem Steuerungs- Protokoll CEC (bei Sony "Bravia Sync") ausgestattet sind. Im Zusammenspiel mit Sonys Blu-ray-Player (in [int:article,75939/]) steuert man diesen komplett mit der TV-Fernbedienung. Die "Theatre"-Taste auf dem Geber dirigiert dem eventuell via HDMI verbundenen AV-Receiver, den Ton zu und aktiviert passend dazu den Bildmodus "Kino".

Auch die für Bildqualität relevante Ausstattung kann sich sehen lassen: Beispielsweise regelt der Raumlichtsensor die Bildhelligkeit in Abhängigkeit des Umgebungslichtes. Das 100-Hertz-Panel sorgt für flüssigere Bewegungsabläufe.

Die Bewegungskompensation steuert der Nutzer im Menü unter dem Punkt "MotionFlow". Zwei Einstellungen stehen hier zur Wahl: "Standard" und "Hoch", wobei Ersterem der Vorzug gilt, da Zweiterer nicht fehlerfrei arbeitet und sich in schnellen Schwenks mit Artefakten (Ghosting) bemerkbar macht.

Test: 46-Zoll-LCD-Fernseher

Testprofil

\n SonyKDL-46 W 4500
www.sony.de
2.300 Euro

46-Zoll-LCD-Fernseher

Weitere Details

77 Prozent

Fazit:KDL-46 W 4500 heißt der neue Star der oberen Mittelklasse: hervorragende Ausstattung und gute Bildqualität zum vernünftigen Preis.

Testurteil
sehr gut
Preis/Leistung
sehr gut

Mit und ohne "MotionFlow" zeigen sich in bewegten Szenen immer wieder unschöne Schmiereffekte im Bild.

Kontrast und Schwarzwert bewegen sich auf hohem Niveau - vorausgesetzt man regelt die Hintergrundbeleuchtung dosiert. Negativ fällt die ungleichmäßige Ausleuchtung des Panels auf: Vor allem in dunklen Szenen zeigt das Testgerät heller leuchtende "Wolken" im mittleren linken Bildbereich. Weicht der Betrachter vom optimalen Blickwinkel ab, verschlimmert sich dieser Effekt. Auch der Helligkeitspegel bewegt sich unter dem Optimum: Details in dunklen Bildbereichen werden zu wenig betont.

Dafür entschädigt die präzise Signalverarbeitung: Kanten und Verläufe erscheinen wie mit dem Skalpell gezogen. PAL-Quellen zeigen Schärfe auf Spitzenniveau - die Qualität des Fernsehbildes vom DVB-C-Tuner beeindruckt nachhaltig. Wer HD-Quellen schaut, sollte sich versichern, dass er in den "Grundeinstellungen" unter "Bildschirmeinstellungen" den "Anzeigenbereich" auf "Vollpixel" gesetzt hat - denn nur so landen FullHD-Signale pixelgenau und damit in bester Schärfe auf dem Panel. Ob Bilder von der Blu-ray oder Games von der Playstation 3 - das FullHD-Bild hinterlässt einen prächtigen Seheindruck. In Sachen Klang gibt es nicht viel zu meckern: Das Lautsprechersystem schallt ausgewogen - die Mitten lösen erstaunlich gut auf. Das Menü erlaubt es, mit zahlreichen Einstellungen nachzujustieren.

Zubehör: DM-Port

Computer, iPod & Co., Mobiltelefon... Die Liste von Geräten, mit denen wir heute Mediendateien konsumieren, ließe sich endlos fortsetzen. Genauso eine Aufzählung der verschiedenen Verbindungsstandards, die von WLAN über Bluetooth bis hin zu proprietären Steckern reichen. Unmöglich deshalb all diesen ein Zuhause an Wiedergabegeräten wie Fernsehern oder Streoanlagen zu bieten. Sony hat deshalb seinen DM-Port entwickelt, an dem sich über Empfänger und Dockingstations zahlreiche Geräte adaptieren lassen. Der TDM-IP 10 (59 Euro) bringt beispielsweise Musik- und Videodateien vom iPod auf die Mattscheibe. Der TDM-NW 10 (59 Euro) leistet eben dies für Songs von Sonys MP3-Playern. TDM-BT 1(80 Euro) und der TDM-MP 10 (59 Euro) nehmen Bluetooth-Signale entgegen, letzterer nur von Sony-Ericsson-Mobiltelefonen, die er dafür aber auch lädt. Der würfelförmige TDM- NC1 (200 Euro) empfängt schließlich Musikdateien aus dem PC-Netzwerk - und das völlig kabellos via Wireless LAN.

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Sonys DM-Port ermöglicht Fernsehern und Musikanlagen den Anschluss von Adaptern für iPod & Co.

Fazit

Wer über zwei Schwächen in der Bildqualität - gelegentliche Schmiereffekte und das ungleichmäßig ausgeleuchtete Panel - hinwegsieht, ersteht mit dem KDL-46 W 4500 einen der am besten ausgestatteten Fernseher am Markt - und das zu einem fairen Preis.

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