Testbericht

2.1-PC-Boxen im Vergleichstest

Ohne hochwertige Aktivlautsprecher bleibt der Hörgenuss am Schreibtisch ein Traum. Was muss man für brauchbare HiFi-Qualität anlegen?

Hardware Sound am PC: 2.1-PC-Lautsprechersysteme im Test

© Archiv

Hardware Sound am PC: 2.1-PC-Lautsprechersysteme im Test

Der Siegeszug von Musik-Portalen wie iTunes, Musicload oder Napster ist kaum aufzuhalten. Hinzu kommt, dass immer mehr PCs gigantische Musikbibliotheken beherbergen und auch die Klangqualität ist längst kein Thema mehr, dank hoher Datenraten. Doch viele Anwender ohne HiFi-Affinität geben gerade mal 30 bis 50 Euro für ein Boxenpärchen aus, über das sich nur mit Mühe die Windows-Startmelodie identifizieren lässt.Hier wird am falschen Ende gespart. Doch wo liegt die HiFi-Preisgrenze für schreibtischgerechte Sub-Sat-Kombis? Wir orderten sechs Sets der gehobenen Liga von 200 bis 400 Euro und griffen dabei bewusst nicht nur bei Firmen ins Regal, die sich im Bereich des Computer-Zubehörs etabliert haben, sondern auch bei den Spezialisten der HiFi-Technik, wie Bose, Canton oder Teufel.

Mit konventioneller Technik arbeitet der Heimkino-Spezialist Teufel: Ein zehn Zentimeter großer Tiefmitteltöner und eine 25 Millimeter große Gewebekalotte sorgen für HiFi-gerechte Trennfrequenzen und machen damit die Platzierung des Woofers flexibel, ohne ihn ortbar werden zu lassen. Das Design der kleinen, runden Schreibtischtäter folgt der Funktion und verzichtet auf Effekte.Der Basswürfel demonstriert Stärke: Mit 200 Watt Sinusleistung und einem 25 Zentimeter großen, bassreflex-unterstützten Chassis würde er auch so manchem Heimkino genügend Punch liefern. Statt der PC-üblichen Tischfernbedienung liefert Teufel einen klassischen Infrarot-Geber, mit dem man neben der Eingangswahl auch die Pegel von Woofer und Satelliten getrennt steuern kann, allerdings ohne den aktuellen Wert anzuzeigen, was die Einstellarbeit erschwert.

Testprofil

TeufelMotiv 2
www.teufel.de
300 Euro

2.1-System

Weitere Details

88 Prozent

Testurteil
sehr gut
Preis/Leistung
sehr gut

Guter Allrounder

Im Hörtest überraschte das Trio mit sehr guten Allround-Qualitäten: Krachende Film-Sounds und harte Techno-Beats ("I Luv U", Ben E. Clock, "Be.Angeled"-Soundtrack) wusste das Teufel-Set mit präzisen Attacken und gigantischen Pegelreserven ebenso in Szene zu setzen wie klar durchgezeichnete, bestens aufgelöste Chorszenen in Verdis "Aida" (Harnoncourt) und atmosphärisch dichte Tafelmusik in Strauss' "Rosenkavalier" (Karajan, Sony).Insgesamt überzeugt das Teufel-System durch seine Ausgewogenheit, was letztlich zum souveränen Sieg in diesem Vergleich verhalf und ihm auch den Einzug in die 88-Punkte-Liga ermöglichte, wo es schon fast audiophilen, aktiven Nahfeldmonitoren Konkurrenz macht. Zu nah sollte man dem Set freilich nicht kommen: Unter 90 Zentimeter Hörabstand drohen etwas fahle Klangfarben, wenn man zu hoch sitzt.

Hardware Sound am PC: 2.1-PC-Lautsprechersysteme im Test

© Archiv

BOSE Companion 3 S2, um 300 EuroKlein und fein: Mit dezenter Optik und moderaten Abmessungen fügt sich das Bose in fast jede Hörsituation ein.

Sanfte natur

Entgegen der amerikanischen Philosophie wartet der US-Hersteller Bose mit den kleinsten Satelliten auf. In den zeitlos gestalteten und erstaunlich edel verarbeiteten, lediglich sieben Zentimeter breiten Würfeln des Companion 3 findet ein Breitbänder Platz, den das Lochblech vor neugierigen Blicken schützt. Die gleiche Grilloptik zeigt der Subwoofer, der zugunsten einer schmalen Bauweise deutlich mehr in die Tiefe reicht, was ihm bei der Platzierung unter komplex gebauten Schreibtischen klare Vorteile verschafft.

Testprofil

LogitechZ Cinema
www.logitech.de
200 Euro

2.1-System

Weitere Details

85 Prozent

Testurteil
gut
Preis/Leistung
sehr gut

Der 17er Tieftöner arbeitet - für Bose untypisch - nach dem Bassreflex-Prinzip, ein Pegelregler auf der Rückseite passt ihn schnell und flexibel an verschiedene Aufstellorte an, etwa wandnah oder freistehend. Ein Musterbeispiel für überragenden Bedienkomfort ist die kleine, runde Tischfernbedienung, die nicht nur am Ring die Lautstärke regelt und das Set stummschaltet, sondern auch über einen optionalen Klinkeneingang für iPod und Co. sowie über einen Kopfhörerausgang verfügt. Als besonderer Clou erweist sich der gummierte Boden: Selbst auf glatten Schreibtischen verrutscht die Pille fast nie.

Bei der Musik bewies das Bose-Set eine schlank-zurückhaltende Natur. Homogen, aber niemals aufdringlich, spielte es sich durch das weit gespannte Repertoire, ohne in puncto Basstiefe oder Präzision besondere Akzente zu setzen. Pluspunkte sammelte es für seine räumlich gut gestaffelten Stimmen und seine für Nahfeld-Speaker ungewöhnlich weite, plausible Bühne. Dass das Companion weniger dynamisch tönte als das Teufel, verzeiht man angesichts der kompakten Maße, zumal es nie aufdringlich tönte.

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