Linux-Augenschmeichler

Zwo, drei, vier

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Zwo, drei, vier

Mediacenter Elisa: Cover-Flow-Ansicht

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Dem iPhone-Original mindestens ebenbürtig: die Cover-Flow-Animation in Elisa.

Das Audio-Modul beschränkt sich bislang noch auf wenige Grundfunktionen. Ein Extra ist das cover_in_dir-Plug-in, das der Anzeige von Coverarts dient. Es ist allerdings standardmäßig abgeschaltet. Wer Coverarts als separate JPG-Dateien in den Ordnern angelegt hat, wird diese Funktion hingegen gerne nutzen wollen. Jedoch steckt die Entwicklung des Plug-ins wie die des gesamten Moduls noch in den Kinderschuhen. So zeigt Elisa keine Coverarts an, die als Meta-Tag gespeichert sind (etwa mit iTunes).

Sinnvoll lässt sich das Plug-in nur einsetzten, wenn zu jedem Album ein eigener Ordner existiert, in dem ein entsprechendes JPG-Bild mit dem Titel cover.jpg gespeichert ist. Tipp: Möchten Sie die Windows-Kompatibilität wahren und als Dateinamen vorzugsweise folder.jpg statt cover.jpg verwenden, genügt es, in der Datei coverindir_metadata.py in Zeile 55 unter list_of_names = den Eintrag 'folder' hinzuzufügen.

Um das Plug-in zu aktivieren, tragen Sie dieses manuell in die Konfigurationsdatei elisa.conf ein, die Sie im Ordner .elisa im Home- respektive Root-Verzeichnis finden unter der Rubrik metadata providers. Ein entsprechender Eintrag, der zugleich den Cover-Cache aktiviert, sieht wie folgt aus:

metadata_providers =
['album_art:cover_in_ dir', 'album_art:cover_cache', .....]
Mediacenter Elisa: Ordner-Vorschaubilder

© Archiv

Damit Elisa Folder-JPGs anzeigt, muss das Plug-in manuell aktiviert und das zugehörige Script angepasst werden.

Alternativ versucht Elisa, fehlende Coverarts via Internet über Amazon nachzuladen - allerdings mit mäßigem Erfolg: Viele der geladenen Cover passen schlicht nicht zu den jeweiligen Alben. Der Audio-Player bietet nur wenige Funktionen. Lediglich die Funktionen Play, Stop und Pause sind als Schaltflächen implementiert. Ein Vor- und Zurückspringen innerhalb oder zwischen Song ist nur per Fernbedienung respektive Tastatur möglich.

Die Sprungweite lässt sich global in der Konfigurationsdatei mittels der Parameter seek_backwards_step respektive seek_forward_step in Sekunden angeben. Ebenso fehlen derzeit noch eine Mute-Funktion, eine Zufallswiedergabe sowie die Möglichkeit, Playlists anlegen und abspielen zu können. Immerhin gibt es schon eine funktionierende Lautstärkeregelung und ein Plug-in für die Audio-CD-Wiedergabe.

Gut nutzen lässt sich auch die Webradio-Funktion, die Shoutcast-Streams einbindet und über die Benutzeroberfläche nach Genres sortiert bereitstellt.

Film ab!

Mediacenter Elisa: YouTube

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Elisa folgt dem Trend zum Web 2.0 und bindet schon jetzt Inhalte von YouTube ein - weitere Dienste folgen.

Wie das Audio-Modul steht auch das Video-Modul noch am Anfang der Entwicklung und beschränkt sich auf das Wesentliche. Dank des GStreamer-Frameworks gelingt zwar die Wiedergabe nahezu aller Videoformate, aber in der Praxis stößt das Modul dennoch schnell an seine Grenzen.

So lassen sich VOB-Dateien problemlos abspielen, aber es fehlt an Funktionen, um Untertitel einblenden oder zwischen den verschiedenen Audiospuren wechseln zu können. Auch ist es nicht möglich, Kapitel gezielt anzuwählen oder zum jeweils nachfolgenden oder vorhergehenden Kapitel zu springen.

Gleichermaßen betroffen davon sind Videos in AVI-, OGM- und MKV-Container mit Kapiteln und mehreren Audiospuren. Hier spielt Elisa rigoros nur die erste Tonspur ab. Kapitelmarken werden ignoriert. Anders als bei der Wiedergabe von VOB-Dateien gelingt bei den alternativen Containerformaten immerhin die Anzeige von Untertiteln - wenngleich es mit der Darstellung noch etwas hapert: Sofern diese als Stream direkt in den Dateicontainer eingebettet sind, zeigt Elisa diese zwar prinzipiell an, aber bei OGM- und MKV-Dateien gerät die Darstellung viel zu klein.

Mediacenter Elisa: Video-Untertitel

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Untertitelspuren in OGM- und MKV-Containern zeigt Elisa zwar an, allerdings viel zu klein.

Die in der Konfigurationsdatei implementierte Funktion subtitle_font_size wirkt sich hingegen nur auf Untertitel aus, die als separate Textdatei im SRT-Format vorliegen, wie es bei AVI-Containern üblich ist.

Des Weiteren besteht keine Möglichkeit, die Anzeige der Untertitel ein- oder auszuschalten. Auch ein Anpassen der Seitenverhältnisse - etwa bei anamorph kodierten 16:9-Videos - ist derzeit noch nicht möglich. Ein entsprechendes Plug-in (aspect_ratio_switcher) befindet sich in der Entwicklung.

Das integrierte YouTube-Plug-in bietet komfortablen Zugriff auf die Kategorien Featured today, Most viewed, Top rated sowie Tags. Wahlweise lassen sich auch die Videos des eigenen Kontos einbinden, sofern die Zugangsdaten zuvor in der Konfigurationsdatei hinterlegt wurden.

Bitte lächeln!

Mediacenter Elisa: F-Spot

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Elisa greift sowohl auf lokal gespeicherte Fotos als auch auf das Webportal Flickr zu.

Das Picture-Modul unterstützt alle gängigen Grafikformate. Fotos werden jeweils auf volle Bildschirmgröße skaliert, wobei das originale Seitenverhältnis der Aufnahme erhalten bleibt. Bearbeitungsfunktionen sind bislang noch nicht implementiert. Immerhin besteht die Möglichkeit, Fotos zu drehen. Eine Slideshow-Funktion zeigt Fotos nacheinander an und blendet die Aufnahmen sanft ineinander über.

Sofern auf dem PC die Fotoverwaltungssoftware F-Spot zum Einsatz kommt, zeigt Elisa im Pictures-Fenster eine eigene Unterrubrik Applictions an, über die die mit F-Spot verwalteten Fotos auch unter Elisa zur Verfügung stehen. Unter der Rubrik Internet ist Flickr eingebunden.

Multimedia-Archiv

Liefert die automatische Suche nach Medien keine befriedigenden Ergebnisse, lässt sich die auto_loacations-Option in der Konfigurationsdatei auf Wunsch deaktivieren (auto_locations = 0). Ergänzend besteht die Möglichkeit, die gewünschten Verzeichnisse per Hand einzupflegen. Dreh- und Angelpunkt für die Programmkonfiguration ist die Datei elisa.conf, die Sie nach dem ersten Starten im Ordner .elisa im Root- oder Home-Verzeichnis finden und mit einem Texteditor bearbeiten können.

Bildergalerie

Mediacenter Elisa: Cover-Flow-Ansicht
Galerie
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Dem iPhone-Original mindestens ebenbürtig: die Cover-Flow-Animation in Elisa.

Um weitere Verzeichnisse manuell einzupflegen, genügt es, im Abschnitt [xmlmenu:locations_builder] unter locations = [.....] die zusätzlichen Ordnerverzeichnisse jeweils durch Kommata getrennt einzustellen. Lokale Verzeichnisse binden Sie nach dem Muster locations = ['file:///Ordnername'] ein. Mittels der Variable label legen Sie gegebenenfalls fest, mit welchem Titel ein Verzeichnis in der Elisa-Benutzeroberfläche angezeigt werden soll, zum Beispiel label ='NAS'.

Per Variable only_media legen Sie zusätzlich fest, in welcher Medienrubrik die Dateien später in Elisa auftauchen. Als Werte stehen derzeit image, video sowie audio zur Auswahl. Windows-Netzwerkfreigaben binden Sie über die IP-Adresse des Quellrechners nebst Freigabenamen sowie über die zusätzliche Variable location_type ein:

[xmlmenu:locations_builder]
locations =
['smb://192.168.0.123/musik']
auto_locations = 0
[[smb://192.168.0.123/musik]]
label = 'NAS'
only_media = ['audio']
location_type = 'network'

Fazit

Elisa beeindruckt durch seine Optik und seine einfache Bedienung, steckt aber noch in den Kinderschuhen. Die Grundfunktionen arbeiten zuverlässig, Abstürze erlebten wir nicht. Allerdings hapert es aber noch im Detail. Die Entwicklung schreitet aber in großen Schritten voran, so dass die nächsten Versionen mit Spannung erwartet werden.

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